Aus den Fragebogen der Deutschen Seewarte, betreffend Häfen.
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Für Verholen im Hafen, auch‘ wenn es verlangt wird, ist dasselbe
Lootsgeld wie beim Auslaufen zu bezahlen.
Für Vertäuen, wenn es verlangt wird, ist die halbe Taxe. wie für das
Verholen, doch nicht unter 2 $ zu bezahlen.
Gesundheitspolizei, Jedes ankommende Schiff wird vom Quarantänearzt
besichtigt; bevor derselbe dem Schiff nicht freien Verkehr gestattet hat, darf
Niemand das Schiff verlassen und Niemand an Bord zugelassen werden.
Der Quarantäne-Ankerplatz liegt zwischen Rhode Bank und Ruperts
Rock, Die Quarantäne-Anstalt befindet sich beim Leuchtihurm Möhlenfels.
Sie ist mit einem Dampf-Desinfektionsofen ausgestattet und hat Raum für
20 Passagiere erster, 10 zweiter und 10 dritter Klasse; nöthigenfalls kann durch
Aufschlagen von Zelten die Aufnahmefähigkeit vergröfßsert werden. Preise für
die Person und Tag I. Kl. 2,50, 1I. Kl. 1,75, II. Kl. 0,80 $. Das zugehörige
Krankenhaus hat 20 Betten.
Zollamtliche Behandlung. Der Lootse nimmt von jedem einkommenden
Schiff in Empfang: die Manifeste und Konnossemente, zwei Passagierlisten, die
Post und sämmtliche Consignees-Briefe und übergiebt sie dem Zollhause bezw.
der Postbehörde. Das Schiff kann dann sofort mit Löschen beginnen. Sobald
als möglich ist dann noch eine detaillirte Deklaration der gelandeten oder zu
landenden (Jüter einzureichen, Ladende Schiffe müssen ebenfalls ein die Ladung
angebendes Manifest einliefern. Die Hafenabgaben sind vor Abgang zu zahlen
oder Sicherheit zu stellen. Das Zollhaus liegt am Bootslandungsplatz Kings
Wharf.
Anweisung für Dampfer (S. 167 a. a. O0.), Das Einsteuern in den Hafen
bietet an der Hand der Seekarten keine Schwierigkeiten; von Osten kommend,
passirt man die Insel Buck in mindestens 1 Kblg. Abstand und läfst die schwarze
Fonne auf den Triangles 0,6 Kblg. an St. B., die rothe auf dem Scorpion Rock
ebensoweit an B. B., die weiße Bake auf Ruperts Rock muß mindestens 0,5 Kblg.
an St. B. bleiben. Von Westen kommend, kann man auch westlich von dem
Scorpion Rock einlaufen in 0,6 Kblg. Abstand.
Die Hamburg-—Amerika-Linie gestattet ihren Schiffsführern das HEinlaufen
bei Nacht nicht. Die Schiffe ankern dann mit Möhlenfels-Feuer in rw. NNO
bis NO !/% bis % Sm. Abstand auf 16 bis 18 m (9 bis 10 Faden) Wasser.
Beim Auslaufen sind die Seezeichen an der entgegengesetzten Schiffsseite
zu lassen.
Die Strömung beeinflufst das Ein- und Auslaufen und das Manövriren
im Hafen nicht.
Auf Scorpion Rock (S. 166 a. a. O.) ist in dem Hafenplan (Br. Ad.
K. 2183 — Tit. VII, 283 —) als geringste Tiefe 20‘ (6,1 m) angegeben, ebenso
im West Ind. Pilot. Nach dem Bericht des Kommandos des Schulgeschwaders,
Kapt. zur See Stempel (Ann. 86, S. 354) befinden sich nach einer genauen,
seitens des Hafenkapitäns vorgenommenen Vermessung auf den beiden flachsten
Stellen 21%‘ bezw. 22‘ dänisch (6,7 bezw. 6,9 m) Wasser,
Der Ankergrund im Hafen ist gut; wenn auch der Raum im Hafen
relativ beschränkt ist für tiefgehende Schiffe, so wird man bei dem gewöhnlichen
Verkehr doch immer auf Ankerplätze für vier Kriegsschiffe rechnen können.
(Ann, 86, S. 354.)
Der Gregerie Channel (S. 168 a. a. O0.) wird jetzt fast niemals als
Ankerplatz von Schiffen gewählt.
Als Zufluchtshafen für von Norden kommende Schiffe werden die Anker-
plätze im Sound östlich von St. Thomas .(S. 171 a. a. 0.) empfohlen.
Verbot des Ankerns, Kein Schiff darf in dem Theil des Hafens zwischen
den beiden Eingangsbatterien (Möhlenfels und Cowell) und in den Verbindungs-
linien dieser mit dem Christians-Fort ankern. In den äufseren Buchten darf
nur im Fall der Noth geankert und dies mufs innerhalb 24 Stunden den Be-
hörden gemeldet werden (Hafenvorschriften sec. 4 bezw. 2).
Hafeneinrichtungen, Die Anlegestellen für Seeschiffe befinden sich in
Privatbesitz. Die vier vorhandenen Anlegebrücken sind von folgenden Gesell-
schaften gepachtet: