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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

Schmidt: Ueber die Darstellung der Ergebnisse erdmagnetischer Beobachtungen, 
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Ein Beispiel für die Anwendung dieser Formeln, die bei zweckmäfsiger 
Anordnung und bei passender Abrundung der Koeffizienten von 4, und 4, oder 
unter Benutzung von Hülfstafeln eine schnelle und bequeme Rechnung gestatten, 
habe ich in der Eingangs erwähnten Arbeit gegeben, so dafs.ich hier auf eine 
nähere Erläuterung verzichten kann. Dagegen möchte ich die Resultate einer 
in dieser Weise von meinem Vater durchgeführten Rechnung für Mitteleuropa 
mittheilen, um dadurch für Deutschland und seine unmittelbare Nachbarschaft die 
Vergleichung der Theorie ınit den Beobachtungen zu erleichtern. Es dürfte das 
um so nützlicher sein, als wir jetzt eine magnetische Aufnahme von Preufsen 
erhalten sollen, während Oesterreich-Ungarn, das zum grofsen Theile noch in 
das abgegrenzte Gebiet fällt, in den letzten Jahren neu vermessen worden ist. 
Der Anblick der ziemlich umfangreichen Tabelle .wird es verständlich machen, 
weshalb ich davon abgesehen habe, die Zusammenstellung in meiner Arbeit in 
gleicher Ausführlichkeit für die ganze Erde zu geben.‘ Es wäre das um so weniger 
zu rechtfertigen gewesen, als ja die von mir abgeleiteten Werthe trotz ihrer 
Ueberlegenheit über die Ergebnisse früherer Berechnungen immer erst als eine 
ziemlich rohe Annäherung an die Wahrheit bezeichnet werden müssen. Krst 
wenn auf Grund einer systematisch durchgeführten magnetischen Aufnahme der 
ganzen Erdoberfläche die Möglichkeit gegeben sein wird, den Zustand der erd- 
magnetischen Kraft mit wesentlich gröfßerer Schärfe theoretisch darzustellen, 
als dies bis jetzt möglich ist, dürfte es sich verlohnen, eine so umfangreiche 
Auswerthung der Formeln durchzuführen, wie sie die Berechnung der Komponenten 
von Grad zu Grad erfordert. Dann wird es auch möglich sein, mit gleicher 
Schärfe die Säkularvariation dieser sämmtlichen Werthe anzugeben, was jetzt 
noch bei weitaus den meisten unmöglich ist. 
Zum Verständnifs der beigefügten Tabellen, von deren letzter soeben die 
Rede war, werden einige kurze Bemerkungen genügen. Die Zahlen der Tabelle I 
sind der Zusammenstellung in meiner Abhandlung direkt entnommen. Sie be- 
zeichnen also die Werthe .der Komponenten ‚X, Y, Z für alle Punkte von 5° zu 
5° in Länge und Breite, und zwar von = 30° bis g==70° und von i=— 10° 
bis 1==40°, d. h. für Europa mit Ausnahme des östlichen Russlands. Aus ihnen 
ergeben sich durch Interpolation nach @ (unter Rücksichtnahme auf die Diffe- 
renzen 5. Ordnung) die Zahlen der Tabelle II. Diese beziehen sich auf die 
Schnittpunkte der vorhergenannten Meridiane mit den in Intervallen von 1° fort- 
schreitenden Parallelkreisen von 43° bis 57° N-Br. Durch die in gleicher Weise 
ausgeführte Interpolation in Bezug auf A erhält man endlich die Tabelle III, in 
der dieselben Parallelkreise wie in II vorkommen, während nun auch die Länge 
in Eingradintervallen von 3° bis 27° fortschreitet. Die in III zusammengestellten 
Zahlen sind schließlich durch Differenzenbildung geprüft worden.!) Durch diese 
Prüfung werden nicht nur etwaige Rechenfehler aufgedeckt, sondern es zeigt 
sich dabei auch, ob an einzelnen Stellen eine Anhäufung von Beobachtungsfehlern 
stattgefunden hat, die durch Erhöhung oder Erniedrigung der betreffenden 
Tabellenwerthe um 1 beseitigt werden kann. Derartige Korrektionen erwiesen 
sich hier nur in sehr wenigen Fällen als wünschenswerth; sie hätten übrigens 
mit Rücksicht auf den Grad von Genauigkeit, der bei der vorliegenden Aufgabe 
ausreicht, unbedenklich aufser Acht bleiben dürfen. 
Als Beispiel für die Benutzung der Tabelle III wähle ich wieder die‘ Be- 
rechnung der Komponenten für Wilhelmshaven. Diese stellt‘ sich in kurzer, 
leicht verständlicher Zusammenstellung folgendermafsen dar, wobei die klein ge- 
Adruckten Zahlen Differenzen bedeuten: 
4) In den Tabellen habe ich die Anordnung im Einklang mit der üblichen Orientirung 
unserer Karten getroffen, während es mir in den im Texte ‚gegebenen Beispielen zweckmäfsiger 
schien, das Argument @ von oben nach unten wachsen zu lassen, also die vertikale Anordnung um- 
zukehren. Es bedarf diese kleine Ungleichförmigkeit der Darstellung wohl keiner. weiteren Recht- 
Fertigung.
	        
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