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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

Haltermann: Ueber gelbe -Wasserblüthe des Meeres. 
In 34° S und 525° W. Tagebuch D. 3596; Dampfschiff „Cordoba“, 
Kapt. J. Kröger. Am 4. April 1898, Beobachteten sehr viel Blüthe auf dem 
Wasser. Wind NW 1, Wasserwärme 22,5° C. 
In 34° S und 53° W, Tagebuch D. 3010. Dampfschiff „Paraguassui“, 
Kapt. H, Böge. Am 1. April 1895. Bemerkten zeitweise gelben Belag auf 
dem Meere. Wind NW 3, Wasserwärme 21,5° C. 
In 35° S und 49,5 W. Tagebuch S. 4022, Schiff „Capella“, Kapt. 
W. Hoffmann. Am 13. Februar 1893, Es wurden einzelne Streifen von 
Wasserblüthe gesehen. Wind dabei W 4, Wasserwärme 22,5° €. 
In 34° S und 51,5° W. Tagebuch S. 4054. Schiff „Nixe“, Kapt. H. Fett- 
juch. Am 11. Februar 1893. Gelb gefärbte Meeresstreifen in Sicht. Wind zur 
Zeit NE 4, Wasserwärme 22° C. 
In den vorstehenden Fällen beschränkt sich das Antreffen von auffallend 
gefärbten Meeresstellen, die als Wasserblüthe angesehen werden können, auf den 
tropischen und subtropischen, westlichsten Theil des Südatlantischen Ozeans. 
Während desselben Zeitraumes, in dem diese gesehen, wurden auch noch einige 
wenige Beobachtungen ähnlich gefärbter Wasserflächen in anderen Meerestheilen 
als dem erwähnten von Mitarbeitern der Seewarte angetroffen, und werden davon, 
der Vollständigkeit wegen, einige, von denen es aber zum Theil recht zweifel- 
haft erscheint, ob sie durch Wasserblüthe verursacht wurden, mitgetheilt.. 
Besonders bemerkenswerth ist von diesen, als sehr wahrscheinlich selten vor- 
kommend, das von den beiden Schiffen „Werra“ und „C. Paulsen“ Beobachtete. 
In 31° 8S und 10,5° 0. Im südöstlichen Theile des Südatlantischen: 
Ozeans. Tagebuch S. 4920. Schiff „Senator Versmann“, Kapt. C. Friedrichsen, 
Am 7. Dezember 1897, Es wurden gelb aussehende Meeresstreifen beobachtet. 
Der Wind war zur Zeit SW 3, die Wasserwärme betrug 18,5° €. 
In 28° S und 46° 0. Im südwestlichen Theile des Indischen Ozeans. 
Tagebuch S. 3381. Schiff „Gustav & Oscar“, Kapt. M. Seemann. Am 
2. Januar 1890. Es wurden gelb gefärbte Wasserstreifen angetroffen, die mehrere 
Meilen lang und so breit wie das Schiff lang waren. Der Wind war zur Zeit 
NW 2 und das Wasser war 25° C. warm. 
In 2° S und 82° W. Im östlichen Theile des Stillen Ozeans. Tagebuch 
S. 3713. Schiff „Louise“, Kapt. J. Ch. Christians. Am 29. Juli 1891. Es 
wurden grofse gelbe Meeresstreifen beobachtet. Die färbende Masse bestand aus 
zahllosen kleinen Körperchen, die als Fischlaich angesehen wurden, Der damals 
wehende Wind war SSW 4, die Wasserwärme 22° CC. 
In 26,5° S und 53° O0. Im südwestlichen Theile des Indischen Ozeans. 
Tagebuch S. 4728, Schiff „Werra“, Kapt. J. Horstmann. Am 3. Dezember 
1896. Etwa 300 Sm östlich von der Südspitze Madagaskars wurde vom Schiffe 
„Werra“ aus beobachtet, dafs die Wasserfläche mit einer grauen Staubmasse 
bedeckt war. Die gleiche Erscheinung zeigte sich auch am nächsten Tage in 
27° S und 51° O0, wo ein etwa 3 m breiter Meeresstreifen durchsegelt wurde, 
der hellgrün aussah und worin das 24° C warme Wasser anscheinend mit 
Schmutz vermischt war. Als „Werra“ sich am 9. Dezember bei 28,5° S und 
44° O befand, wurden nochmals wieder Meerestheile angetroffen, die von einer 
gelbgrauen Masse bedeckt waren. Die Wasserwärme betrug hier 23,5° C, 
In 26,5° S und 53° 0. Tagebuch S. 4813. Schiff „C. Paulsen“, Kapt. 
G. Schnieders. Am 8. Dezember 1896, also wenige Tage später als die vor- 
erwähnte „Werra“ es am selben Orte that, wurden vom „C. Paulsen“ lang aus- 
gedehnte Streifen des Meeres erblickt, die gelb aussahen. Die Ursache davon 
schien Fischlaich zu sein. Die unter dem Mikroskop betrachteten, länglich ge- 
formten Körperchen verursachten, wenn sie zwischen den Fingern gerieben 
wurden, ‚einen thranigen Geruch und zeigten Leben. Die gleiche Erscheinung 
grofser, gelbgefärbter Wasserflächen war wieder am 10. Dezember bei 26,5° S 
und 52° OÖ sichtbar und noch einmal wieder am 15. Dezember bei 28,5° S in 
46° 0. In diesem letzteren Falle waren es ganz unermefslich grofse Wasser- 
flächen, die mit dem vorerwähnten Stoffe bedeckt waren. Kr theilte selbst der 
Luft, beim Durchsegeln der Streifen, einen Geruch nach Thran mit. Die Wasser- 
wärme war am 8. Dezember 24° C. und am 15. Dezember 25° €. 
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