Aus den Fragebogen der Deutschen Seewarte, betreffend Häfen. 75
Aus den Fragebogen der Deutschen Seewarte, betreffend Häfen,
Vigo.
„Sailing Directions West Coasts of France, Spain and Portugal“, 1891 — B. VI, 5 —.
Hamburg— Südamerik. Dampfschiff,-G-=. ”,
„Säo Paulo“, Kapt. A. Siepermann, 26, XII 1897.
‚ „Pernambuco“, „ ”", Böge. 26. III. 1898,
„Belgrano“, » . Schreiner. 22. IV.1898.
„Asuncion“, » . Bruhns. 7. II. 1898.
„Rosario“, ® ‚ Göttsche, 26. 1.1898.
„San Nicolas“, » -. Langerhansz. Mai 1898.
„Wittekind“, „ W, Franke. 19. 1.1898,
‚Tnstructions Nautiques sur les cötes nord et ouest d’Espagne et de Portugal“. 1896,
Peilungen und Kurse mifsweisend. Mifsweisung 18° West.!)
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Norddeutscher Lloyd,
Ansteuerung, Von Norden kommend, führt nach Passiren von Kap
Finisterre eben innerhalb der 100 Faden- (183 m-) Linie in etwa 9 Sm Abstand
ein Kurs S 7° O auf den Berg Tecla am Nordufer der Minho-Mündung in ge-
nügendem Abstande von der Küste in den Feuerkreis der Ons-Insel und des
Feuers auf der Insel Faro (Cies-Inseln). Sobald die kleine runde, bei klarem
Wetter auf 12 Sm Abstand deutlich auszumachende Insel Onza südlich von Ons
in Sicht ist, ändere man den Kurs so, dafs man dieselbe in 2 bis 3 Sm Abstand
passirt, und kann dann in die nördliche Einfahrt der Bucht einlaufen. Die
Untiefe Biduido hat man passirt, wenn man Faro und Onza in einer Linie,
etwa NzO — SzW, peilt. Dieses Riff ist übrigens deutlich an der hohen Brandung
zu erkennen, welche bei der vorherrschenden westlichen Dünung darauf steht.
Die Cies - Inseln sind bei einigermafsen sichtigem Wetter leicht auszumachen;
sie erstrecken sich etwa von Nord nach Süd und sind durch schmale, sehr steile
Einschnitte voneinander getrennt; die mittlere trägt auf ihrer höchsten Südwest-
spitze einen weißen runden Leuchtthurm.
Bei diesigem Wetter bleibt man in dem oben angegebenen Kurs, bis man
Kap Silleiro in Sicht hat; peilt man dies in S 73° O und Faro in N 45° 0, so
kann man in die Südeinfahrt einlaufen.
Beim Ansteuern von Süd ist ebenfalls Kurs in den Feuerkreis von Faro
(Cies-Inseln) zu setzen. Den Berg Tecla und die Minho-Mündung sieht man von
der Küste zuerst, dann Kap Silleiro.
Die Gipfel der Berge sind häufig in Wolken oder Nebel gehüllt, so dafs
man die niedrig gelegenen Marken früher sieht,
Kapt. H. Böge bemerkt: ‚
Bei schwerem Südweststurm, wenn die Luft meist dick von Regen ist, ist
es keine leichte Aufgabe, die Vigo-Bucht aufzusuchen. An der Küste und auf
den Bergen bis tief herunter lagern die dicken Regenwolken, so dafs es schwierig,
ja unmöglich ist, die Landmarken zu unterscheiden, denn die Küste, die überall
von Klippen und Untiefen umgeben ist, erlaubt nicht, dafs man sich derselben
ungefährdet bis auf kleine Entfernung nähert. Unter solchen Umständen wird
man auch nicht darauf rechnen dürfen, einen Lootsen zu bekommen, Da man
andererseits nicht darauf rechnen kann, ein sicheres Besteck zu haben, wenn man
vorher kein Land gesehen hat, infolge der grofsen Versetzung durch Strom und
See, der man bei solchem Wetter stets ausgesetzt ist, so thut man gut, die hohe
See zu halten, bis bessere Verhältnisse eingetreten sind.
Während der Wintermonate kommt häufig der Fall vor, dafs Postdampfer,
die nach Vigo bestimmt sind, diesen Hafen passiren und ihren anderen Be-
stimmungsort, Lissabon, zu erreichen suchen.
Lootsenwesen (Seite 329). Lootsenzwang besteht nicht, ausgenommen
vom Ankerplatz von Vigo nach der Quarantäneanstalt (Inseln S. Antonio und
1) Die Brit. Adm.-Karte No. 2548 „Vigo and Pontevedra Bays“ — Tit. VI, 74 — giebt
die Mifsweisung für 1900 mit 17° 45’ West, die Brit. Adm.-Karte No. 84 -— "Tit. VI, 69 — „West
Coast of Spain and Portugal“ für 1887 20° West, was beim Gebrauch zu beachten ist, D. R.