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Full text: 26, 1898

322 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1898, 
allerdings jetzt noch vereinzelt stehen und lückenhaft sind, zeigen wie nothwendig 
es ist, einen Ueberblick über die Verbreitung der Pflanzen und Thierformen des 
Planktions des Atlantischen Ozeans anzustreben durch wissenschaftliche Kooperation, 
Gegenwärtig hat die schwedische hydrographische Kommission!) eine Rekognos- 
ecirung zu diesem Zweck angeordnet durch Planktonaufnahmen an Bord mehrerer 
transatlantischer*) und Nordseedampfer, Robbenfänger u. s. w., und durch regel- 
mäfsiges Einsammeln von Plankton mittelst des Schleppnetzes auf den ozeanischen 
[nseln Bermuda, Azoren, Faerö, Shetland, Island (Westmannöern und Grimsey). 
Im Anschlufs an diesen Plan hat der Direktor der dänischen hydrographischen 
Untersuchungen, Kommandeur Wandel, tägliche Beobachtungen angeordnet 
auf den Dampfschiffen der Island — Grönland-Route. Zugleich werden von der 
norwegischen hydrographischen Kommission Beobachtungen an vielen Stationen 
der norwegischen Küste gemacht. Neulich ist der sehr werthvolle Beistand von 
Seiten der englischen Marinestation zu Plymouth, der französischen Station bei 
St. Vaast la Hougue und der holländischen zoologischen Station Helder zu- 
gesichert worden. Diese Beobachtungen umfassen das Plankton, die Temperatur 
und den Salzgehalt des Oberflächenwassers. Bei der Untersuchung des Tiefen- 
wassers des Skagerraks und der Ostsee haben wir es nöthig gefunden, horizontal 
wirkende Planktonnetze?) zu benutzen, weil das Plankton der verschiedenen über- 
einander gelagerten Wasserschichten einen verschiedenen Charakter besitzt und 
die intermediären Lagen sehr arm an Plankton sind. Das Plankton dieser 
Wasserschichten würde beim Vertikalfang von dem reichen Planktoninhalt des 
Oberflächenwassers verdeckt werden. 
in quantitativen Planktonbestimmungen,*) welche von deutschen Biologen 
unter Hensens Leitung in grofsartigem Mafsstab betrieben werden, habe ich 
keine vollständige Erfahrung. Dasselbe gilt leider auch von der für die Fischerei 
aufserordentlich bedeutungsvolle Erforschung und Bestimmung der im Meeres- 
wasser schwebenden sogenannten pelagischen Eier und Larven von Fischen, 
welche von den Zoologen der deutschen Kommission, der dänischen biologischen 
Station und der Fishery Boards of Scotland mit ausgezeichnetem Erfolg ausgeführt 
wurden. Um die Entwickelung dieser Eier, Larven und Fischbrut zu verfolgen, 
sind einzelne Beobachtungsfahrten nicht ausreichend, es wird dies eine Aufgabe 
‘für die marinewissenschaftlichen Stationen, wovon eine Anzahl rings um die 
Ufer der Nordsee und der Ostsee angelegt worden sind. Für die biologische 
und physiologische Arbeit, welche diesen wissenschaftlichen Anstalten obliegt, 
wäre es vielleicht nicht unzweckmäfsig, eine Arbeitsvertheilung innerhalb gewisser 
Grenzen einzuführen. Gewisse Probleme können nämlich entweder nicht oder 
nur mit dem gröfsten Aufwand in Arbeit genommen werden von denjenigen 
Stationen, welche an einem seichten Meeresufer belegen sind. Dorthin gehört 
aber die Mehrzahl der jetzt existirenden Stationen. Ein Jeder weils, wie schwer 
es ist, aus gröfseren Meerestiefen stammende Organismen in den Aquarien am 
Leben zu erhalten, weil man die nöthigen Bedingungen an Druck, Salzgehalt 
and Temperatur nicht einhalten kann. Ferner ist es eine allgemeine Erfahrung, 
dafs unsere gewöhnlichen Nutzfische, wie Makrele, Heringe u. A. nicht lange die 
Gefangenschaft in den geschlossenen Aquarien aushalten. Deshalb habe ich der 
Königlichen Akademie der Landwirthschaft in Stockholm einen Plan zu einer 
1) Mit Unterstützung der Stiftung Lars Hiertas Minne in Stockholm. 
2) Die wichtigsten transatlantischen Linien sind die fulgenden: Amterdam-— Westindien: 
Havre-— New York; Marseille-—Brasilien; Liverpvol— Quebec. Die Direktoren und Scehiffsführer dieser 
Dampfschiffslinien haben mit grofser Bereitwilligkeit die Ausführung dieser Beobachtungen erlaubt. 
Das Plankton wird in der von J. Murray angegebenen Weise durch Pumpen von Wasser durch 
cin feines Planktonnetz erhalten, 
3) Beschrieben in „A Review“, plate I. 
4) Von rein chemischem Gesichtspunkte möchte ich betreffend den neulich von J.G. Petersen 
gemachten Vorschlag, quantitative Planktonbestimmungen durch Wägung auszuführen, bemerken, 
dafs diese Bestimmung des Planktons in dem Wasser eines abgegrenzten Meeresgebietes für prak- 
isch ökonomische Zwecke mir als ein glücklicher Griff erscheint. Ich vermuthe aber, dafs man bei 
‚lieser Bestimmung „en bloe“ nicht stehen bleiben kann, weil die verschiedenen Komponenten des 
Planktons verschiedenen Näherungswerth besitzen. Das Diatomeenplankton scheint nämlich den 
höheren Thieren nicht direkt als Nahrung zu dienen, In dem Mageninhalt von mehreren Hunderten 
Heringen, welche untersucht wurden, fand ©, Aurivillins nur Copepoden und nicht Diatomeen, 
Ich würde rathen, besonders den Fettgehalt, die Kieselsäure (der Diatumeen). den albuminviden 
Stickstoff u. s. w. quantitatir zu bestimmen.
	        
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