Aus den Reiseberichten Seiner Majestät Schiffe,
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Der Hafen von Matupi ist etwa 1 Sm im Quadrat grofs, gegen Winde
gut geschützt und hat Tiefen von 10 bis 85m. Gröfere Schiffe ankern am
besten vor dem Wohnhause der Faktorei in folgender Peilung:
Mitte Wohnhaus. . . . . . . . SSW. .
Grofser Bienenkorb über der Nordwestecke von Matupi.
Die. Wassertiefe beträgt hier 20m. Grund: Schlick. Kleinere Schiffe
können dicht unter Land ankern oder an der Ladebrücke festmachen.
Der Observationspfeiler befindet sich auf der Nordecke der Insel. Die
Position desselben ist 1895 von Dr. Hayn bestimmt worden zu:
= 4° 14‘ 12,3” Süd,
A=— 152° 11‘ 35,2” Ost.
Kohlen, Frischwasser, Vorräthe. Kohlen sind stets in genügender
Menge . vorhanden. Die Firma Hernsheim & Co. besitzt mehrere 30 tons
Leichter und eine Dampfbarkasse, mit denen die Kohlen u. s. w. längsseit
gebracht werden können. Trinkwasser wird aus den Cisternen der Firma zum
Preise von 0,01 Mk. pro Liter abgegeben.
Dauerprovianut und Ausrüstungsgegenstände sind immer vorräthig. Kleinere
Reparaturen an kleinen Schiffen können in der Werkstatt der Firma ausgeführt
werden, welche hierzu mit der nöthigen Einrichtung versehen ist.
Wind, Wetter und Stromverhältnisse. Die herrschenden Winde sind
der Südostpassat und der Nordwestmonsun. Ohne ausgesprochene Regelmäfsig-
keit weht im Allgemeinen vom Mai bis Dezember, unterbrochen von Stillen, der
Südostpassat; von Dezember bis zum April ist Nordwestmonsun zu erwarten.
Letzterer bringt die Regenzeit mit anfänglich stürmischem Wetter und besonders
reichlichen Niederschlägen bei Windstillen und umlaufenden Winden. Das Wetter
ist während des Südostpassates meist klar und nur von vereinzelten Regentagen
unterbrochen, während im Nordwestmonsun trübes Wetter die Regel bildet, Die
Gezeiten machen sich wenig bemerkbar. Die gröfste beobachtete Fluthdifferenz
betrug nur 0,9 m. Nach den langjährigen Beobachtungen der Europäer in Matupi
ist innerhalb von 24 Stunden eine große und eine kleine Tide; die grofse tritt
während des Südostpassates bei Nacht und während des Nordwestmonsuns bei
Tage ein. Das Hoch- und Niedrigwasser schreitet nicht fort, sondern tritt im
Allgemeinen zu denselben Tageszeiten, nur je nach den herrschenden Winden
etwas früher oder später, ein.
II. Der östliche Theil.
Schulze-Huk ist der Ausläufer des Höhenzuges, welcher, von der Mutter
beginnend, den inneren, westlichen Theil der Blanche-Bai umsäumt. .
Die Fortsetzung dieses Zuges bildet, getrennt durch eine Schlucht, eine
niedrige Hügelreihe, die vielfach von kleinen Einsenkungen unterbrochen wird.
Diese Hügel sind fast in ihrer ganzen Ausdehnung mit Kokosplantagen bedeckt.
Sie reichen bis Vunapope, wo sie allmählich auslaufen. Zwischen dem Hügelzug
und der See ist ein schmaler Streifen fast flachen Vorlandes, ‚auf welchem die
verschiedenen Ansiedelungen stehen. Den Hintergrund bilden, von See aus
gesehen, höhere Gebirgszüge, über welche die bewaldete Kuppe des Varzin-
Berges hoch hinausragt. ; ;
Von Vunapope bis Kap Gazelle ist die Küste flach und dicht bewaldet,
Kap Gazelle selbst bildet das Ende eines langgestreckten Ausläufers der hohen
Bergrücken des Inneren. Diesem Küstenstreifen vorgelagert sind die beiden
Creduer-Inseln, kleine niedrige Inselchen, welche von breiten Riffgürteln um-
geben sind, die bei Niedrigwasser trocken fallen. Die Passage zwischen den
beiden Inseln ist klar; bei einer Breite etwa 2 Kblg. hat sie unmittelbar neben
den Riffen Tiefen über 100 m ohne Grund.
Bei dem Einlaufen in die Blanche-Bai wird die Orientirung über die ver-
schiedenen am Strande liegenden Plätze sehr erleichtert, wenn man auf die
nachstehende Reihenfolge derselben achtet.
Die östlichsten Wellblechhäuser bilden die Faktorei Kiningunan der
Firma Mouton & Co., dann folgen nach Westen zu die Gebäude der Mission
„vom heiligen Herzen Jesu“ Vunapope — gruppirt um die mit ihren Thürmen