Ans den Fragebogen der Deutschen Seewarte, betreffend Häfen,
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deutsche Kolonie liegt nordöstlich von der Altstadt, etwa 1'2 km vom
Landungsplatz. Eine Agentur der deutschen Palästina-Bank und eine Zahlstelle
des Credit Lyonnais befinden sich am Ort.
Aufser dem deutschen Krankenhaus ist noch ein englisches und
ein französisches vorhanden,
Das Klima ist subtropisch; trotz häufigen Vorkommens leichter Malaria
kann es im Allgemeinen als für Europäer zuträglich bezeichnet werden.
Die Eingeborenen sind an den Verkehr mit Europäern vollständig
gewöhnt.
Das deutsche Konsulat liegt in der deutschen Kolonie.
Kaipara, Wairoa-Flufs (Nordinsel Neu-Seeland).
„New Zealand Pilot“ 1891, Hydrogr. not. No. 2 1895. — B. XII, 8 —.
Bark „Maria“, Kapt. H. Schnieders, Rheder Wilh, Höveler, Papenburg, Oktober 1897,
Lootsenwesen (S. 250). Für den Wairoa-Flufs besteht Lootsenzwang.
Die Lootsenstation liegt auf der Spitze Ponto innerhalb des Leuchtthurms, die
Lootsen kommen in einem offenen Boot an Bord.
Barre. Die Leitmarke durch den Galatea-Kanal bilden zwei
NNO1!A40 bis SSW1AW etwa 600m voneinander stehende Baken, vom denen
die obere auf dem höchsten Sandhügel stehende schwarz, die untere in. einem
Gebüsch weifs ist; sie führt über Tiefen von mindestens 10 m (5'/2 Faden) bei
Niedrigwasser. |
Torry shoal. Zur Bezeichnung der Westkante dieser Untiefe liegt eine
grofse rothe Tonne, zur Bezeichnung der Nordwestkante eine kleine rothe
Tonne aus, beide etwa 4 Kblg. voneinander entfernt.
Barresignale werden von dem Flaggenstock südöstlich vom Feuer-
thurme gemacht und zwar bedeutet Flagge P, die Barre ist für Dampf- und
Segelschiffe passirbar, Flagge S, sie ist nur im Schlepp von Dampfern passirbar,
Flagge B, sie ist unpassirbar.
Hoher Südwestseegang bringt hohe Brandung auf der Barre hervor, so
dafs der Verkehr oft längere Zeit behindert, namentlich das Auslaufen für Segel-
schiffe unmöglich ist.
'Landmarken (S. 251). Der Feuerthurm und die obere Leitbake sind am
besten auszumachen, doch sind die Baken, namentlich bei Südwestwind, wo es
gewöhnlich diesig ist und die Luft voller Sandstaub, schwer zu sehen. Es
wäre daher zur Auffindung der Einfahrt die Auslegung einer Ansegelungstonne
erwünscht.
Schleppdampfer sind vorhanden und haben eine feste. Taxe. Ihre An-
nahme ist namentlich für Fremde empfehlenswerth, für Segelschiffe zum Auf-
gehen nach Dargaville meist nothwendig. „Maria“ von 319 Registertons
brutto zahlte eingehend mit 3,5 m Tiefgang, ausgehend mit 4,5 m Tiefgang je
320 Dollar Schlepplohn bis bezw. von Dargaville.
Gesundheitspolizei. Ein Gesundheitspaß wurde nicht verlangt.
Zollamtliche Behandlung, Es wurde eine Proviantliste verlangt.
Anweisung für den Galatea-Kanal (S. 251). . Ehe man sich der Barre
nähert, bringe man die Leitbaken in NNO */4 O und steuere in diesem Kurs auf
die Baken zu, bis die grofse rothe Tonne an St. B. passirt ist. Darauf
dreht man allmählich auf North Head zu, wobei darauf zu achten ist, dafs man
von der kleinen rothen Tonne genügend weit ab bleibt. Von hier steuere man
nach dem Lande oder den von der Signalstation beim Leuchtthurm gegebenen
Anweisungen. Das Loth ist fortwährend in Gang zu halten. ;
Ankerplatz (S. 253). Der Ankerplatz nördlich der Spitze Ponto ist
gut, das Ankern, bevor man den Feuerthurm passirt hat, ist mit Gefahr und
meist mit Verlust des Ankers verbunden. .
Ausrüstung. Frischer Proviant ist wohlfeil, sonstige Ausrüstung nur
wenig zu haben. Für das Vonbordgeben von Steinballast wird 2 sh für die
Tonne bezahlt, für Sandballast 1sh, letzterer wird auch unentgeltlich ab-
genommen. Seekarten und nautische Bücher sind beim Lootsenkommandeur
zu haben.