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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1898. 
Wenn auch das Vorstehende im Allgemeinen für alle Monate des ver- 
yangenen Winters Gültigkeit hat, so ergaben sich doch in den verschiedenen 
Monaten so erhebliche Unterschiede der allgemeinen Wetterlage, dals eine ge- 
irennte Betrachtung der einzelnen Monate nothwendig wird. 
November 1897. Am 13. und 14. November war das Wetter bei 
leichter südlicher Briese schön und klar, am 15. November früh setzte bei 
langsam steigendem Barometer Nordwind ein, der sich schnell auf Stärke 6 
steigerte und, bis Stärke 8 auffrischend, 48 Stunden lang wehte, dann kam ein 
schöner Tag mit leichten südlichen Winden, die jedoch am 18. einem zweiten 
Sturme aus NNW 6 bis 8, diesmal von kürzerer Dauer, Platz machten. In diesem 
Wechsel ging es den ganzen Monat fort, auf ein bis zwei schöne Tage folgten 
ebensoviel Sturmtage. Das Barometer stand während des ganzen Monats hoch, 
schwankend zwischen 766 und 776, wobei sich gegen Knde des Monats der 
mittlere Druck sichtlich erhöhte. Das Wetter war immer klar und sichtig, der 
Himmel meist wolkenfrei, die Temperatur fiel von 20°C am 13. November, 
gyleichmäfsig abnehmend und nur geringe Tag- und Nachtschwankungen aufweisend, 
auf etwa 4 bis 5° im Minimum gegen Ende November. Regen trat gar nicht 
auf, nur einmal während eines Nordweststurmes am 23. November Schneeböen 
von kurzer Dauer. 
2, Dezember 1897, Das Wetter im Dezember war im Allgemeinen 
günstiger als im November. Der heftigste und andauerndste Sturm in diesem 
Monat begann am 9., erreichte am 10. die Stärke 9 aus nordwestlicher Richtung 
und endete erst am 11. gegen Mitternacht mit einem Staubsturm aus WNW. 
Das Barometer war dabei bis auf 779 gestiegen, die Luft war fast durchweg 
klar, die "Temperatur sank bis auf —4,7° C. An fünf weiteren Tagen im 
Dezember erreichte die Windstärke noch die Werthe 5 bis 7, stets aus nördlicher 
und nordnordwestlicher Richtung bis auf einen Südweststurm am 7., doch dauerten 
diese Stürme nicht länger als 10 bis 12 Stunden, manchmal nur 5 bis 6 Stunden. 
Die Temperatur im Monat Dezember war erheblich niedriger als im November; 
an 17 Tagen zeigte das "Thermometer unter Null, als niedrigste Temperatur 
wurde — 5,5° abgelesen; die Tagesschwankungen waren sehr gering, oft kaum 
bemerkbar; das Minimum lag früh, zwischen 6" und 8", manchmal nur um 2° bis 
3° vom Maximum verschicden, Auch in diesem Monat herrschte klares Wetter 
und häufig ganz wolkenloser Himmel. Regen fiel überhaupt nicht und "hau nur 
einmal. Die Folge hiervon war eine schr große Lufttrockenheit. Das Baro- 
meter stand auch im Dezember durchweg hoch, meist über 775 mm. Das Minimum 
war 764,5 mm bei Südsüdwestwind, das Maximum 782 mm bei Nordwestwind. 
Letztere Windrichtung war durchaus die vorherrschende. 
3. Januar 1898. Auch dieser Monat war in Bezug auf das Wetter ein 
günstiger zu nennen. Iın Durchschnitt war das Wetter gut bei mäßigen nörd- 
lichen Winden. Doch traten im Januar die südlichen Winde schon häufiger auf 
— an elf Tagen —, ohne jedoch jemals eine gröfsere Windstärke als höchstens 
4 bis 5 zu erreichen. Sie waren jedesmal von einer langen und ziemlich hohen 
(3 bis 4) südlichen Dünung begleitet, welche für kleinere Schiffe auf der Aufsen- 
chede von Tsingtau nicht sehr angenehm war. Die nördlichen Winde waren in 
liesem Monat erheblich schwächer als im Dezember, wodurch ganz besonders 
dieser Monat zum angenehmsten des ganzen Winters wurde; nur an acht Tagen 
äberschritt die Windstärke die Zahl 6, und nur an einem Taye, am 27., wehte 
heftiger .Nordweststurm als Staubsturm in Stärke 8 bis 9. Die Temperatur im 
Januar war wider Erwarten nicht unwesentlich höher als im Dezember; nur an 
elf Tagen zeigte sie unter Null und auch dann meist nur für die Nachtstunden. 
Die niedrigste Temperatur wurde am 28, morgens 8 Uhr mit — 3,8° abgelesen, 
die höchste mit + 14° am Mittag des 13.; der Durchschnitt betrug am Tage 
+4 bis 5°, in der Nacht etwa 0°. Das Barometer stand im Januar durch- 
achnittlich etwa auf derselben Höhe wie im Dezember, doch waren die Schwankungen 
trotz der häufigen Südwinde erheblich geringer. Der höchste Stand war 779,0 
bei Nordwestwind, der niedrigste 768,0 bei Südwind. Das Wetter war bei Nord- 
wind stets, wie auch bei Südwind häußg klar und wolkenlos, doch war die Luft 
feuchter als im Dezember; an etwa acht Tagen fiel "hau, an vier Tagen fiel 
zeitweise Regen und Schnee, und an zwei Tayen wurde Nebel heobachtet. 
1.
	        
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