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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

296 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1898. 
S. Simon). Die Lootsen sind patentirt. Sie haben offene Ruderboote mit 
Segeleinrichtung, welche auf jeder Seite am Bug ein P führen. Aufserdem ist 
ein Lootsendampfer mit zwei Masten vorhanden, welcher am Schornstein ein P 
hat, Dampfer wie Boote führen am Tage eine blaue Flagge mit weißem P in 
der Mitte, nachts zeigen sie weiße Flackerfeuer. Für die Nordpassage ist ein 
Boot bei Kap del Homhbre stationirt, für die Südpassage bei Kap Estaya; der 
Lootsendampfer kreuzt hinter den Cies-Inseln zwischen beiden vorgenannten Kaps. 
Nach der „Instruction“ ist auf der Nordwestspitze der südlichsten Cies - Insel, 
San Martin, der Spitze Galera, eine Lootsenstation mit Flaggenmast, an welchem 
die Lootsen ihre Flagge heißen. Die Lootsen bringen einlaufende Schiffe bis 
zum Ankerplatz, auslaufende bis zum Kap de Mar; der Lootse mufßs aber auf 
Verlangen auch noch weiter an Bord bleiben. 
Das Lootsengeld stellt sich für „Säo Paulo“ — 3065 t netto, 5,8 m Tief- 
gang — auf etwa 120 Pesetas für Ein- und Auslaufen, Bei klarem schönen 
Wetter braucht man keinen Lootsen, da Landmarken und Seezeichen gut und 
weit zu sehen sind, jedoch wird jeder Schiffsführer, der zum ersten Male mit 
einem gröfseren Schiffe den Hafen anläuft, gut thun, einen Lootsen zu nehmen. 
Gesundheitspolizei., Es wird ständig ein Gesundheitspafs verlangt, und 
der Verkehr mit dem Lande darf nicht vor Erledigung des ärztlichen Besuches 
eröffnet werden. 
Zollamtliche Behandlung. Es werden verlangt: zwei Ladungsmanifeste, 
eins für Transitladung, das andere für am Ort zu löschende Ladung, beide vom 
spanischen Konsul beglaubigt, aufserdem zwei genaue Proviant- und eine 
Passagierliste. 
Landmarken. Die Landmarken sind, wie in der Segelanweisung angegeben, 
sehr gut gewählt, da dieselben leicht auszumachen sind und in die Augen fallen. 
Kapt. A. Siepermann bemerkt: „HKntgegen der Bemerkung in der englischen 
Segelanweisung (s. Seite 330 a. a. O.), dafs die Kapelle auf dem Berg Guia 
schlecht auszumachen ist, kann ich feststellen (in Uebereinstimmung mit der 
französischen »Instruction«, Seite 219. D. R.), dafs mir das kleine weilse Gebäude 
auf dem Berg gleich in die Augen fiel, trotzdem ich zum ersten Male den Hafen 
anlief.“ 
Der Berg Faro de Domayo ist eine gute auffällige Marke; die Spitze 
hebt sich aus einem hohen Bergrücken scharf hervor. 
Anweisung für Dampfer. Für die Nordeinfahrt ergeben sich die Kurse 
aus der Brit. Adm.-Karte No. 2548 „Vigo and Pontevedra Bays“ — 'Tit. VI, 74 —. 
Am Tage passirt man die Spitze Subrida in 3 bis 4 Kblg. Abstand in NzO 
und ändert dann Kurs auf S 62° O auf die Spitze Molino. Diesem Kurs folgt 
man bis in die Mitte der Bai, wo man die Kirche auf dem Berge Guia in N 87°0 
peilt und dann in diesem Kurse bis querab von Vigo läuft. Nachts folgt man 
dem Ansteuerungskurse S 34° O0, bis man Cies- Feuer in S 18° W peilt. Man 
sieht dann die Einfahrt frei vor sich und hält sich in ihrer Mitte, bis Guia-Feuer 
in S83° O0 und Silleiro - Feuer in S 21° W peilt. Nun bringe man mit Kurs 
S67°0O Guia- Feuer in N 85° O0 und läuft in diesem Kurs auf den Ankerplatz, 
Für die Südeinfahrt sind die Kurse in der vorgenannten Karte zu be- 
nutzen. Nachts folgt man dem Einsteuerungskurse N 73° O, bis man das Feuer 
von Cies in N 27° W peilt, ändert dann Kurs auf N 63° O0, bis man Guia-Fener 
in N 85° O0 peilt, in welehem Kurse man dann den Ankerplatz aufsucht. 
Mit einem tiefgehenden Schiffe halte man sich in der Südeinfahrt lieber 
etwas südlich von dem KEinsteuerungskurse wegen der Untiefe Los Castros de 
Agoeiro, die nur 5,5 m (3 Faden) Wasser hat, wogegen die Gefahren an der 
Südseite zum gröfsten Theile über Wasser liegende Felsen und an der hohen 
Brandung leicht kenntlich sind. 
Ausgehend steuere man direkt auf die Durchfahrt zwischen den Inseln 
Faro und San Martin, so dafs die Oeffnung eben über dem St. B.- Bug gesehen 
wird. Peilt der Berg Faro de Domayo N0z0!/40, so ändere man seinen Kurs 
für die Nord- oder Südeinfahrt. 
Das An- und Einlaufen in die Bucht ist sehr leicht, da überall genügend 
Raum vorhanden ist. 
Der Ankerplatz (Seite 327) vor Vigo ist gut und geschützt mit Mudgrund 
auf 18 bis 27 m (10 bis 15 Faden) Wasser.
	        
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