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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1898. 
niemals Grund, so dafs der Kurs unbedenklich dicht- unter Land abgesetzt 
werden kann. 
In Berücksichtigung aller dieser Umstände hatte ich den Weg an der 
Ostküste Formosas trotz des Kuro siwo gewählt. Die Strecke, welche ich auf 
diese Weise zurückzulegen hatte, beitrug etwa 40 Sm weniger als diejenige, 
welche ich auf den anderen Wegen hätte zurücklegen müssen. Wenngleich der 
Strom diesen Vortheil beeinträchtigte, so hob er ihn doch nicht vollständig auf, 
Zudem hatte ich ziemlich sichere Garantie, keinen Nebel zu erhalten, und aufser- 
dem hatte ich mit durchaus günstigen Fahrwasserverhältnissen zu rechnen. 
3. Sonstiges Bemerkenswerthes. Die Konturen der Ostküste sind 
auf der Karte Tit. XI, No. 41, nur ganz allgemein gehalten. Nach Peilungen 
kann keine sichere Angabe über den jeweiligen Schiffsort gemacht werden. Auf 
der Karte fehlt gänzlich ein Komplex von Felsen, welcher in der Nähe der 
Küste bei dem auf 23° 30‘ N-Br und 121° 28‘ O-Lg verzeichneten Dorf sich 
befindet. Starke Stromkabbelungen sind in der Nähe der Felsen (s. „Nachr. f. 
Seef.“ 1898/2054). 
Auf 23° 53‘ N-Br und 121° 29,5’ O-Lg steht in der kleinen Bucht dicht am 
Strande in der Nähe eines Fischerdorfes eine schwarz und weils horizontal ge- 
streifte Bake von dreieckiger Form mit einem Ball als Toppzeichen, Da ich 
zahlreiche Sampans bemerkt habe, vermuthe ich, dafs die Bake von den dort an- 
sässigen Fischern errichtet worden ist (s. „Nachr, f. Seef.“ 1598/2054). 
Das Fener von Kap Nausha ist noch nicht wieder in Betrieb. Der Feuer- 
thurm sowie die ganze Umfriedigung waren bei der Dunkelheit gut auszumachen, 
und die Zerstörung, welche seiner Zeit durch die Japaner vorgenommen worden 
ist, scheint sich demnach nur auf den Mechanismus der Leuchtvorrichtung er- 
streckt zu haben (s. „Nachr. f. Seef.“ 1898/1763). 
388 
Yon Sydney über Suva nach Samoa. 
S. M. S. „Falke“, Kommandant Korv.-Kapt, Wallmann. April 18998. 
In der letzten Woche vor Beginn der Ausreise war in Sydney ziemlich 
gutes Wetter mit mäßigen südlichen Winden und etwas Regen. Der Barometer- 
stand war sehr hoch, andauernd über 770 mm, 
S. M. S. „Falke“ verliefßs bei einem Barometerstande von 772 mm und 
leichtem westlichen Winde Sydney am 13. April. Vor dem Hafen stand eine 
lange, nicht hohe östliche Dünung, und bald kam auch ein leichter Ostnordost- 
wind durch, der jedoch zu der Dünung in keinem Verhältnifs stand. 
Das Barometer fiel langsam, mit zunehmender Länge, deutlich die Tages- 
schwankungen zeigend. Der Wind ging allmählich nördlich, blieb aber nur schwach, 
In der Höhe des 30. Breitengrades wurde der Wind ganz unbestimmt, 
ging herum bis nach Ost und SO, dann über Nord wieder zurück bis über 
West hinaus, 
Beim 26. Breitengrade schien der Südostpassat richtig einzusetzen. Der 
Himmel war ziemlich bedeckt, und stärkere Regenböen traten häufiger auf; das 
Barometer stand immer noch sehr hoch, über 765 mın. Der Wind nahm zu und 
wehte zeitweise mit Stärke 5 bis 6. 
Der Passat, der dann wirklich eintrat, wehte durchschnittlich in der 
Stärke 3 bis 4 und aus der Richtung 0SO—58SO, das Barometer ging dabei 
langsam herunter auf seine normale Höhe. 
In den Gewässern der Fidji-Inseln sowie im Hafen von Suva selbst wurden 
leichte nordöstliche Winde angetroffen und Windstillen, 
Am 23. April wurde der Hafen von Suva verlassen; bei normalem Baro- 
meterstande wurden alsbald frische nordnordwestliche Winde angetroffen. Der 
Himmel war meist stark bewölkt, und nachts konnte starkes Wetterleuchten am 
ganzen Horizont beobachtet werden. Aufserhalb der Gewässer der Fidji - Insel 
ging der Wind über Nord in den östlichen Quadranten, wehte meist aus nord- 
östlicher Richtung, ging aber in den ziemlich heftigen Böen manchmal über Ost 
hinaus bis USO. 
Am 25. April ankerte S. M. S. „Falke“ in Apia, woselbst noch ziemlich 
regnerisches Wetter angetroffen wurde.
	        
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