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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1898. 
Noch an demselben Abend trat S. M. S. „Olga“ die Reise nach Hammer- 
fest an. Vom Bel-Sund bis etwa 15 Sm südlich der Bären-Insel war dicker 
Nebel, so dafs die Bären-Insel selbst mit Hülfe des Lothes kaum gefunden wurde. 
Am 29. Juli ankerte S. M. S. „Olga“ in Hammerfest, um Kohlen und 
Post zü holen. 
Ueber das Verhalten des Regelkompasses sei noch erwähnt, daß er nur 
sehr wenig von seiner Richtkraft verloren hatte und eine Deviationsänderung 
überhaupt nicht stattgefunden hat, 
Während der verschiedenen Fahrten ist regelmäfsig zwischen Norwegen 
und der Bären-Insel eine Stromversetzung in südöstlicher Richtung, etwa 10 Sm 
im KEtmal, konstatirt worden. Zwischen der Bären-Insel und Spitzbergen setzte 
der Strom stets nach Norden mit östlicher und auch westlicher Ablenkung. 
Das Wetter hatte sich im Verbhältnifs zur vorigen Reise verschlechtert. 
Es herrschte fast durchweg diesiges, häufig sehr dickes Wetter, abwechselnd mit 
steifen Nordost- und Südwestwinden, so dafs das Schiff zeitweise so arbeitete, 
dafs auf Kurrversuche verzichtet werden mulste. 
Auf der Hin- und Rückreise zwischen 72° und 80° N-Br hat sich eine 
Lufttemperatur im Schatten von 
Maximum . . .0.0.0. 44 
Minimum . . 2.0.0.0... 
mittlere Temperatur für Juli 1898 = 
eine Wasseroberflächentemperatur von 
Maximum . . . 0.0.00... = 85), 
Minimum . . 0.0.0000... . = 1,0°, 
mittlere Temperatur für Juli 1898 = 43° 
ergeben. 
Der mittlere Barometerstand für Juli war 757,5 mm. 
Auf der Hin- und Rückreise zwischen 72° und 76,5° N-Br ergab sich: 
Lufttemperatur im Schatten: 
Maximum. . 0.0.0... ;‚ = 108° C. 
Minimum , © es = 22°C. 
Mittlere Temperatur für August 1898. . = 50°C. 
Wasseroberflächentemperatur: 
Maximum. . .0.0.0..0.0.. 
Minimum 2.0.00 
Mittlere Temperatur für August 1898. ‚ 
Mittlerer Barometerstand für August 1898 
Yon Kiautschou-Rhede an der Ostküste von Formosa entlang nach Manila. 
S. M. S. „Cormoran“, Korv.-Kapt. Brussatis. Mai 1898. 
ı. Wind und Wetter. Wind und Wetter haben meine Fahrt von An- 
fang bis Beendigung der Reise ausnehmend begünstigt. Der Wind war in der 
Hauptsache aus Süd wehend, aber stets nur schwach. Nur die Land- und See- 
briesen, welche sich als solche besonders bei den Philippinen geltend machen, 
liefsen mich andere Windrichtungen konstatiren. Da diese zuweilen bis Wind- 
stärke 3 wehten, konnte ich öfters von den Segeln Gebrauch machen. 
Das Wetter war durchweg klar und sichtig, was mich in der Navigation 
insofern wesentlich unterstützte, als mich mein Kurs theilweise längs der Küste 
führte und keinerlei Feuer vorhanden waren. Gewöhnlich Jag des Morgens ein 
leichter Nebel auf der Küste, welcher mich jedoch die Umrisse letzterer deutlich 
zenug erkennen ließ. Die Nordküste von Formosa war allerdings beim An- 
steuern in einen dieken schwarzen Dunst gehüllt, so dals ich die 12 000 Fufs 
üohen Berge nicht sehen konnte. Die Fahrt längs der Ostküste Formosas war 
tagsüber vom schönsten Wetter begleitet. Gegen Abend lagerten sich dicke 
Wolkenmassen in die hohen Berge, welche bei Sonnenuntergang durch nördliche 
Winde nach See zu getrieben wurden, Es wurde daber eine Zeit lang so diesig, 
dafs sich die nur 2 Sm von meinem Kurs entfernte Küste vollständig meinen 
Blicken entzog. Leichter Regen erfüllte die Luft, und schwacher Donner war im 
Westen zu hören. Es klarte jedoch bald auf, und mit Aufhören des Regens 
machten sich wechselnde Winde zwischen Nord und West geltend.
	        
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