Köppen: Jahres-Isothermen und -Isanomalen der Meeresoberfläche,
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Geographische Breite 0° 10°” 209 30° 40° 50° ‘60° ‚709
Lufttemperatur . . 26,1 25,3 22,7 .. 18,8 13,4 7,1. 03 +—52
Korrektion , . . . +02 +0,2 +03 +04 +05 -+ 0,6 +0,99 —
Meerestemperatur., . 26,3 25,0 23,0 19,2 13,9 „7,7 12 "u
Konstruirt ınan nach diesen Zahlen eine Kurve, so ergeben ‚sich für die
geraden Temperaturgrade folgende Nurmalbreiten: .
Temperatur °C "26° 924° 29° 20° 18° 16° 14° 12° 10° 8° 6° 4° 2° 0°
Geogr. Breite 6,7° 16,7° 22,7° 27,8° 32.2° 36,2° 39,8° 43,2° 46,4° 49,5° 52,5° 55,5° 58,5° 61,8°
Diese Normal-Isothermen ergeben auf der Karte ein System von: geraden,
dem Aequator parallelen Linien. Sind die Jahres-Isothermen der . wirklichen
Temperatur ebenfalls von 2° zu 2°C gezogen, ‚so ergeben die Schnittpunkte dieser
beiden Liniensysteme ohne Weiteres das Netz für die thermischen lsanomalen,
gleichfalls von 2° zu 2°C. Denn die Schnittpunkte
wirkliche Isothermen 26, 24, 22, 20
Normal-Isothermen 24, 22, 20, 18
liegen z. B. sämmtlich auf derselben: Isanomale + 2°. Es genügt also, diese
Punkte richtig zu verbinden, um ein Liniensystem zu erhalten, dessen Herstellung
auf dem Umwege der Ableitung der Anomalie für eine genügende Zahl Punkte
sehr zeitraubend und dabei minder sicher wäre.
Eine Karte der Jahres-Isothermen der Temperatur des Wassers an der
Oberfläche der Ozeane, die zu dieser Konstruktion zu brauchen wären, giebt es
aber, meines Wissens, nicht. Denn seit dem Erscheinen des grofsen Karten-
werkes des Londoner Meteorologischen Amtes im Jahre 1884 ist es üblich ge-
worden, die Wasser-Isothermen für Februar und August-getrennt zu geben und
keine Mittelwerthe für das Jahr abzuleiten. Was:an Jahres-Isothermen für die
Meeresoberfläche vorliegt, ist entweder veraltet oder bezieht sich nur auf kleinere
Raumabschnitte, oder liefert — wie die kleine Karte auf Tafel 21 von Berg-
haus’ Physikalischem Atlas — diese Linien in allzu grofsen Abständen, 4 bis 6°C.
Ich mufßste daher erst eine Weltkarte :;der Jahres-Isothermen der Meeres-
oberfläche neu entwerfen, um zu meinem Ziele zu gelangen, Auch dafür bot
sich der graphische Weg, die Ableitung aus den vorhandenen Isothermenkarten,
als der weitaus bequemere und sicherere gegenüber dem Zurückgehen: auf die
Zahlenwerthe für die einzelnen Punkte der Meeresfläche dar, um so mehr, als
veröffentlichte Zahlen für die Jahrestemperatur der Ozeanoberfläche überhaupt
nicht vorlagen, sondern diese erst aus den Monatswerthen abzuleiten waren.
Als Ausgangspunkt habe ich die beiden Karten genommen, die Krümmel
in Kettlers. „Zeitschrift für wissenschaftliche Geographie“ (Band VI) im
Jahre 1888 auf Grund des erwähnten Kartenwerkes des „Meteorological Office“
veröffentlicht hat. Indem ich eine Pause mit den Isothermen des Augusts auf
die Isothermen des Februars legte, konnte ich leicht den Verlauf der Linien
des Mittelwerthes aus diesen extremen Monaten feststellen, die mit den. Jahres-
Isothermen nahe zusammenfallen müssen.
Diesen ersten Entwurf habe ich alsdann für alle Theile des Weltmeeres
mit dem seit 1888 erschienenen Material verglichen und ihn danach berichtigt.
Nur für zwei Gebiete konnte ich vorhandene Jahres-Isothermen direkt in meine
Karte aufnehmen: für das Meer zwischen Europa und Grönland diejenigen von
Mohn aus dem Werke über die norwegische Nordmeer- Expedition und -für die
ostasiatischen Gewässer diejenigen vonSchott ausPetermanns Mittheilungen 1891.
Das erwähnte Kärtchen der Jahres - Isothermen in Berghaus’ Atlas habe ich
benutzt, um an den Stellen, wo die Unterschiede erheblich waren, den Ursachen
derselben nachzuforschen und, je nach dem Befund, die Kurven zu berichtigen.
Für den Atlantischen Ozean ist dieses Kärtchen eine Kopie der 'l’afel 6 des
1882 erschienenen Atlas der Seewarte von diesem Ozean. Da der aus den
beiden Krümmelschen Karten abgeleitete erste Entwurf die Isothermen an der
Südostküste von Südamerika wahrscheinlich übertrieben gekrümmt darstellte,
während die Karte der Seewarte von diesen Krümmungen fast nichts enthält, so
habe ich eine zwischen beiden vermittelnde Darstellung für meine Karte gewählt,
wie ich denn überhaupt für diesen Ozean mich zwischen beiden Karten, und
zwar näher zu der jeweils besser beglaubigten oder wahrscheinlicheren Fassung
gehalten habe,