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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

316 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1898. 
Relation der verschiedenen gelösten Substanzen zueinander oder zu dem totalen 
4 . 3 „1, :0 SO, Alkalinität Alkalinität 
Salzgehalt (wie z. B. in dem Verhältnifs GL? Chlorgehalt oder Salzachalt u. 8. W.) 
ein brauchbares Kriterium zu finden,!) ist man gegenwärtig geneigt, dieses 
Kriterium einfach in der Koncentration zu sehen. Die Koncentration einer Salz- 
lösung läfst sich aber in verschiedener Weise, sowohl durch Bestimmung der physi- 
kalischen Konstanten des Wassers als durch chemische Analyse beurtheilen. Für die 
Bestimmung auf physikalischem Wege kann eine jede Eigenschaft der Lösungen 
zu Grunde gelegt werden, wie! specifisches Gewicht, Lichtbrechungsvermögen, 
elektrische Leitfähigkeit, Dampfspannung u. s. w. Durch chemische Analyse 
kann ınan sehr genau sowohl den gesammten Salzgehalt als die Quantität der 
im Wasser enthaltenen Halogene bestimmen, Bei der Wahl der Methoden 
ist das gröfste Gewicht darauf zu legen, diejenige auszufinden, 
welche auf einmal Arbeiten in grofsem Mafsstab erlaubt und zugleich 
die höchste mögliche Genauigkeit der Resultate erreichen läfst. 
Bei den schwedischen hydrographischen Untersuchungen wird immer in jeder 
Wasserprobe der Halogengehalt mafsanalytisch durch Titrirung mit !/s Normal- 
lösung von Silbernitrat bestimmt. Die Genauigkeit, welche mit dieser Methode 
zu erreichen ist, habe ich durch mehrere grofse Versuchsserien und durch ver- 
gleichende Prüfung unter der Mithülfe schottischer und dänischer Hydrographen 
endgültig festzustellen mich ‚bemüht. Der Ausfall der letzten Prüfung, woran 
der Chemiker der dänischen Ingolf-Expedition Herr M. Knudsen und die Assistenten 
des hiesigen Laboratoriums theilnahmen, mag hier Erwähnung finden. 
Es wurde der Halogengehalt eines Wassers von dem nördlichen Eismeer 
sowohl durch Gewichtsanalyse (Ausfüllung einer gewogenen Quantität des Meer- 
wassers mit Silbernitrat und Wägen des Chlorsilbers) als durch Titrirung mit 
einer Silbernitratlösung, woron 1 ccm — 0,0073032 g Cl, entsprach. ?) 
Gewichtsanalyse: 
I. 1000 g Wasser enthielten 19,528 g Cl, (G. Forsberg) 
IT. 1000 & % P 19,524 g C], (M, Knudsen). 
Mafsanalyse: 
III. Zu 10 ccm Wasser wurde verbraucht 27,41 ccm Silberlösung 
(M. Knudsen); in 1000 g 19,533 g Cl. 
IV, Zu 10 ccm Wasser wurde verbraucht 27,39 cem Silberlösung 
/A. Palmqvist); in 1000 g 19,519 g Cl,. 
Specifische_Gewichtsbestimmung: 
; , 35° " 
V. Spec, Gew. des Wassers bei 746 = 1,02636 | (A.Palmqvist). 
YIQ. 2 »n x» » » = 1,02634 
Der Salzgehalt des Wassers war also (Chlorfaktor = 1,810). 
Analyse 
{x 
IV 
Chlorgehalt 
19,528 0°09 
19,524 
19,533 
19,519 = 
Salzgehalt 
35,326 000 
35,018 
35,030 > 
235.309 
Es würde zu weit führen, den Ausfall der übrigen Versuche hier zu be- 
sprechen, welche ausgeführt wurden, um die wahrscheinlichen Fehlergrenzen bei 
einer längeren Serie von Chlorbestimmungen und um den Einflufs der Temperatur 
bei der Titrirung®) festzustellen. Es wurde gefunden, dafs die unvermeidliche 
1) Es ist ganz unzweifelhaft, dafs in dem Golfstroumwasser und dem arktischen Wasser 
ein verschiedenes Verhältnifs zwischen den chemischen Bestandtheilen der gelösten Salze obwaltet. 
Die Variationen sind aber so gering, dafs sie gröfstentheils innerhalb der analytischen Fehler- 
grenzen fallen. 
%) Mittel aus zwei Bestimmungen des Gehalts der Lösung. 
1. 0,32275 g Na Cl == 26,79 ccm Ag NO,-lösurg; jedes ccm = 0,0075028 g Cl... 
IL, 0,29640 g Na CI = 24,60 ccm Ag NO,-lösung; jedes ccm = 0,0073035 g Cl,. 
5) Ich empfehle, die Silberlösung folgendermafsen herzustellen. Gefälltes Chlorsilber wird 
ausgeWäschen und mittelst Zink und ein wenig Salzsäure (nicht Schwefelsäure) reducirt. Das Silber 
wird mit Wasser und Salzsäure gekocht und ausgewaschen. Danach wird cs in reiner Salpeter-
	        
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