294 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Angust 1898.
weithin sichtbare Kirche. Weiter folgt als gröfserer Häuserkomplex die Station
der Neu-Guinea-Kompagnie Herbertshöh, von welcher sich die Häuser des
Richters und des’ Stationsvorstehers auf halber bezw. ganzer Berghöhe besonders
markiren. Unmittelbar an Herbertshöh schliefsen sich die Lagerhäuser der
Firma Forsayth, Tomalapang genannt, an. Auf diese folgt Gunantambu, der
Sitz der eben genannten Firma, gut kenntlich an dem weils und roth gestreiften
Dach des Wohnhauses, Weiter nach Westen zu stehen dann als einzelne
Gebäude auf hohem, steilem Strand die Häuser von Bitalowo, Tokuka und Ralum,
während den Abschluß nach Westen zu die Häuser von Maulapao machen.
Ankerplätze. Der beste Ankerplatz ist vor der Station Herbertshöh.
Es ist zwar auch Ankergrund fast auf der ganzen Strecke von Kiningunan bis
Maulapao, indessen nöthigen die rasch abnehmenden Tiefen dazu, ganz dicht
unter dem Strandriff zu ankern. Während des Nordwestmonsuns wird das
Liegen auf allen Ankerplätzen durch Seegang und stärkere Nordwestböen er-
schwert.
Herbertshöh ist Station der Neu-Guinea-Kompagnie, mit dem Sitz der
Verwaltung und des Kaiserlichen Gerichtes für den Bismarck-Archipel. Da es
der einzige dem Aufsenverkehr geöffnete Hafen des Archipels ist, so müssen
sämmtliche vom Auslande kommende Schiffe hier beidrehen und den Besuch
des Zollbeamten erwarten,
Ansteuerung. Bei Tage ist der durch eine große Anzahl von Gebäuden
kenntliche Platz nach dem oben Gesagten nicht zu verfehlen. Aufserdem sind
zur Erleichterung der Ansteuerung an Land zwei Baken, Dreiecke aus Wellblech,
unten am Strand und auf halber Höhe des Berges aufgestellt, welche, in Eins
gehalten, den Ansteuerungskurs SSW ergeben. Bei Nacht führt die Peilung einer
weißen Laterne, die etwa 1,5 m über einer rothen am Flaggenmast der Station
angebracht ist, in SSW auf den Ankergrund.
Ankerplatz. Größere Schiffe ankern am besten in der folgenden
Peilung: Seezeichen in Eins in SSW und Boje auf dem Ende des vor Tomala-
pang liegenden Riffes in WNW. Der Ankergrund ist hier Sand; die Wassertiefe
beträgt 17 m. Kleinere Schiffe können dichter unter Land östlich des erwähnten
Riffes ankern.
Observationspunkt. Als solcher ist der Platz bei dem Flaggenmast
der Station zu empfehlen. Position des Mastes:
= 4° 20‘ 23,6” Süd,
A4=—152° 16‘ 33,5“ Ost.
Kohlen, Frischwasser und Vorräthe. Kohlen sind nicht in Herberts-
höh, jedoch in dem benachbarten Matupi bis zu 500 Tonnen zu jeder Zeit er-
hältlich.
Frischwasser kostet, falls der Leichter der Station benutzt wird, 7 Mk.,
sonst 3 Mk. pro Tonne.
Dauerproviant und Ausrüstungsgegenstände sind in geringeren Mengen
vorräthig. Für kleinere Reparaturen an kleineren Schiffen ist die Werkstatt der
Station mit den nöthigen Einrichtungen versehen.
Für die Wind-, Wetter- und Stromverhältnisse gilt das für Matupi
Gesagte. Die Fluth setzt NW, die Ebbe SO mit einer Geschwindigkeit bis
zu 1 Sm.
Mit „Ralum-Rhede“ wird allgemein der Ankerplatz vor Maulapao be-
zeichnet. Die Schiffe müssen ziemlich dicht am Riff ankern, jedoch hält der
rasch aufsteigende Ankergrund gut, so dafs ein Treiben von Schiffen noch nicht
beobachtet ist.