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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

Aus den Fragebogen der Deutschen Seewarte, befreffend Häfen, 395 
das Zollhaus, für Segler nach dem Tonnengehalt, und für Auslaufen niedriger als 
für Einlaufen. . 
Zollamtliche Behandlung. Währ&nd auf Dampfern eine Zollaufsicht 
während des Löschens nicht stattfindet, ist auf Segelschiffen tagsüber ein Zoll- 
wächter an Bord, der abends die Luken versiegelt und sie morgens wieder öffnet. 
Hafenanlagen, Auf der Ladebrücke befinden sich drei Handkrähne. 
Hafenabgaben. Tonnengelder 1,83 $ für die Tonue; für Segelschiffe, 
welche von einem nach einem andern haitianischen Hafen gehen, tritt noch das 
droit: d’Echelle hinzu, welches nach dem Tonnengehalt bemessen ist. Durch Er- 
legung der Tonnengebühr und des droit d’Echelle im ersten haitianischen Hafen 
van“ sie von Erlegung der Tonnengebühren in weiteren haitianischen Häfen ent- 
bunden. 
Gesundheitspolizeiabgabe für Dampfer 14,50 $ für den Arzt; 22,92 $ 
für das Zollhaus; für Segler von 301 t und darüber 16 $, 201 bis 300 t 12 $, 
200 £ und darunter 8 $, dazu noch 33'/s °%/o und 50 °/o, z. B. für 200 t 8 + 2,67 + 4 = 
14,67 8. Ferner zahlen die Segelschiffe noch 2 $ droit de vigie. 
Wasser. Dampfer sind frei von Wassergebühren, welche Segelschiffe zu 
zahlen haben, und zwar von 15 bis 50t 2 $, 51 bis 100 t 3 %, darüber von 50 
zu 50 t je 1,50 $ mehr. Das Wasser ist Quellwasser. 
Proviant. Frisches Rindfleisch ist nur morgens, sonst auf Vorherbestellung 
von 50 bis 100 kg jederzeit zu, haben. 
Schiffsverkehr. 1896 verkehrten im‘ Hafen 175 Dampfer, darunter 
35 deutsche, und 13.Segler; die englische Flagge ist für den Postdienst am 
meisten vertreten, für Aus- und Heimfracht dagegen die deutsche. 
Ein- und Ausfuhr. 1896 betrug die Einfuhr 895 441,95 $ ausschliefslich 
Zölle und. die Ausfuhr 1635 995,38 £ einschliefslich Ausfuhrzoll. KEingeführt 
werden Artikel aller Art, ausgeführt Kaffee, Blauholz, Orangenschalen, Schild- 
patt, Häute. 
Allgemeines, Jacmel hat nach Schätzung etwa 10 000 Einwohner, darunter 
12 deutsche; von See-Assekuranz-Gesellschaften sind am Ort vertreten: Verein 
Hamburger Assecuradeure, Mannheimer Versicherungs-Gesellschaft und Lloyds, 
London. Eine Filiale der Banque Nationale d’Haiti, deren Hauptsitze Port au 
Prince und Paris sind, ist am Ort. ; 
Zur Ansteuerung (Ann. 98, S, 199) ist zu bemerken, dafs man den Hafen 
erst offen sieht, wenn man Kap Jacmel passirt, und dafs die links von Kap Jacmel 
liegenden weißen Klippen nachts nicht immer auszumachen sind. 
In den Anweisungen für Dampfer muß es von Zeile 15 ab heißen: 
„Sind die Tonnen besetzt, so muls man einen Heckanker ausbringen. Man 
Jaufe nicht bei steifer Seebriese ein“ u, 8. W. 
Post- und Dampferverbindung. Royal Mail von Southampton alle 14 Tage 
aug- und rückgehend; Hamburg—Amerika-Linie einmal monatlich von Hamburg, 
zwei- bis dreimal nach dort; K. West-Indische Maildienst von Amsterdam alle 
14 Tage ausgehend und von New York zurückkommend; Atlas-Linie alle 14 Tage 
von New-York; Comp. generale Transatlantique von Havre einmal im Monat; 
La Veloce von Genua einmal im Monat unregelmäfig, 
Telegraphische Verbindung nach Port au Prince mit der Socidte francaise 
des Telegraphes sousmarins. 
Die untenstehende Vertonung ist von: dem Schiffsoffizier H. Rose auf- 
genommen. 
Morne Rouge 
X 
1 
Kan Jacmel in NO2z0.
	        
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