Aus den Fragebogen der Deutschen Seewarte, betreffend Häfen.
Laden und Löschen geschieht mittelst Leichter, an denen aber Mangel
vorhanden ist, so dafs die Arbeit nur langsam vorangeht; nachts wird weder ge-
löscht noch geladen. Risiko und Kosten trägt der Empfänger.
Ausrüstung. Frisches Rind- und Hammelfleisch ist wohlfeil, Gemüse nur
spärlich vorhanden und theuer, Dauerproviant nicht zu beschaffen,
Wasser ist gut, wird in kleinen Tanks und in Fässern ‘auf Leichtern
längseit gebracht und kostet 4,50 Mk. die Tonne.
Bunkerkohlen. Die Messageries Maritimes und die Kisenbahnverwaltung
haben Kohlenlager an Land, aus denen sie im MNothfall abgeben; der Preis
richtet sich nach Vorrath und Markt. Die Kohlen kommen in Leichtern längseit
und werden in Körben übergenommen; das Kohlen gelıt langsam.
Schiffahrtsunkosten betrugen eingehend für 1t Ladung 0,34 Mk. Hafen-
und Feuerabgaben werden nicht verlangt.
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Makassar.
„Eastern Archipelago“, p. II, 1893 — BX, 17 —.
„Ann, d, Hydr. und Mar, Met,.“, 1898, Heft 1IL. .
D. „Stettin“. Kant. E. Zacharixe, Nordd. Lloyd. März 1898.
Lootsenwesen (E. A. S. 330; Ann. 98, S. 133), Wenn ein Schiff einen
Lootsen wünscht, so mul es das Signal P T' des internationalen Signalbuches
zeigen, worauf der Hafenmeister, ein früherer Marineoffizier, an Bord kommt und
das Schiff auf seinen Platz lootst. Die Lootsentaxe für den Hafenmeister be-
trägt für ein Schiff von 100 bis 500 cbm 2,50 fl., für jede weiteren 1000 cbm
5 fl. mehr.
Gesundheitspolizei (E. A. S. 330). Es wird ständig ein Gesundheitspafs
verlangt. Schiffe, welche von einem verseuchten Hafen kommen oder während
der Reise ansteckende Krankheiten an Bord gehabt haben, müssen die Quarantäne-
flagge heißen und erst den ärztlichen Besuch abwarten.
Zollamtliche Behandlung. Makassar ist Freihafen.
Gezeitenströmung (E. A. S. 330). Im Hafen setzt die Fluth nach Norden,
die Ebbe nach Süden (längs der Küste). Während der Zeit des Westmonsuns ist
jedoch meistens eine südliche Strömung vorherrschend.
Landmarken sind zweckentsprechend; der auf der Ostseite der Südeinfahrt
stehende Leuchtthurm ist am frühesten auszumachen. ;
Ankerplatz (E. A. S. 330, Ann. 98, S. 133), Der Ankergrund im Hafen ist
überall gut, .Mud und Sand.
Hafeneinrichtungen (Ann. 98, S. 133). Fremde Schiffe müssen meist
erst ankern und sich beim Ladungsempfänger oder Charterer nach ihrem Liege-
platz erkundigen, Ist der Platz jedoch schon vorher für das Schiff bestimmt, so
wird bei Ankunft desselben an der betreffenden Ladebrücke die National-
flagge des Schiffes gesetzt. Für die deutschen Postdampfer ist stets ein eigener
Platz frei.
Während des Westmonsuns muß man an den Brücken einen Anker aus
haben und sowohl von vorn wie hinten eine gute Trofs nach den Anholbojen
ausbringen, um sich bei den häufig einsetzenden schweren Böen von Land frei
zu halten.
Die Lagerhäuser und Geschäftsräume der Kaufleute liegen in unmittel-
barer Nähe der Ladebrücken und erstrecken sich am Wasser entlang. Die Be-
förderung der Güter von den Ladebrücken in die Lagerhäuser und umgekehrt
wird durch Kulis oder mit Ochsenkarren ausgeführt.
Laden und Löschen mufs mit eigenem Geschirr des Schiffes besorgt
werden; die Arbeit geht langsam von Statten, da die Brücken so klein sind,
dafs man immer nur an einem Luk arbeiten kann. Während der Regenzeit
(Westmonsun) wird die Arbeit sehr häußg und anhaltend durch Regen unter-
brochen. An Sonn- und allen gesetzlichen Feiertagen kann gearbeitet werden,
nur an einem malayischen Festtage im Monat Februar hält es schwer, Kulis
zu bekommen. Kin Kuli kostet täglich 75 Cts.
Ballast. Es ist nur Sandballast zu haben, welchen man sich selbst von
Aen den Hafen bildenden Riffen und Inseln unentgeltlich holen kann,