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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1898,
Wind, Wetter, Strömungen. Der Wind wehte in den ersten 3 Tagen,
vom 28. bis 31. Oktober stetig aus NW bis WNW in abwechselnder Stärke von
2 an auffrischend bis Stärke 6. Es war also hier an der Nordküste von
Neu Guinea der Nordwestmonsun schon zum Durchbruch gekommen, während
in der Gazelle-Halbinsel, etwa 8° südlicher noch der SO wehte. Die Dünung
war verhältnifsmäfßig stark aus Richtung des Windes. Das Wetter war an diesen
Tagen trübe und drisslig mit einzelnen Regenböen.
Der Strom setzte am ersten Tage N 81° O 1,6 Sm in der Stunde, wurde
dann aber schwächer und lief in den nächsten beiden Tagen nur noch 0,8 Sm in
Richtung S 73° 0.
Mit zunehmender nördlicher Breite verlor der NW immer mehr an Stärke.
An seine Stelle trat am 31. bis kurz vor Yap ganz leichter Wind aus West bis
SW, dann ebensolche Winde aus SO bis OSO, ohne dafs jedoch eine ausge-
sprochene Windrichtung wahrzunehmen war. |
Der Strom in den drei letzten Tagen vor Yap war gering, es wurden
nur schwache Versetzungen nach Süd bis SO festgestellt.
4. Yap.
Ansteuerung und Einfahrt. Die Ansteuerung der in den Hafen
führenden Fahrrinne wird durch die vorhandene Specialkarte erleichtert. Letztere
reicht für die Orientirung vollkommen aus, obne Anspruch auf Zuverlässigkeit
in den Peilungen und Entfernungen machen zu können.
Die von S. M. SS. „Albatrofs“ und „Gneisenau“ in den „Annalen der Hydro-
zraphie“ 1886, Seite 473, 481 gemachten Angaben wurden bestätigt gefunden. Als
Ansteuerungsmarke ist der ebenfalls dort erwähnte knopfartige Busch in NzW!/2W
zu empfehlen, die Insel Engnotch ist jetzt schlecht auszumachen. Das auf allen
Karten und in den Segelhandbüchern angegebene Leuchtfeuer an der Westseite
der Einfahrt hat nur kurze Zeit gebrannt und wird schon seit Jahren nicht
mehr angesteckt, dasselbe ist demnach überall zu streichen.') Da die Beleuchtung
für das Einlaufen wenig günstig und die Sichtigkeit außerdem durch häufige
Regenböen stark beeinträchtigt war, wurde das Anbordkommen des Lootsen ab-
gewartet. Sobald derselbe an Bord war, lief S. M. S. „Möwe“ in die Einfahrt
ein. Da die Ecke des östlich der Einfahrt liegenden Riffes jetzt durch eine
rothe und eine weiße Boje bezeichnet ist und die Grenzen der die Einfahrtsrinne
bildenden Riffe leicht auszumachen waren, bot das Kinlaufen weiter keine
Schwierigkeiten. Aufser diesen beiden Bojen sind noch drei weitere ausgelegt,
zwei rothe Bojen am Anfang der näch Rul Harbour führenden Fahrrinne und
eine weiße auf der Südspitze des Riffes, welches die Insel Engnotch umschliefst.
S. M. S. „Möwe“ ging hinauf bis zur Insel Tarrang, woselbst die Firma O’Keefe
ein Kohlenlager unterhält. Letztere hat eine etwas primitive Pier gebaut, an
welcher kleinere Schiffe längsseit gehen können. Schiffe von mehr als 2m
Tiefgang müssen sich etwa 10 m von derselben entfernt hinlegen und zwar ist
der Bug durch einen Anker von der Pier frei zu halten, während das Heck durch
eine Achterleine nach einer ausliegenden Boje freigehalten wird.)
In Yap sind von Europäern ansässig zwei kleine Firmen, die hauptsächlich
mit Kopra handeln, und ein spanischer Mönchsorden.
Hafenanlagen sind außer der oben erwähnten Pier nicht vorhanden, die
Insel Blelatsch ist neuerdings mit dem Festland durch einen Steindamm ver-
bunden.
Proviant, Kohlen, Wasser, An Proviant waren in Yap nur Schweine
oder Hühner in geringen Mengen, Gemüse und Früchte fast garnicht zu be-
schaffen. Ebenso sind Ausrüstungsgegenstände nicht erhältlich.
Kohlen. Die Firma O’Keefe hatte auf der Insel Tarrang etwa 600t
australische Kohle lagern, welche zum Preise von 45 Mk. die Tonne abgegeben
wurden. Angeblich soll ein ähnliches Quantum Kohlen stets vorräthig sein.
Die Kohlen können mittelst eines Steges aus Spieren oder dergleichen direkt an
Bord geschafft werden.
Trinkwasser wurde ebenfalls von der Insel Tarrang mittelst Schlauches
direkt übergenommen,
1) Siehe „Nachr. f. Seef“ No_ 2920, 1898.