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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

Die Witterung an der deutschen Küste im Juni 1898, 
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Schwankungen um eine wenig veränderte Wetterlage; von diesem Gange ab- 
weichend, stieg die Morgentemperatur im Osten am 2. und 3. stark und zeigte 
lann nach einer starken Abnahme am 4. dasselbe Ansteigen bis zu einer warmen 
Periode am Ende der ersten Dekade wie im Westen, worauf am 13. und 14. 
auch hier ein Temperaturrückgang und. dann meist wenig Aenderung folgten, 
doch nur bis Mitte der letzten Dekade, da die letzte Pentade im Osten wieder 
wärmere . Morgen herbeiführte, deren Temperatur die der Wärmeperiode der 
ersten Monatshälfte übertraf. Die mittlere Veränderlichkeit der Temperatur von 
Tag zu Tag war für die drei täglichen Beobachtungstermine klein; sie schwankte 
zwischen 2 und 3° und war fast durchweg nachmittags am gröfsten und morgens 
am kleinsten. Als höchste Temperatur wurde an: der ganzen Küste ziemlich 
gleichmäfsig 24 bis 26, im Westen am 9. bis 11., im Osten am 26., beobachtet, 
während die niedrigsten Monatstemperaturen mit etwa 3° im Osten am 1. beob- 
achtet wurden. 
Die Niederschläge fielen wesentlich am 1. bis 4. und 18. bis 30., während 
der 5. bis 17. Juni trocken waren, abgesehen im Wesentlichen von Regenfällen, 
die am 7. und 11. an Theilen der Nordsee, am 13. an der westlichen Ostsee 
und am 13. und 14. an der preußischen Küste fielen — wobei der Niederschlags- 
tag mit 8'a Ortszeit des gleichnamigen Kalendertages beginnt. Sehr ergiebige, 
20,0 mm übersteigende Niederschläge fielen am 3. in Pillau (27) und Memel (41), 
am 22; in Marienleuchte (22), am 26. in Darsserort (23), und Wittower Post- 
haus (26), 28. in Süderhöft (31), Keitum (25), Munkmarsch (24), Aarösund (24), 
Flensburg (36), Schleimünde (23) und Friedrichsort (23) und am 30. in Pillau 
(25), Brüsterort (22) und Memel (25 mm). Die gröfsten, 90,0 mm übersteigenden 
monatlichen Niederschlagsmengen hatten Keitum (96), Munkmarsch (99), Flens- 
burg (90), Schleimünde (102), Marienleuchte- (94), Pillau (92) und Memel (101), 
die kleinsten, unter 30,0 bleibenden, hatten Warnemünde (26), Arkona (21), 
Thiessow (19), Greifswalder Oie (17), Ahlbeck (14) und Swinemünde (14). :Aus- 
gedehnte Gewitter fanden statt am 1. an: der Ostsee, 2. an der ganzen Küste, 
7. und 11. an der Nordsee, 22. an der Ostsee, 23. an der ganzen Küste und. am 
25. und 26. an der Nordsee. Nebel wurde nur selten beobachtet, über -gröfserem 
Gebiet verbreitet nur am 30. an der Nordsee, Heitere Tage, dadurch charakterisirt, 
dafs die nach den Zahlen 0 bis 10 geschätzten Bewölkungsgrade für die drei 
Beobachtungen am Tage in ihrer Summe nicht mehr als 5 betrugen, wurden an 
der Nordsee nur vereinzelt und über kleinen Gebieten beobachtet, während sich 
an der Ostsee der 4. und 5. im Osten, der 6. bis 12. über dem ganzen Gebiet, 
der 14.- im Westen und der 15. und 16. über dem ganzen Gebiet meist als solche 
Tage kennzeichneten. 
Die zu Zeiten der Terminbeobachtungen notirten Windrichtungen ver- 
theilten sich im Ganzen ziemlich gleichmäfsig auf die Kompafsrose, so dafs keine 
Richtung durch besonders grofse Häufigkeit hervortrat, mit Ausnahme der in 
Keitum beobachteten Nordwestwinde. ; 
Unter dem Einflußfs einer ganz Mitteleuropa bedeckenden, mit ihrem 
Centrum über der südlichen Nordsee liegenden Depression, herrschte zu Anfang 
des. Monats kühles und zu Niederschlägen geneigtes Wetter an der ganzen Küste 
bei westlichen bis südlichen, an der westdeutschen Küste mehrfach stürmischen 
Winden. Durch Steigen des Druckes über Südeuropa und Ausbildung eines 
nordwärts über das Ostseegebiet reichenden Ausläufers hohen Druckes mit 
gleichzeitiger Verlagerung des genannten Minimums nach der nördlichen Nordsee 
unter Abnahme an Tiefe bahnte sich schon am 2. eine Besserung des Wetters 
an; die Niederschläge liefen am 2. im Osten nach, und es trat bei den hier 
nach Osten drehenden Winden eine auch am 3. beobachtete Erwärmung ein. 
Nachdem dann noch am 3. eine Theildepression von der südlichen Nordsee durch 
Nordwestdeutschland und die südliche Östsee geschritten war, die für die ganze 
Küste Niederschläge im Gefolge und durch Herheiführung von Winden aus 
westlichen Richtungen eine bedeutende Temperaturabnahme vom 3. zum 4, im 
Osten bewirkt hatte, und nachdem eine andere Theildepression von Südengland 
nach Südschweden vorübergezogen war, machte sich am 4. die jetzt mit ihrem 
Centrum nordwestlich von Schottland lagernde Depression durch Niederschläge 
nur noch an den westlichen Küstentheilen geltend... .
	        
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