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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1898. 
Aufser den schon aufgeführten Schiffen lagen mit uns in Hiogo noch die 
beiden englischen Schiffe „Wilscott“ und „Puritan“. Diese beiden Schiffe hatten 
ebenfalls eine Ladung Petroleum von Philadelphia nach hier gebracht und die 
Route um Australien genommen. Sie hatten ihre Reisen am 8., bezw. 28. Juli 
1897 angetreten und dieselben in 174, bezw. 145 Tagen beendet. 
Alle diese Schiffe hatten also längere Reisen als wir. 
Das Viermastschiff „Semartha“, welches «von uns auf 18,5° S-Br und 
35,3° W-Lg angesprochen wurde, ist am 27. Januar in Nagasaki angekommen; 
17 Tage nachdem wir Hiogo erreicht hatten. Der Kapitän desselben hatte in 
Philadelphia mir gegenüber seine Absicht, daß er um Australien gehen werde, 
ausgesprochen, 
Gleichzeitig mit uns ging der amerikanische Viermaster „Mary Flint“ von 
Philadelphia in See, ebenfalls nach Hiogo bestimmt. Wie ich hier erfahren 
habe, hat derselbe im Nordatlantischen Ozean seine Masten verloren. Dieses ist 
höchst wahrscheinlich am 4. September 1897 in dem auch von uns durchgemachten 
Sturm geschehen. Kurz vor dem Beginn des Sturmes am Morgen des letzt- 
genannten Tages sahen wir einen Viermaster voraus, doch war derselbe so weit 
entfernt, dafs er bei der dicken Luft nicht näher auszumachen war. Nachdem 
der Sturm aufgehört hatte, war von dem Viermaster nichts mehr zu sehen. 
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Ueber gelbe Wasserblüthe des Meeres. (Trichodesmium.) 
Von H. HALTERMANN, Assistent der Seewarte, 
Das Vorkommen und die nähere Erforschung des Planktons hat seit einigen 
Jahren die Aufmerksamkeit vieler Gelehrten erregt. Vom Verdeck eines Schiffes 
dem Auge meist nicht erkennbar, entging es aus natürlichen Gründen zum 
gröfsten Theil der Beobachtung des Seemannes, und erst nachdem Gelehrte mit 
dem Mikroskop die kleinsten Lebewesen des Meeres zu untersuchen begonnen 
haben, erkannte man die Häufigkeit und Wichtigkeit des Planktons. Dennoch 
haben aber deutsche Kapitäne, wie der verstorbene Bremer Kapt. H, Rabbe, 
welcher für Professor Haeckel, und der oldenburger Kapt. J. Hendorf, welcher 
für den in Vegesack lebenden, sich besonders der Erforschung kleinster Crustaceen 
widmenden Privatgelehrten Poppe auf ihren weiten Reisen mit großem Fleißse 
und reichem Erfolge, vermittelst aus feiner Müllergaze hergestellter Netze 
sammelten, lange bevor der Name Plankton bekannt war, sich um die Erforschung 
der niederen Thierwelt des Ozeans sehr verdient gemacht. Auch die Hamburger 
Kapts. H. Witt und C, Ringe sind für Hamburger Museen erfolgreich thätig ge- 
wesen. Diese höchst anerkennungswerthen Bemühungen stehen jedoch immerhin 
vereinzelt da und scheinen nicht so, wie sie es verdienen, allgemein bekannt 
geworden zu sein. Gebilde der See, die durch auffallende Färbung oder massen- 
haftes Auftreten sich dem Auge leicht bemerkbar machen, haben jedoch die Auf- 
merksamkeit vieler sich sonst mit dem Fang und der Aufbewahrung niederer 
Seethiere nicht beschäftigender Seelente schon immer in solchem Male erregt, 
dafs sie darüber oft in ihren Tagebüchern berichteten. Betrachtet man diese 
Angaben näher, so zeigt es sich, dafs sie aus allen Meeren, die von deutschen 
mit der Seewarte in Verbindung stehenden Schiffen befahren werden, stammen, 
dafs aber die Häufigkeit des Antreffens für die verschiedenen Meere eine außer- 
ordentlich verschiedene ist, und dafs die durch ihre Färbung von der blauen 
Farbe des offenen Ozeans abweichenden Stellen hauptsächlich in zwei Arten, in 
rothe und gelbe, getheilt werden können. Die Angaben über Theile des Meeres, 
die mehr oder minder röthlich erscheinen, sind am häufigsten, seltener sind die 
gelblich aussehenden. Beide Arten kommen am zahlreichsten im Südatlantischen 
Ozean vor, doch sind die Fundorte dort ziemlich getrennt von einander. Die 
gelben Meeresstellen, mit denen die folgende kleine Arbeit sich besonders be- 
schäftigt, finden sich vorwiegend im tropischen und subtropischen westlichen 
Theile in geringer Entfernung von der Küste, im warmen Meerwasser, wo sie, 
allgemein gesprochen, indessen auch nicht häufig, sondern nur so im Verhältniß 
zu anderen Meeren beobachtet werden. Die rothen, welche wahrscheinlich ver-
	        
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