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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

Köppen: Jahres-Isothermen und -Isanomalen der Meeresoberfläche, 
357 
Geographische Breite 0° 10°” 209 30° 40° 50° ‘60° ‚709 
Lufttemperatur . . 26,1 25,3 22,7 .. 18,8 13,4 7,1. 03  +—52 
Korrektion , . . . +02 +0,2 +03 +04 +05 -+ 0,6 +0,99 — 
Meerestemperatur., . 26,3 25,0 23,0 19,2 13,9 „7,7 12 "u 
Konstruirt ınan nach diesen Zahlen eine Kurve, so ergeben ‚sich für die 
geraden Temperaturgrade folgende Nurmalbreiten: . 
Temperatur °C "26° 924° 29° 20° 18° 16° 14° 12° 10° 8° 6° 4° 2° 0° 
Geogr. Breite 6,7° 16,7° 22,7° 27,8° 32.2° 36,2° 39,8° 43,2° 46,4° 49,5° 52,5° 55,5° 58,5° 61,8° 
Diese Normal-Isothermen ergeben auf der Karte ein System von: geraden, 
dem Aequator parallelen Linien. Sind die Jahres-Isothermen der . wirklichen 
Temperatur ebenfalls von 2° zu 2°C gezogen, ‚so ergeben die Schnittpunkte dieser 
beiden Liniensysteme ohne Weiteres das Netz für die thermischen lsanomalen, 
gleichfalls von 2° zu 2°C. Denn die Schnittpunkte 
wirkliche Isothermen 26, 24, 22, 20 
Normal-Isothermen 24, 22, 20, 18 
liegen z. B. sämmtlich auf derselben: Isanomale + 2°. Es genügt also, diese 
Punkte richtig zu verbinden, um ein Liniensystem zu erhalten, dessen Herstellung 
auf dem Umwege der Ableitung der Anomalie für eine genügende Zahl Punkte 
sehr zeitraubend und dabei minder sicher wäre. 
Eine Karte der Jahres-Isothermen der Temperatur des Wassers an der 
Oberfläche der Ozeane, die zu dieser Konstruktion zu brauchen wären, giebt es 
aber, meines Wissens, nicht. Denn seit dem Erscheinen des grofsen Karten- 
werkes des Londoner Meteorologischen Amtes im Jahre 1884 ist es üblich ge- 
worden, die Wasser-Isothermen für Februar und August-getrennt zu geben und 
keine Mittelwerthe für das Jahr abzuleiten. Was:an Jahres-Isothermen für die 
Meeresoberfläche vorliegt, ist entweder veraltet oder bezieht sich nur auf kleinere 
Raumabschnitte, oder liefert — wie die kleine Karte auf Tafel 21 von Berg- 
haus’ Physikalischem Atlas — diese Linien in allzu grofsen Abständen, 4 bis 6°C. 
Ich mufßste daher erst eine Weltkarte :;der Jahres-Isothermen der Meeres- 
oberfläche neu entwerfen, um zu meinem Ziele zu gelangen, Auch dafür bot 
sich der graphische Weg, die Ableitung aus den vorhandenen Isothermenkarten, 
als der weitaus bequemere und sicherere gegenüber dem Zurückgehen: auf die 
Zahlenwerthe für die einzelnen Punkte der Meeresfläche dar, um so mehr, als 
veröffentlichte Zahlen für die Jahrestemperatur der Ozeanoberfläche überhaupt 
nicht vorlagen, sondern diese erst aus den Monatswerthen abzuleiten waren. 
Als Ausgangspunkt habe ich die beiden Karten genommen, die Krümmel 
in Kettlers. „Zeitschrift für wissenschaftliche Geographie“ (Band VI) im 
Jahre 1888 auf Grund des erwähnten Kartenwerkes des „Meteorological Office“ 
veröffentlicht hat. Indem ich eine Pause mit den Isothermen des Augusts auf 
die Isothermen des Februars legte, konnte ich leicht den Verlauf der Linien 
des Mittelwerthes aus diesen extremen Monaten feststellen, die mit den. Jahres- 
Isothermen nahe zusammenfallen müssen. 
Diesen ersten Entwurf habe ich alsdann für alle Theile des Weltmeeres 
mit dem seit 1888 erschienenen Material verglichen und ihn danach berichtigt. 
Nur für zwei Gebiete konnte ich vorhandene Jahres-Isothermen direkt in meine 
Karte aufnehmen: für das Meer zwischen Europa und Grönland diejenigen von 
Mohn aus dem Werke über die norwegische Nordmeer- Expedition und -für die 
ostasiatischen Gewässer diejenigen vonSchott ausPetermanns Mittheilungen 1891. 
Das erwähnte Kärtchen der Jahres - Isothermen in Berghaus’ Atlas habe ich 
benutzt, um an den Stellen, wo die Unterschiede erheblich waren, den Ursachen 
derselben nachzuforschen und, je nach dem Befund, die Kurven zu berichtigen. 
Für den Atlantischen Ozean ist dieses Kärtchen eine Kopie der 'l’afel 6 des 
1882 erschienenen Atlas der Seewarte von diesem Ozean. Da der aus den 
beiden Krümmelschen Karten abgeleitete erste Entwurf die Isothermen an der 
Südostküste von Südamerika wahrscheinlich übertrieben gekrümmt darstellte, 
während die Karte der Seewarte von diesen Krümmungen fast nichts enthält, so 
habe ich eine zwischen beiden vermittelnde Darstellung für meine Karte gewählt, 
wie ich denn überhaupt für diesen Ozean mich zwischen beiden Karten, und 
zwar näher zu der jeweils besser beglaubigten oder wahrscheinlicheren Fassung 
gehalten habe,
	        
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