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Full text: 26, 1898

3602 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1898, 
Die Bucht von Karawia erstreckt sich zwischen Schulze-Huk und 
Vulkan-Insel in Form eines nach Norden offenen Halbkreises. Dieselbe bietet 
bei durchschnittlichen Tiefen von über 100m Ankergrund nur unmittelbar unter Land. 
Die Vulkan-Insel, ein vulkanisches Gebilde, ist ein flacher Ring, der 
mit Kasuarinen und anderem Gebüsch bestanden ist. An der Ostseite steigt ein 
Rücken aus Lava und Bimsstein bis zu 15 m steil an und fällt dann allmählich 
nach dem Innern der Insel zu ab. Hinter diesem Rücken liegt eine Lagune mit 
warmem, sehr schwefelhaltigem Wasser. Die Insel stieg im Jahre 1878 während 
des Ausbruchs des Matupi gegenüber liegenden Kraters aus dem Meere empor. 
Die Durchfahrt zwischen Vulkan-Insel und dem Festland ist für Boote 
passirbar; im nördlichen Theil derselben liegen jedoch zahlreiche Steine. Weiter 
nordwestlich öffnet sich der Simpson-Hafen in einer Breite von etwa 2 Sm 
bei 1'/2 Sm Länge. Der Simpson-Hafen ist gegen alle Winde gut geschützt und 
bietet in seinem ganzen nördlichen Theil guten Ankergrund. Die gröfste 
Wassertiefe beträgt in der Nordecke 50 m, dieselbe nimmt nach Land zu all- 
mählich ab. In der Nordwestecke des Hafens liegt die Missionsstation Mala- 
guna der katholischen Mission „vom heiligen Herzen Jesu“, 
Die Bienenkörbe sind zwei leicht kenntliche Felsen aus zusammen- 
gekitteten Lavamassen in der Mitte des Eingangs zum Simpson-Hafen. Sie 
stehen beide auf demselben Korallenuntergrund, durch einen seichten Kanal von 
einander getrennt, der durchwatet werden kann. Der gröfsere ist etwa 70m 
hoch und bietet in den. Klüften der verwitterten Lava den Wurzeln einiger 
Palmen noch Nahrung und Halt. Der felsige Saum der Bienenkörbe trägt einige 
Dutzend der einfachsten Hütten, Wohnungen von etwa hundert Eingeborenen, 
die sich hier armselig durch Fischfang ernähren. Oestlich von den Bienenkörben 
liegt eine felsige Untiefe mit nur 1,9 m (6°) Wasser. Die den Simpson-Hafen im 
Südost begrenzende Landspitze, nördlich von Matupi, heißt „Bridges-Huk“. 
Von hier aus nordwärts liegen die Pflanzungen der Kingeborenen von Matupi 
bis zu einer tief einschneidenden engen Bucht, deren Wasser durch dem Boden 
entsteigende Schwefeldämpfe gelb gefärbt, an vielen Stellen kochend heifs ist. 
Jenseits der Bucht liegt das zur Matupi- Faktorei gehörende Gut, auf dem Vieh- 
zucht betrieben wird. Vor demselben und von da an südlich bis zur Bridges- 
Huk ist guter Ankergrund in etwa 18 bis 20 m, Schlammboden, 2 bis 3 Kblg. 
Abstand vom Lande. 
Der Hafen von Matupi wird durch die halbkreisförmige Krater-Halb- 
insel sowie die Insel Matupi gebildet und umfafst den nordöstlichen Theil der 
Blanche-Bai. Auf der Krater-Halbinsel liegen die kahlen, kegelförmigen Berge 
der „Mutter“ und „Tochter“ von denen erstere eine Höhe von 685 m erreicht. 
Die Insel Matupi erhebt sich etwa 12 m aus der See. Sie ist vollkommen 
Aach, aus vulkanischem Sande gebildet und dicht mit Kokospalmen bestanden, 
zwischen welchen sich die Hütten der Eingeborenen erheben. Die Bevölkerung 
beträgt über 1000 Köpfe und ist in zwei Dorfschaften, Raulai im Osten und 
Kurapun im Westen vertheilt. Dazwischen liegt die „Rolavio“ genannte 
Faktorei der Firma Hernsheim & Co., welche hier ihre Hauptniederlassung 
für das ganze Schutzgebiet hat. Durch die Reichspostdampfer der Neu-Guinea- 
Linie des Norddeutschen Lloyd wird eine regelmäfsige achtwöchentliche Ver- 
bindung mit Europa hergestellt. Aufserdem findet sich jährlich mehrmals durch 
Segelschiffe Gelegenheit zur Verbindung mit Sydney. 
Ansteuerung. Auf weite Entfernung, bis über 40 Sm hinaus, bietet der 
hohe Kegel der „Mutter“ eine vorzügliche Ansteuerungsmarke sowohl für Matupi, 
wie die Blanche-Bai überhaupt. Schiffe, die von Norden kommen, steuern die 
Ostseite der Mutter an und runden dieselbe dann; etwa !2 Sm südlich der 
Praed-Huk liegt eine Stelle mit 6 m Wasser; im Uebrigen kann man überall 
bis auf 1 Kblg. an das Land herangehen. Schiffe, die von Osten kommen oder 
Süden bezw. von Herbertshöh, halten auf die Westseite der Tochter zu. 
Die Einfahrt in den Hafen bietet keine Schwierigkeiten, wenn man nur 
beachtet, dafs man sich auf der östlichen Hälfte der Einfahrt hält, wo man 
unmittelbar unter Land noch genügend Wasser hat. Auf der westlichen Hälfte 
läuft von der Südostseite von Matupi ein Riff etwa 800 m weit heraus, vor dessen 
Ostende noch eine 5,5 m-Stelle liegt. Zwischen Matupi und Bridges-Huk ist nur 
eine flache Bootspassage mit 1 m Wasser.
	        
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