Aus den Fragebogen der Deutschen Seewarte, betreffend Häfen,
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Kailänge bezahlt, 30 bis 40 m 17,50 fl., jede weiteren 10 m 2,50 £. Segelschiffe
bezahlen die Hälfte (Dues and charges on shipping in. foreign ports). -
Ballast. Ein Boot mit 1800 kg kostete 2,50 fl. Kapt. C. Friederichsen
warnt davor, anderen als Sandballast aus dem, Batavia-Flufs zu nehmen, selbst
die eingeborenen Arbeiter wollten, der Gesundheitsschädlichkeit wegen, um
keinen Preis in dem Tandjong-Priok Ballast arbeiten. Kapt. L. A. Meyer,
Schiff „Kriemhild“, schreibt die häufigen Fiebererkrankungen, die 1889 auf seinem
Schiff eintraten, nachdem es in 8 Tagen im Hafen durch Kulis entlöscht und
mit dem besten, trockensten Ballast versehen, auf Rhede gelegt war, neben dem
Klima dem Ballast zu.
Schiffe bis zu 7,3 m (24’) Tiefgang können an den Kajen liegen; die Tiefe
des Hafenbeckens ist nicht immer und nicht an allen Stellen 8,2 m (4'/2 Faden).
Im Winter 1897 ist ein Dämpfer mit 5,5 m (23’) Tiefgang an Grund gekommen.
Zollamtliche Behandlung. Es wird Ladungsmanifest mit Certifikat verlangt.
Hafensignale, Am Ende der östlichen Kaimauer steht ein Thurm,
welcher auch das Zeitsignal trägt. Von hier aus werden. die dem Hafen sich
nähernden Schiffe signalisirt.
Ausrüstung (S. 93 a. a. O.). Frischer Proviant ist theuer. Seekarten
sind beim Hafenmeister zu haben.
Bunkerkohlen können an dem Kohlenkai im Hafen genommen werden,
Kulis tragen dieselben in Körben an Bord. „Stettin“ nahm australische. Kohlen
100 t in 2 Stunden, .
Wasser kostet 2,50 fl. die Tonne und wird entweder aus der Wasser-
Jeitung an den Kajen oder, aus Wasserbooten genommen. Letztere führen
Wasser aus artesischen Brunnen, das besser als das Leitungswasser ist.
Schiffahrtsunkosten, Regelmäfsig anlaufende Dampfer, wie „Stettin“,
bezahlen halbjährlich die Ankergelder.
Das deutsche Konsulat liegt in Weltevreden, der Norddeutsche Lloyd
hat einen Agenten am Ort.
Gesundheitsverhältnisse. Tandjong-Priok ist noch immer ziemlich un-
gesund, Fieber und Dyssenterie sind die am häufigsten vorkommenden Krank-
heiten. Kapt. C. Friederichsen sagt: „Es kann nicht dringend genug an-
gerathen werden, die Mannschaften vom Löschen und Laden und jeder unnöthigen
Arbeit fernzuhalten. Man hat wohl Kosten dadurch, bedeutend gröfsere jedoch,
wenn das Krankenhaus in Anspruch genommen werden mufs.“ Das englische
Segelhandbuch warnt davor, die Leute an Land und an Deck schlafen zu lassen,
ferner vor dem Gebrauch des Seewassers im Hafen zum Deckwaschen, da es
Fiebererkrankungen hervorruft.
Ein Seemannskrankenhaus ist in Batavia.
Aus dem Reisebericht des Schiffes „Columbus‘, Kapt. Fr. Stöver,
von New York nach Hongkong. .
Lombok-Strafse.!) Es war meine Absicht, auf dem Wege durch die
östlichen Passagen, den ich des in nördlicher Breite zu erwartenden Nordost-
monsuns wegen. einschlagen mufste, durch die Lombok - Strafse zu gehen, doch
setzte ich beim Durchstechen des Südostpassatgebietes den Kurs erheblich öst-
licher, denn erstens erwartete ich südlich von den Sunda - Inseln eine westliche
Strömung, und dann vermuthete ich nach häufigen Monddistanzbeobachtungen
auch, dals wir in Wirklichkeit etwa 30‘ westlicher in Länge ständen, als unser
Chronometer nach dem zu Anfang der Reise gefundenen‘ Stande und Gange
anyab. Nachdem wir am 31. Oktober morgens das Land gesichtet hatten, be-
fanden wir uns am Abend etwas westlich von der Allas - Strafse und segelten
nachts bei leichter südlicher Briese längs der Küste von Lombok nach Westen,
Die Spitzen des Lombok- und des Bali- Berges waren vorher nicht sichtbar
gewesen; erst gegen 6 Uhr abends traten dieselben aus den Wolken hervor und
gestatteten eine genauere Ortsbestimmung. Am 1. November bei Tagesanbruch
y Siehe „Segelhandbuch für den Indischen Ozean“, Seite 573 und 583.