300 Annalen der‘ Hydrographie and Maritimen Meteorologie, August 1898.
auf, und gleich nachher ‘brach: ein schwerer, wenn auch nur kurzer Sturm aus
dieser Richtung los, bei dem wir mehrere Segel verloren.
Am 14, September erhielten wir auf 27,8° N-Br und 29,0° W-Lg den Nord-
ostpassat, der bis zum 22. September in 9° N-Br und 26,5° W-Lg anhielt, und
äm 30. September setzte auf 2,1° N-Br und 25,3° W-Lg der Südostpassat ein.
Am 1. Oktober, 40 Tage nach dem Passiren von Kap Henlopen, passirten
wir den Aequator. An demselben Tage sprachen einen amerikanischen Drei-
mastschoner, der 42 Tage von New York in See war. ;
Auf der Weiterfahrt wurde 0° Länge am 24. Oktober in 40,9° S-Br,
40° O-Lg am 2. November in 42,1° S-Br, 80° 0-Lg am 14. November in 45° S-Br,
100° O-Lg am 18. November in 38° S-Br, 30° S-Br. in 107,3° O-Lg am 21, No-
vember und 20° S-Br in 112,5° O-Lg am 26. November geschnitten.
_ Der Südostpassat im Indischen Ozean war anfangs frisch (Stärke 6) aus
rw. SO, in 22° S-Br holte er auf SSO, bis zur Stärke 4 abnehmend, und auf
17,7° S-Br in 114,7° O-Lg erreichte er am 27. November sein Ende. Von diesem
Orte bis nach 14,0° S-Br und 118,7° O-Lg mulfste die Reise bis zum 2. Dezember
bei flauen häufig von Windstillen unterbrochenen Winden aus allen Richtungen,
bei denen häufig kein Steuer im Schiffe war, zurückgelegt werden. Die Luft
war immer klar, und selten ein Wölkcehen am Himmel zu sehen. In den Nach-
mittagsstunden stellten sich gewöhnlich schwere Gewitter ein, die aus einer
Richtung zwischen NO und NW aufkamen und von kurzer Dauer waren. Am
Morgen des 6. Dezember passirten wir im Norden der Insel Dana. Zwischen
Timor und Flores sowie auch später im südlichen Theil der Ombay - Passage
wehten leichte Winde aus dem westlichen Viertel (NW bis SW), begleitet von
Gewitterböen. Wir hielten uns an der Nordseite, etwa 12 Sm vom Lande ent-
fernt, woselbst ein östlicher Strom von 12 bis 18 Sm in 24 Stunden vorhanden
war, ‚Am 7, Dezember passirten wir ein Vollschiff, welches ungefähr recht in
der Mitte zwischen uns und dem Lande im Norden, also etwa 6 Sm von uns, in
Windstille trieb und nicht zu steuern war, während wir demselben, bei einer
leichten südwestlichen Briese, rasch vorbei liefen. Am Abend des 9. Dezember
befanden wir uns etwa 4 Sm im Osten von Leisumbu-Point, der Südostspitze von
Ombay. Es war um diese Zeit flau und still, aber um 12 Uhr nachts setzte eine
frische nordwestliche Briese ein. Die Banda-See durchsegelten wir bei steifem,
beständigen nordwestlichen Winde und mäßig bewölktem Himmel. Das Schiff
lief manchmal 12 Knoten, und die rund 280 Sm betragende Entfernung bis zur
Manipa-Strafse konnte in 28 Stunden zurückgelegt werden. Während dieser Zeit
wurde eine Stromversetzung von 25 Sm nach ONO wahrgenommen. Im Eingang
der Manipa-Straße holte der Wind nördlich und wurde flau. Das Wetter war
dick von Regen, und es traten aufserdem Gewitterschauer auf. Um 8 Uhr abends
am 11. Dezember lief der Wind in einer Gewitterböe mit wolkenbruchartigem
Regen westlich, so dafs wir die Strafse durchfliegen konnten. Es regnete die
ganze Nacht hindurch heftig, bei unaufhörlichen Blitzen und Donner. Das Land
war nur während der grellen Blitze zu sehen. Um 4 Uhr morgens den 12. De-
zember passirten wir Point Pela an der Küste von Buru in einem Abstande
von ungefähr 3 Sm. Mit Sonnenaufgang klarte das Wetter auf, und gleich darauf
irat eine Windstille ein, bei der wir die nächsten 24 Stunden in der Nähe der
Insel Kielang trieben. Am Morgen des 13. Dezember setzte mit einer Gewitter-
vöe endlich eine leichte Briese aus NW ein, die bald auffrischte. Den ganzen
Tag hindurch war das Wetter bei einer frischen Briese dick von Regen. Erst
am 5 Uhr abends klarte das Wetter auf, und der Wind flaute ab. Gleichzeitig
wurde die Insel Ombira gesichtet und festgestellt, dafs wir einen östlichen Strom
von 1 bis 1'/2 Knoten‘ gehabt hatten. Um 12 Uhr nachts den 13. Dezember
wurde Pisang -Eiland in einer Entfernung von ungefähr 2 Sm passirt. Von
2 Uhr morgens den 14. bis 2 Uhr morgens den 15. Dezember trieben wir 5 Sm
nördlich der Insel Pisang in Windstille. Alsdann kam ein von Regen begleiteter
Sauer Zug aus SW durch, der bald auf NW holte und auffrischte. Den 15. De-
zember 12 Uhr mittags passirten wir das Ostende der Insel Geby in der Djilolo-
Passage in einem Abstande von 3 Sm, und von hier an wurde eine hohe nörd-
liche Dünung beobachtet. Am Nachmittag lief der flaue Zug von WNW durch
N nach ONO und war von Regenschauern begleitet. Um 11 Uhr abends peilte
während einer Windstille Quoy - Eiland in einem Abstande von 5 Sm Ost. Am