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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

König: Windverhältnisse auf der Segelroute. von der Linie bis Kap Horn. 363 
geben, ist vorstehende Zusammenstellung (Tab. 1) gegeben, in welcher die An- 
zahl der Windbeobachtungen nach Monaten und geographischen Breiten an- 
vegeben sind. Da sich die Route ausgehender Segler von der Linie bis Kap 
Horn auf einen relativ schmalen Streifen von der Breite von 10° bis 15° Länge 
erstreckt, so ist auf die geographische Länge weiter keine Rücksicht genommen. 
Breite und Länge sind hier immer nur südlich bezw. westlich zu verstehen. 
Diese 69065 Beobachtungen sind ausschließlich neueren Datums, sie rühren 
sämmtlich aus den Jahrgängen 1891 bis 1896 einschliefslich her. 
Aus den verschiedenen Arten der Darstellungsformen der Windverhältnisse 
ist. die tabellarische ausgewählt worden; sie beansprucht den kleinsten Raum und 
giebt in gedrängter Kürze eine genügende Uebersicht, Ueber die Tabelle 2 
selbst wäre zu sagen, dafs die Pfeile der ersten Zeile in bekannter Weise die 
Richtung und die unter den Pfeilen in der zweiten Zeile stehenden Ziffern die 
procentischen Häufigkeitswerthe dieser Windrichtungen in dem betreffenden Fünf- 
yradfeld darstellen, Die verschiedene Länge der Pfeile hat keine Bedeutung. 
Es sind demnach sämmtliche 16. Richtungen der Windrose und aufserdem die 
Kalmen berücksichtigt; letztere, ebenfalls in Procenten ihres Vorkommens aus- 
gedrückt, sind in der Tabelle in der Mitte der dritten und untersten Zeile des 
Fünferadfeldes durch ihre Procentzahl angegeben. Die procentischen Häufigkeits- 
werthe sowohl der einzelnen Windrichtungen als der Windstillen sind aus den 
Summen der Richtungen und der Kalmen berechnet. Es sind jedoch, um Platz 
zu sparen, in die Tabelle nicht die Häufigkeitswerthe aller in dem betreffenden 
Felde beobachteten Richtungen aufgenommen, sondern nur die der drei am 
häufigsten beobachteten, so zwar, dafs sie mit dem häufigsten beginnend und nach 
ihrem Häufigkeitsgrade geordnet die mittlere Zeile des Feldes einnehmen. Die 
Zahlen in den unteren Ecken des Feldes bedeuten: links die Summe aller Beob- 
achtungen des betreffenden Feldes einschliefslich der Zahl der Stillen, rechts die 
mittlere Windstärke in demselben. Um ein Beispiel anzuführen: das erste Feld 
im Dezember 0—5° S, 30—35° W 
X N \ 
55 2$. 16 
197 1 44 
bedeutet: SE 51%, ESE 24%, SSE 16%, Kalmen 1%; Summe aller Wind- 
beobachtungen in diesem Fünfgradfeld 197, mittlere Windstärke 4,4 Beaufort. 
Aus Rücksichten der Raumersparnifs sind die Werthe in Tabelle 2 ferner 
nicht so abgedruckt, wie sie sich etwa, in eine Karte eingetragen, präsentiren 
würden: als ein diagonales Band von der Breite zweier bis dreier Fünfgradfelder; 
vielmehr hat man sich die einzelnen Felder so seitwärts zusammengeschoben vor- 
zustellen, dafs mehrere Monatstabellen nebeneinander gestellt werden konnten. 
Da die Längen und Breiten angegeben sind, wird hoffentlich die Anschaulichkeit 
nicht darunter leiden. Aus demselben Grunde sind in der Haupttabelle 2 immer 
nur zwei Felder derselben geographischen Breite zusammengestellt. Um aber 
auf diese Weise etwa gut besetzte Felder nicht verlieren zu müssen, habe ich 
der Haupttabelle 2 einen Anhang, Tabelle 3, beigefügt, in welchem, ähnlich wie 
in ersterer, diese Ergänzungsfelder zusammengeschoben sind. 
Die mittlere Windstärke versteht sich nach Beaufort-Graden; sie ist be- 
rechnet als arithmetisches Mittel aus den in den Journalen angegebenen Werthen, 
ohne Rücksicht darauf, ob das Schiff „beim“ oder „vor dem Winde“ segelte.*) 
Mehrfach traf es sich, dafs bei der Aufstellung der Tabellen an dritter 
Stelle der Windrichtungen eine Auswahl zwischen mehreren gleich häufig vor- 
kommenden Windrichtungen getroffen werden mufßste. So z. B. kamen im Dezember 
in 40 — 45° 8 bei 55 — 60° W die Richtungen Nord, West, WSW, SE und Süd 
zu je 7% vor. In solchen Fällen sind nach Möglichkeit die für die Fahrt 
günstigsten Richtungen in die Tabelle gesetzt; in der an die Tabelle sich an- 
schließsenden Diskussion sind übrigens in: den meisten Fällen die Häufigkeits- 
werthe aller vorkommenden Richtungen zu finden. 
1) Vgl. Köppen: „Schätzungen der Windstärke auf Segelschiffen vor und bei dem Winde“. 
„Annalen der Hydrographie etc.“ 1897, Seite 331.
	        
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