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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1898. 
Bald verlagerte sich das westlich von Schottland erschienene Hochdruckgebiet 
wieder südwärts und breitete sich, mit seinem Kern vor dem Kanal gelegen, 
wieder über Kontinentaleuropa aus, während eine Depression am 6. dem 
Norwegischen Meere zuschritt. 
In den Tagen vom 7. bis 10. schritt eine Theildepression von der 
mittleren norwegischen Küste über Südschweden nach Pommern, wo sie sich 
mit einer Depression über Westrussland vereinigte, während sich das Hochdruck- 
gebiet im Westen wieder im Nordwesten und über Nordskandinavien ausbreitete 
und über Skandinavien sidostwärts stark gegen das erwähnte und sich noch ver- 
tiefende Depressionsgebiet drängte, so dafs am 9. bis 11. an der ostpreufsischen 
Küste vielfach stürmische Winde aus nördlichen Richtungen auftraten. 
Beim Herannahen einer neuen Depression im Nordwesten, deren Centrum 
im hohen Norden am 12. vorüberschritt, verlagerte das Maximum im Westen 
seinen Kern wieder südwärts vor den Eingang zum Kanal und breitete sich 
vom 12. bis 17. zunächst über Südwesteuropa und später über der Südhälfte 
Europas aus; über Mittelskandinavien am 14. bis 16. und 17. bis 18. südostwärts 
fortschreitende Theildepressionen riefen infolge starken Steigens des Luftdruckes 
über Kontinentaleuropa stellenweise ziemlich starke Stürme meist aus nordwest- 
licher Richtung am 14. an der ganzen Ostsee, am 15. an der mittleren und öst- 
lichen Ostsee und am 16, sowie von meist geringerer Stärke am 17. und 18. an 
der östlichen Ostsee hervor. 
Eine am Abend des 17. westlich von Schottland erschienene neue Depression 
schritt auf der Nordseite hohen, über Kontinentaleuropa lagernden Druckes am 
18. bis 21. über Südschweden und mittlere Ostsee nach Finnland. Unter der 
Kinwirkung eines am 20. und‘ 21. in ihrem Rücken von den Britischen Inseln 
nach der Mitte von Kontinentaleuropa schreitenden Hochdruckgebietes frischten 
die meist westlichen bis nordwestlichen Winde an der Ostsee stark auf und waren 
am 21. an der östlichen Ostsee vielfach stürmisch. 
Das jetzt über Kontinentaleuropa lagernde Hochdruckgebiet hatte hier nur 
kurzen Bestand, da eine westlich von Irland erschienene neue Depression am 
22, bis 26. das Maximum rasch ostwärts drängte, indem ihr Centrum über dem 
Ozean nordostwärts nach dem hohen Norden Europas schritt und eine Theil- 
lepression südlich von Irland her durch die südliche Nordsee und Südschweden 
nach Finnland drang. Nachdem am 23. an der Ostsee ausgebreitete Gewitter 
stattgefunden hatten, rief starkes Vordringen hohen Luftdruckes im Rücken der 
Theildepression von Westen und Südwesten her am 24. an der Nordsee, west- 
üichen und mittleren Ostsee stürmische westliche bis nordwestliche, an der öst- 
lichen Ostsee stürmische südwestliche bis westliche Winde und am 25. an der 
mittleren Ostsee stürmische Winde aus West — NW, Stärke 8 bis 9, sowie an 
der östlichen Ostsee Stürme aus SW— West, Stärke 8 bis 10, vereinzelt 11, hervor. 
Nachdem dann der Luftdruck am 27. über Kontinentaleuropa abgenommen 
and eine mehr gleichmäfsige Luftdruckvertheilung über Centraleuropa bestanden 
hatte, schritt am 28. bis 30. eine Depression von Schottland durch die Nordsee 
und durch Norddeutschland nach Westrussland, wo sie sich mit einer von Süden 
kommenden Depression vereinigte, während gleichzeitig das Hochdruckgebiet im 
Westen über dem Ozean seinen Kern nordwärts nach Irland verlagerte und, über 
dem ganzen Westen ausgebreitet, ostwärts nach Europa vordrang, so dafs die 
Winde an der Nordsee am 30. aus nördlichen Richtungen stark auffrischten. 
Beim Erscheinen einer neuen Depression über der nördlichen Nordsee 
verlagerte sich das Maximum im Westen wieder südwärts und breitete sich ost- 
wärts über Kontinentaleuropa aus, so dafs auf der Rückseite der im Osten 
lagernden, jetzt nach der südlichen Ostsee gedrängten Depression an der öst- 
lichen Ostsee stürmische Winde. meist aus West—NW, hervorgerufen wurden. 
384. 
Gedruckt und in Vertrieb bei E. S. Mittler & Sohn 
Königliche Hofbuchhandlung und Hof buchdruckerei 
Berlin SW, Kochstralßlse 68—71-
	        
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