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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1898
Wasser ist in der Nähe der Lootsenstation, aus der sogenaunten „water-
hole“ mit Schiffsbooten zu holen. Auch wird manchmal bei den Sägemühlen
Wasser verabreicht.
Schiffahrtsunkosten. „Maria“ zahlte: Hafengeld 6d für die Tonne,
Feuergeld 1!/4 d für die Tonne, Einklarirungsgebühr 13 sh, Erlaubnifß für Decks-
ladung 2sh 6d.
Der Hafen von Kaipara und die Sägemühlen am Wairoa-Flufs werden von
vielen kleinen Schiffen und auch von 1000 t grofsen Schiffen besucht, welche dort
Holz laden.
Djibuti (Zibuti, Golf von Tajura).
„Red Sea and Gulf ef Aden Pilot“ 1892. — B. IN, 3— 8. 397/98.
D. „Drachenfels“, Kapt, Gerhard Kenneweg, D. D. Ges, Hansı. Februar 1898,
Ansteuerung. Man steuert Ras al Bir-Feuer an, passirt dasselbe in
4 Sm Abstand und setzt den Kurs in den Feuerkreis des Feuers im Fort
Ayabele (Djibutil), wobei man darauf Bedacht nehmen mufs, gut von den
Mashah-Inseln frei zu bleiben. Bei nicht gut sichtigem Wetter ist es rathsam,
sich bis zum Klarwerden in Sicht von Ras al Bir zu halten.
Ras Duan ist eine sehr gut erkennbare hervorragende Spitze, die, in
Peilung gehalten, davor schützt, zu südlich und auf die Mashah-Untiefen zu
kommen.
Landmarken. Direction Hill und das Fort konnten am frühesten
sicher ausgemacht werden, die Einsegelungsmarken, die kleine weiße
Pyramide bei der Mündung des Flusses Ambuli und die beiden Leuchtthürme
von Ayabele in Linie mit der Mitte des Morne Rond S4,5° W rw.,!) sind
sehr gut und genau erkennbar.
Lootsenwesen, Wird ein Lootse verlangt, so kommt der Hafenkapitän
(Araber) kurz vor der Einfahrt in den Hafen an Bord und zeigt den Ankerplatz
an für 20 Fres.
Schleppdampfer anzunehmen ist für Segelschiffe empfehlenswerth, weil
die Hafeneinfahrt nur 3'/2 Kblg. breit ist. Der Schlepplohn wird unter Berück-
sichtigung der Wind- und Wetterverhältnisse vereinbart.
Gesundheitspolizei. Es wird ständig ein Gesundheitspafs verlangt.
Zollamtliche Behandlung. Es wird ein Ladungsmanifest mit Certifikat
verlangt.
Ankerplatz, „Drachenfels“ ankerte auf 11m (6 Faden) Wasser, Grund
Mud, in den Peilungen Spitze Marabout O%4 N rw., Fort Ayabele
N?40 rw. Der Grund hält gut und der Ankerplatz ist sehr gut, ausgenommen
bei ONO- bis NNO-Winden, welche hohen Seegang erzeugen.
Anweisung. Bei Tage bietet das KEinlaufen keine Schwierigkeiten.
Fremden ist das Einlaufen nachts nicht zu empfehlen, wegen der beiden hellen
etwa 7 bis 8 Sm weit sichtbaren Laternenfeuer in Djibutil, welche leicht mit
den Leitfeunern verwechselt werden können. Es ist dies um so leichter möglich,
als sie schon bei den Mashah-Inseln zu sehen sind und ihre Deckpeilung, ebenso
wie die der Leitfeuer von Ayabele S4,5°W ist. Sie führt über die Mitte der
Insel Mascali und über die Riffe an der Ostseite des Hafens. (Vergl. auch
Verzeichnifs der Leuchtf. aller Meere 1898, Heft VII, Tit. IX 212 bis 213).
Das Ein- und Aussteuern wird durch den bei ONO- bis NNO-Winden erzeugten
hohen Seegang erschwert.
Strömung. Der Strom ist schwach und vom Winde abhängig, die Fluth
setzt westwärts, die Ebbe ostwärts,
Hafeneinrichtungen sind noch im Bau begriffen. Es ist bis jetzt die
Ladebrücke 220 m lang fertiggestellt; sie soll auf eine Länge von S00 m aus-
gedehnt und mit einer Querbrücke versehen werden, so dafs 4 Schiffe auf 8 ın
Wasser bei Niedrigwasser zum Laden und Löschen längseit liegen können. Zum
Materialtransport ist eine Feldbahn gelegt. Von der Stadt her läuft ein etwa
5 m breiter und 650 m langer Damm in den Hafen; derselbe hat drei steinerne
Treppen zum Anlegen von Booten.
Vgl, Franz. Adm.-Karte No, 4585 „Baie de Djibutil“ 1894, verbessert bis V./97