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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

Aus den Fragebogen der Deutschen Seewarte, betreffend Häfen. 
8397 
Für Verholen im Hafen, auch‘ wenn es verlangt wird, ist dasselbe 
Lootsgeld wie beim Auslaufen zu bezahlen. 
Für Vertäuen, wenn es verlangt wird, ist die halbe Taxe. wie für das 
Verholen, doch nicht unter 2 $ zu bezahlen. 
Gesundheitspolizei, Jedes ankommende Schiff wird vom Quarantänearzt 
besichtigt; bevor derselbe dem Schiff nicht freien Verkehr gestattet hat, darf 
Niemand das Schiff verlassen und Niemand an Bord zugelassen werden. 
Der Quarantäne-Ankerplatz liegt zwischen Rhode Bank und Ruperts 
Rock, Die Quarantäne-Anstalt befindet sich beim Leuchtihurm Möhlenfels. 
Sie ist mit einem Dampf-Desinfektionsofen ausgestattet und hat Raum für 
20 Passagiere erster, 10 zweiter und 10 dritter Klasse; nöthigenfalls kann durch 
Aufschlagen von Zelten die Aufnahmefähigkeit vergröfßsert werden. Preise für 
die Person und Tag I. Kl. 2,50, 1I. Kl. 1,75, II. Kl. 0,80 $. Das zugehörige 
Krankenhaus hat 20 Betten. 
Zollamtliche Behandlung. Der Lootse nimmt von jedem einkommenden 
Schiff in Empfang: die Manifeste und Konnossemente, zwei Passagierlisten, die 
Post und sämmtliche Consignees-Briefe und übergiebt sie dem Zollhause bezw. 
der Postbehörde. Das Schiff kann dann sofort mit Löschen beginnen. Sobald 
als möglich ist dann noch eine detaillirte Deklaration der gelandeten oder zu 
landenden (Jüter einzureichen, Ladende Schiffe müssen ebenfalls ein die Ladung 
angebendes Manifest einliefern. Die Hafenabgaben sind vor Abgang zu zahlen 
oder Sicherheit zu stellen. Das Zollhaus liegt am Bootslandungsplatz Kings 
Wharf. 
Anweisung für Dampfer (S. 167 a. a. O0.), Das Einsteuern in den Hafen 
bietet an der Hand der Seekarten keine Schwierigkeiten; von Osten kommend, 
passirt man die Insel Buck in mindestens 1 Kblg. Abstand und läfst die schwarze 
Fonne auf den Triangles 0,6 Kblg. an St. B., die rothe auf dem Scorpion Rock 
ebensoweit an B. B., die weiße Bake auf Ruperts Rock muß mindestens 0,5 Kblg. 
an St. B. bleiben. Von Westen kommend, kann man auch westlich von dem 
Scorpion Rock einlaufen in 0,6 Kblg. Abstand. 
Die Hamburg-—Amerika-Linie gestattet ihren Schiffsführern das HEinlaufen 
bei Nacht nicht. Die Schiffe ankern dann mit Möhlenfels-Feuer in rw. NNO 
bis NO !/% bis % Sm. Abstand auf 16 bis 18 m (9 bis 10 Faden) Wasser. 
Beim Auslaufen sind die Seezeichen an der entgegengesetzten Schiffsseite 
zu lassen. 
Die Strömung beeinflufst das Ein- und Auslaufen und das Manövriren 
im Hafen nicht. 
Auf Scorpion Rock (S. 166 a. a. O.) ist in dem Hafenplan (Br. Ad. 
K. 2183 — Tit. VII, 283 —) als geringste Tiefe 20‘ (6,1 m) angegeben, ebenso 
im West Ind. Pilot. Nach dem Bericht des Kommandos des Schulgeschwaders, 
Kapt. zur See Stempel (Ann. 86, S. 354) befinden sich nach einer genauen, 
seitens des Hafenkapitäns vorgenommenen Vermessung auf den beiden flachsten 
Stellen 21%‘ bezw. 22‘ dänisch (6,7 bezw. 6,9 m) Wasser, 
Der Ankergrund im Hafen ist gut; wenn auch der Raum im Hafen 
relativ beschränkt ist für tiefgehende Schiffe, so wird man bei dem gewöhnlichen 
Verkehr doch immer auf Ankerplätze für vier Kriegsschiffe rechnen können. 
(Ann, 86, S. 354.) 
Der Gregerie Channel (S. 168 a. a. O0.) wird jetzt fast niemals als 
Ankerplatz von Schiffen gewählt. 
Als Zufluchtshafen für von Norden kommende Schiffe werden die Anker- 
plätze im Sound östlich von St. Thomas .(S. 171 a. a. 0.) empfohlen. 
Verbot des Ankerns, Kein Schiff darf in dem Theil des Hafens zwischen 
den beiden Eingangsbatterien (Möhlenfels und Cowell) und in den Verbindungs- 
linien dieser mit dem Christians-Fort ankern. In den äufseren Buchten darf 
nur im Fall der Noth geankert und dies mufs innerhalb 24 Stunden den Be- 
hörden gemeldet werden (Hafenvorschriften sec. 4 bezw. 2). 
Hafeneinrichtungen, Die Anlegestellen für Seeschiffe befinden sich in 
Privatbesitz. Die vier vorhandenen Anlegebrücken sind von folgenden Gesell- 
schaften gepachtet:
	        
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