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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

Aus den Reiseberichten Seiner Majestät Schiffe. 
. Post. Yap steht durch einen spanischen Dampfer mit Manila. in acht- 
wöchentlicher Postverbindung. ; ; 
Yap nach Hongkong. Am 3. November nachmittags wurde der Hafen 
von Yap verlassen, um die Ostseite der Insel gesteuert und dann Kurs NW'/aN 
genommen, um in 130° O-Lg auf die Breite des Ballingtang Channels zu kommen. 
Mit 85 Umdrehungen und unter Schratsegel machte S. M.S. „Möwe“ durch- 
schnittlich 8 Sm die Stunde und passirte somit schon am 9. den oben erwähnten 
Kanal. Das Wetter war bis in der Nähe des letzteren sehr günstig, schlug 
dann jedoch vollkommen um und blieb schlecht bis zum Tage der Ankunft vor 
Hongkong. 
Am 12. kam morgens um 8* der Leuchtthurm von Waglan in Sicht. Am 
Mittag desselben Tages lief S. M. S. „Möwe“ dann in den Hafen von Hongkong 
ein und machte an der Boje fest. 
Wind, Wetter, Strömungen. Nach den Segelanweisungen und Wind- 
karten war von Yap aus auf frischen Nordostmonsun zu rechnen. Nach Aussagen 
der Europäer in Yap sollte derselbe indessen erst gegen Ende November mit 
einiger Stetigkeit einsetzen und bis dahin schwache Winde von Nord bis Ost 
vorwiegen, Diese Angaben fanden sich auch bestätigt. Vom 3, bis 5. mittags 
wehte ganz leichter Östwind, der nicht einmal die Benutzung der Raasegel 
erlaubte, dann wurde der Wind nördlicher und blieb NNO bis zum 20. Breiten- 
grad. Erst auf dieser Höhe setzte der Nordostmonsun kräftig ein und wehte in 
einer Stärke von durchschnittlich 7 bis 9 von dem Ballingtang Channel an bis 
nach Hongkong. Abends flaute er meist etwas ab und ging während der Nacht 
von NO bis etwa auf Nord, um mit Sonnenaufgang wieder aufzufrischen. Die 
Dünung lief während der ganzen Reise aus NO. Mit dem Einsetzen des Nordost- 
monsuns wurde die bis dahin sehr lange Dünung immer kürzer, so dafs das 
Schiff zeitweise sehr stark arbeitete. 
Das Wetter war bis zum 9. nachmittags vorwiegend heiter. Mit An- 
näherung an den Kanal wurde es trübe, regnerisch und böig und blieb so bis 
Hongkong. Die barometrischen Schwankungen waren im Allgemeinen unbedeutend 
und ließen keine Schlüsse auf atmosphärische Störungen zu. Sehr auffällig 
war am 10. November ein höchster Stand des Barometers um 6" vormittags und 
darauf folgendes Stehenbleiben und geringes Fallen desselben bis 10, also zu 
einer Zeit, wo nach den täglichen Schwankungen das Barometer hätte steigen 
und erst um 10* den höchsten Stand hätte erreichen müssen. 
Die Stromversetzungen waren erheblich geringer, als angenommen 
werden mufste. Da täglich ein astronomisches Besteck zu erlangen war, so war 
die Versetzung gut zu kontrolliren. Bis zum Ballingtang Channel lief der Strom 
vom 3. zum 4. N 79° W 08 Sm in der Stunde, vom 4. zum 5. nur 0,3 Sm in 
derselben Richtung. Die nächsten drei Tage brachten geringe Versetzung nach 
S 60° W 0,5 Sm in der Stunde bezw. nach Süd 0,2 und 0,6 Sm in der Stunde. 
Vor dem: genannten Kanal wurde am 9, November trotz des frischen. NO eine 
Stromversetzung nach N 90° O0 0,2 Sm in der Stunde gefunden und ebenso am 
nächsten Tage eine solche nach N61°O 04Sm in der Stunde, obwohl au 
denselben der NO mit Stärke 9 geweht hatte. Am 11. stand das Besteck mittags 
in 21° 57 N-Br und 117° 5‘ O-Lg. Der Strom hatte in den letzten 24 Stunden 
88° W 08 Sm in der Stunde gesetzt. Von diesem Besteck bis Hongkong setzte 
Südweststrom in derselben Stärke. Auf der ganzen Reise waren also nur an 
den beiden Tagen vor Hongkong größere Versetzungen, 
2091 
Segelanweisung für die Blanche-Bai und den Hafen von Matupi. 
S. M. S. „Möwe“, Kommandant Korv.-Kapt. Merten. 
Peilungen mifsweisend. Mifsweisung 6° 34’ Ost. 
I. Der westliche Theil. !) 
(Siehe „Annalen der Hydrographie etc,“ 1894, Seite 410 ff.) 
Der westliche Theil der Blanche-Bai besteht aus drei verschiedenen 
Becken, die durch die Insel Matupi und die Vulkan - Insel gebildet werden, der 
Bucht von Karawia, dem Simpson-Hafen und dem Hafen von Matupi, 
" Vorläufige Aufnahme: „Gazelle-Halbingel“, D. A.-K, No. 102 (Tit. XII, 114) D. R.
	        
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