Pettergson: Zur Methodik der hydrographischen Forschung. 517
Unsicherheit in den Chlor- und Salzbestimmungen nicht mehr als 0,02 oder 0,03 °/o0
beträgt. Ich bin der Ansicht, dafs im Allgemeinen die Bestimmungen des Salz-
gehaltes bei hydrographischen Untersuchungen auf 0,05 °%, übereinstimmen
sollten, und dafs Unsicherheiten von 0,1 °/,, und darüber gar nicht zu dulden
sind. Dafs wirklich eine solche Uebereinstimmung praktisch zu erreichen ist,
geht hervor aus den Zahlen der folgenden Tabelle. Bei der internationalen
Kooperation in 1893 bis 1894 wurden sechs Wasserproben von verschiedenen
Tiefen in der Faerö-Shetland-Rinne!) gleichzeitig in den Laboratorien von Stock-
holms Högskola und der Marine-Station!) in Granton untersucht.
No. 7
&
18
17
42
43
Salzgehalt:
‘Analyse von O. Pettersson) (Analyse von Mr. Anderson)
35,37 9/00 35,35 900
35,86 35,36
35,33 35,28
33,81 33:83
35,22 35,27
3508 . 35.10
Wenn man bedenkt einerseits, dafs der Salzgehalt das sicherste und
empfindlichste Merkmal liefert für die Beurtheilung der Herkunft .ozeanischer
Wassersorten, und andererseits, dafs in dem Nördlichen Atlantischen Ozean, wenn
man von den neritischen Regionen absielıt (unter den neritischen Regionen ver-
stehe ich die Randgebiete der Meere zwischen den kontinentalen Küsten und
dem Absturz der Küstenbanken in die ozeanischen Tiefen), die Unterschiede in
dem Salzgehalt zwischen so engen Grenzen wie 34 °0o und 35,6 °/oo liegen, so
wird man in dem Vorschlag, eine Genauigkeit von 0,05 °/oo in den Bestimmungen
anzustreben, keine unnöthig hoch gespannte Anforderung erblicken. Die von
Ekman, Cleve und mir?) eben veröffentlichte Untersuchung über den Zustand
des Nördlichen Eismeeres zeigt, dafs die letzten Verzweigungen des Golfstroms
dort als. Unterströme auftreten, welche sich durch kleine Temperaturunterschiede
und durch ebenfalls geringe aber analytisch sicher bestimmbare Unterschiede in
der Koncentration des Wassers von dem umgebenden arktischen Wasser ’aus-
zeichnen.
10. Mit ähnlicher Schärfe und Sicherheit kann man die Koncentration
auch messen durch Bestimmung des specifischen Gewichts mittelst Sprengels
Pyknometer unter Benutzung eines Thermostaten, aber nicht mittelst der bisher
gebräuchlichen Aräometer, Hydrometer u. s, w.. Es ist allerdings leicht (obwohl nicht
eben praktisch), die Empfindlichkeit solcher Instrumente für Unterschiede in dem
säure aufgelöst, die Lösung nahe zur Trockenheit abgedampft und darauf stark verdünnt mit destil-
Jlirtem Wasser, Dabei fällt Ag Cl, welches von der koncentrirten Nitratlösung gelöst wurde, aus
and wird abfiltrirt, Das Filtrat wird wieder zur Trockenheit eingedampft und in einer Porzellan-
schale geschmolzen. 360 g geschmolzenes Ag NO, werden in 10l/a ] Wasser gelöst und die Lösung
filtrirt. Die Lösung mufs vollkommen klar und nicht opalisirend sein. Analysproben von 0,2 bis
0,3 g reinstes Na Cl werden genau abgewogen, in etwa 10 bis 15 ccm Wasser gelöst und unter
Zusatz von einem Tropfen neutraler Ka, O0, CrO,-Lösung mittelst der Silberlösung titrit unter sorgfälti-
gem Umrühren. Man berechnet jetzt, wieviel die Lösung zu verdünnen ist, um 1/5 normal zu werden,
Die Verdünnung geschieht in der Weise, dafs man mittelst eines Literkolbens 9 Liter von der Silber-
lösung abmifst und in eine grofse, vollkommen trockene Glasflasche eingiefst. Danach füllt man in
len Literkolben aus einer Burette soviel Wasser, als der Berechnung entspricht, und füllt danach den
Kolben bis zur Marke mit Silberlösung und entleert ihn in die Flasche. Es ist absolut nothwendig,
zchliefslich die fertiggestellte Silberlösung zu prüfen durch Titriren einer sorgfältig aufbewahrten
Probe von Meerwasser, dessen Chlorgehalt früher durch Gewichts- oder Maisanalyse genau fest-
gestellt wurde. Zu den 'Fitrirungen milst man mittelst exakt geaichter Pipetten mit engen Röhren
10 ccm Meerwasser ab und titrirt ohne Zusatz von destillirtem Wasser. Die 'Citrirungen werden
nach längerem Stehen der Wasserproben in einem Zimmer von ca 15° C Temperatur ausgeführt.
Eine Hauptbedingung ist, dafs die Wasserproben und die 'Titrirflüssigkeit eine und dieselbe T’empe-
ratur haben. Falls diese Bedingung erfüllt ist, influirt die Zimmertemperatur weniger auf das
Resultat. Die Differenz beträgt zwischen 10° und 18° C, höchstens 0,04 0/00. Die Wasserproben
werden in Glasflaschen von 100 ccm, welche nur bis zum Hals zu füllen sind und mit neuen Kork-
stopfen von bester Qualität zugestopft werden, aufbewahrt. Der Halogengehalt eines Seewassers
ändert sich nicht im Geringsten auch bei jahrelangem Aufbewahren, Man braucht das Wasser nicht
zu filtriren, sofern die Probe nur zu Koncentrationsbestimmungen durch Titriren dienen soll. wohl
aber, falls CaO; SO, u. 8. w. darin bestimmt werden müssen,
; 1) Siehe: . „Report on Physical Investigations carried out on board H. M. S. Jockal 1898
bis 1894“ by H. N. Dickson. 12. Ann. Rep. of the .Fishery Board of Scotland Part. III, Tabelle IX.
2) Bihang K, V. A. Handl. Band 23, Afd. II. No. 4.