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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

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Ueber die Darstellung der Ergebnisse erdmagnetischer Beob- 
achtungen im Anschlufs an die Theorie. 
Von Gymnasialoberlehrer Dr. AD. SCHMIDT in Gotha, 
Die Theorie des Erdmagnetismus hat neben ihrer rein wissenschaftlichen 
Bedeutung auch einen nicht geringen praktischen Werth. Sie kann allein eine 
sichere Grundlage für die Vorausberechnung der magnetischen Elemente, vor 
Allem der Mifsweisung, auf mehrere Jahre hinaus schaffen — eine Aufgabe, die 
für den gröfsten Theil der Erdoberfläche noch immer nur in verhältnilsmäfsig 
unsicherer Weise zu lösen ist. Es dürfte daher gerade an dieser Stelle, die vor 
Allem dem Interesse der Praxis zu dienen hat, angezeigt sein, zu erörtern, Was 
in Zukunft zu geschehen hat, wenn die Theorie genügend gefördert werden soll, 
um eine wenigstens für praktische Zwecke hinreichende Lösung jener Aufgabe 
geben zu können. 
Was wir von der Vertheilung der erdmagnetischen Kraft über die Erd- 
oberfläche wissen, finden wir in bequemster Form in den theils von einzelnen 
Forschern, theils von den verschiedenen hydrographischen Aemtern heraus- 
gegebenen Karten der magnetischen Elemente niedergelegt. Würden diese Ele- 
mente an einer grofsen Zahl von. Punkten, die ziemlich gleichmäfsig über die 
ganze Erdoberfläche vertheilt sind, häufig, vielleicht sogar alljährlich bestimmt, 
so wäre es ein Leichtes, jene Karten zuverlässig herzustellen und ihre Darstellung 
von Jahr zu Jahr dem Wechsel der Elemente anzupassen. Man könnte dann 
ihre Aenderung, die sogenannte Säkularvariation, an jedem Punkte so sicher 
bestimmen, dafs sich die Werthe der einzelnen Elemente auf mehrere Jahre im 
Voraus berechnen ließen. So günstig liegt nun die Sache nicht, und sie wird 
sich auch in Zukunft schwerlich jemals so günstig gestalten, weil dazu ein über- 
mäfiger Arbeitsaufwand gehören würde. Die Zahl der Punkte, an denen sehr 
häufige Beobachtungen angestellt werden, wird zwar hoffentlich noch beträchtlich 
wachsen, aber doch immer verhältnifsmäfsig gering bleiben. Die weiten Flächen 
zwischen ihnen, besonders auf dem Meere, werden immer nur. im Verlauf längerer
	        
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