accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

Haltermann: Ueber gelbe Wasserblüthe des Meeres. 
ursacht werden durch verwandte Thiere von Clio borealis und Limacina arctica, 
der Walspeise arktischer Meere, werden dagegen ganz vorwiegend in südlicheren 
Breiten dieses Ozeans, wohin der vom Kap Horn kommende Strom kälteres 
Wasser bringt, angetroffen. Dabei ist jedoch bemerkenswerth, dafs von dem dem 
Kap Horn benachbarten Meere Angaben über das Antreffen rother Meeresstellen 
in den Tagebüchern der Seewarte nicht vorhanden sind. Die gelben Stellen, 
deren färbende Masse ganz nahe an der Meeresoberfläche treibt und die sich 
daher meistens in Streifen, wie das Sargassum, in der Richtung des zur Zeit 
wehenden Windes erstrecken, bezeichnen die Kapitäne häufig als von Blüthen- 
staub oder Wasserblüthe herrührend; während die Ursache der rothen Flächen 
als von kleinen Thieren, wie Garneelen, Krebsen, Flohkrebsen oder dergleichen 
verursacht, vielfach erkannt wurde. Infolge dieses Reichthums an Thieren der 
See sind Wale und grofse Schaaren von Vögeln häufig. die Begleiter der roth- 
gefärbten Meeresstellen, wohingegen dies bei den gelben Stellen sehr selten der 
Fall‘ zu sein‘ scheint. . Im Nachfolgenden werden, nach der Breite des Ortes ihres 
Antreffens geordnet, die Fälle von gelb oder röthlich aussehenden Wasserflächen, 
welche sich in den Tagebüchern der Seewarte seit 1888 finden und .yon ‘denen 
mit Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist, dafs sie von Wasserblüthe verursacht 
wurden, wiedergegeben und besprochen.‘ ‘ 
Fälle von Wasserblüthe, über die in den Tagebüchern der Seewarte von 1888 
bis. Juni 1898 berichtet worden ist. 
In 7° S und 34° W, Tagebuch S. 3388. Schiff „Victoria“, Kapt. 
A; Frantz. Am 30. November 1889. Gelbbraun gefärbte Meeresstreifen, Wind 
E 4, Wasserwärme 27° C. Die Färbung des Wassers wurde verursacht durch 
an der Oberfläche schwimmende, etwa 0,3 mm lange, stabkörmige Körperchen 
(Pflanzen.) . ; 
‚In 10° S und 34° W.. Tagebuch S. 3356. Schiff „Rohilla“, Kapt. 
P. Breckwoldt. Am 13, November 1889. Gelbröthlich gefärbte Wasserstreifen. 
Wind E 4. a 
In 10° S und 34° W; Tagebuch S. 4022. Schiff „Capella“,“ Kapt., 
W., Hoffmann. Am 29. Januar 1893. Grofse Massen gelber in Streifen ver- 
theilter Wasserblüthe. Wind ESE 4 und Wasserwärme 27° C, 
In 10° S und 35° W, Tagebuch S. 4054. Schiff „Nixe“, Kapt. H. Fett- 
juch. Am 28. Januar 1893. Sahen von einer gelben Masse gefärbte Wasser- 
streifen, die sich in der Windrichtung erstreckten. Wind SE 3, Wasserwärme 
27° €. ; . 
In 10,5° S und 35° W. Tagebuch S. 4398. Schiff „Nixe“, Kapt. H. Fett- 
juch.‘ Am 14. Januar 1895, Beobachteten Meeresstreifen, die eine gelbe Farbe 
hatten. Wind SE 2 bis 3, Wasserwärme 27° C., a I . 
In 12° S und 36° W, Tagebuch S. 4054. Schiff „Nixe“, Kapt. H. Fett- 
juch. Am 29. Januar 1893. Gelb gefärbte Wasserstreifen. Wind SE 2, Wasser- 
wärme 27° C. . ; a ee 
In 12°S und 37° W. Tagebuch D. 2396. Dampfschiff „Petropolis“, 
Kapt. P. Ohlerich. Am 17. Dezember 1893. Sahen gelbe Meeresstreifen. 
Dr, ph. Bohle, welcher sich an Bord des Dampfers befand,“ untersuchte die 
färbende Masse und erklärte sie für Algen. Wind zur Zeit E 4, Wasserwärme 
26° ©. 
In 12°S und 37° W. Tagebuch D. 2607. Dampfschiff „Porto Alegre“, 
Kapt.. A. Barrelet. Am 27. September 1894. Eine etwa 12 Sm im Durch- 
messer haltende, schmutzig gelbe Meeresfläche wurde angetroffen. Wind SE 4, 
Wasserwärme 25,5° C. . . 
In 13° S und 35° W. Tagebuch. S. 4523. Schiff „Heinrich“, Kapt. 
C. L. Henne. Am 10, März 1895. Segelten durch gelbes Wasser. Wind ESE 3, 
Wasserwärme 28,5° C. . . 
In 13° S und 365° W. Tagebuch D. 3012. Dampfschiff „Campinas“, 
Kapt.. A. v. Ehren. Am 25. März 1895. Sahen gelbe Meeresstellen. Wind 
ESE 4, Wasserwärme 27,5° C. . a 
In 13°S und 38° W. Tagebuch D. 2631. Dampfschiff „Petropolis“, 
Kapt. P. Ohlerich. Am 2. November 1894. In geringer Entfernung von Bahia 
wurden gelb gefärbte Meeresstellen gesehen, Wind ESE 5, Wasserwärme 25° C. 
303
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.