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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

Pettersson: Zur Methodik der‘ hydrographischen Forschung. - 
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Marinestation an einem geschützten Platz au der Westküste vorgelegt,‘ wo das 
Meer unmittelbar unter dem Felsengestade 50 m tief!) ist und man folglich die 
Aquarien mit Wasser aus jedem beliebigen Niveau füllen oder auch offene Aquarien 
durch Netze geschützt hinab in die passende Tiefe niedersenken könnte, 
wo sie von der kräftigen Unterströmung unserer Fjorde durchsetzt werden. Jeden- 
falls ist‘ es sicher, dalßs bei der Anlage von Marinestationen die hydrographischen 
Verhältnisse die größte Berücksichtigung verdienen, und dafs man bisher diese 
Rücksichten nicht genügend beachtet hat. Eine den Winden und Wellen 
exponirte Lage ist nicht mit einer im. hydrographischen Sinn marinen 
Lage zu verwechseln. Die für eine Station wirklich günstige Lage wird man 
fast niemals in den äufseren Scheeren vorfinden, welche submarinen Felsenplateaus 
angehören, sondern auf den steilen Felsenufern im Inneren der tiefen Fjorde. 
14. Bei der Erforschung der Meeresströmungen und der ozeanischen Cir- 
kulation spielen die sogenannten Flaschenposten eine keineswegs unwichtige Rolle, 
Was man damit ausrichten kann, zeigen die Erfahrungen, welche von der deut- 
schen Seewarte in Hamburg, von dem Fürsten von Monaco, von der dänischen 
Expedition unter C. Ryder und jüngst von dem Direktor der wissenschaftlichen 
Arbeiten der Fishery Boards, Mr. W. Fulton, veröffentlicht wurden. Auch bei 
der schwedischen hydrographischen Durchforschung des Skagerraks und der Ost- 
see wurde auf dieses Hülfsmittel zurückgegriffen, Es zeigte sich, dals man hier 
— wie fast immer — mit den einfachsten Methoden am besten fährt. Unsere 
Schwimmkörper sind wohl zugestopfte kleine Glasflaschen von 100 ccm Inhalt, 
welche mit Sand beschwert sind und eine gedruckte Postkarte enthalten.”) Eine 
wirklich einwurfsfreie Konstruktion von Schwimmkörpern, welche der Bewegung 
des Tiefenwassers folgen, scheint noch nicht erfunden zu sein. ; 
15. Ich habe anderswo?) nachgewiesen, dafs der Golfstrom im Nord- 
atlantischen Ozean und im Nordmeer in den verschiedenen Jahren bedeutenden 
thermischen Schwankungen unterliegt, und dafs diese Schwankungen Einflufs aus- 
üben auf das Winterklima des Theiles von Europa, welcher im Norden von den 
Pyrenäen, den Alpen und Karpathen, und im Westen von der Dwina und dem 
Dnieprflufßs liegt, ein Einfluß, der von der Ostsee gewissermafsen modifizirt wird, 
Eine systematisch ausgerührte hydrographische Erforschung des nordatlantischen 
Wassersystems, wobei die Lage, die Ausdehnung, die Tiefe und die Temperatur 
der Warmwasserarea im Ozean im Spätsommer (Ende August) und vor dem 
Einbruch des Wiuters (Ende November oder Anfang Dezember) in jedem Jahr 
yemessen werden sollten, scheint deshalb auch für die Meteorologie fruchtbringend 
werden zu können. 
Makassar-Strafse. Inseln und Riffe im südlichen Theile.‘ 
Vergleiche die Seekarte Straat Mangkasar, Blad II, Hydrographisches Bureau zu Batavia 1898, 
Milsweisung 2° Ost, Kompafsangaben mifsweisend. 
Die im südlichen Theile der Makassar-Strafse liegenden Inseln sind: Tonein 
oder Bankaüluang, Dewakang besar (früher irriger Weise Sablana benannt), Dewa- 
kang ketjil, oder Laars-Insel, Marasindeh, Doang Doangang besar oder Grofe- 
1) In Wasser von dieser "Tiefe trifft man alle Abstufungen hinsichtlich der Temperatur und 
des Salzgehaltes, welche auf-dem Nordseegebiet vorkommen, in den verschiedenen Niveaus, Im 
Sommer ist z. B. das Tiefenwasser + 4,5° C, während an der Oberfläche eine Temperatur von 
18° bis 20° C herrscht. Im Winter trifft man dagegen 1 bis 5 m unter der eisbedeckten Oberfläche 
Wasser von +38° oder +5° C und in 45 bis 50 m Tiefe ozeanisches Wasser von + 9° oder + 11° C 
im Dezember). Da unsere Fischer mehrmals‘ Millionen von Heringen 9 bis 11 Monate lang in 
engen Buchten durch Netze abgesperrt lebend aufbewahrten, ohne Zufuhr von anderer Nahrung als 
dem in dem Wasser vorhandenen Plankton, so ist anzunehmen, dafs man bei Berücksichtigung der 
hydrographischen und biologischen Verhältnisse Heringe, Hummern u. s, w. in solchen Aquarien 
zwischen zwei Laichperioden lebend erhalten und die Entwickelung, Fortpflanzung sowie die Krank- 
heiten der Austern studiren könnte. ; 
2) Von 115 solchen Flaschenposten, welche in der Skagerrak-Mündung ausgesetzt wurden, 
sind bisher 27 (= 231/2 %%0o) wiedergefunden worden. ‘, 
3) Ueber die Beziehungen zwischen hydrographischen und meteorologischen Phänomenen. 
„Meteorologische Zeitschrift.“ August 1896. 
4) Mededeelingen op zeevaartkundig ‘gebied over Nederlandsch Oost-Indie No. 18/10 vom 
10. April 1898.
	        
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