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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

276 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1898, 
möglichst - klein zu nehmen, weil‘ andernfalls die Quecksilbermasse mit zum 
Rotiren kam. a . 
_ Dürch die Blitzfeuer wurde die Lichtstärke der alten Oelapparate etwa 
um das Dreifache überholt, und die elektrischen stiegen bis 2300000 bec Carcel 
ä neun; englische Normalkerzen, welche im Stande waren, während 300 bis 
320 Tagen des Jahres eine Sichtigkeit des Feuers von 20 Sm hervorzurufen. 
Die starken elektrischen Feuer arbeiten aber nicht immer mit voller Kraft. 
La Heve braucht je nach der Luftbeschaffenheit 25 bis 50 bis 100 Ampere und 
zwar während etwa !/s des Jahres 25 Ampere bezw. 100 Ampere und während 
3; des Jahres 50 Ampere. Die Spannung beträgt 48 bis 50 Volt. Hiernach 
stellen sich die Lichtstärken auf 1200000 bis 1800000 und 2300000 bec Carecel. 
7 ‘ Ordnet man' für geringe Sichtweiten eine größere Anzahl Seiten des 
Apparates an, so kann man verschiedenzablige Gruppen Blitzfeuer bilden. Sieht 
man die Zahl: der sich folgenden Blitze nun als Ziffern an, so schreibt jedes 
Feuer, je nachdem es sich rechts öder links herumdreht, eine bestimmte Zahl, 
welche, auf den Thurm übertragen, ihn bestimmt und unverwechselbar bezeichnet. 
Bis jetzt ist diese Mafsnahme noch nicht zur praktischen Durchführung gelangt, 
aber sie würde für die Sicherheit der Schiffahrt einen wesentlichen Werth besitzen. 
Die Lichtenergie hat man noch dadurch zu erhöhen versucht, dafs zwei 
Blitzfeuerapparate neben oder übereinander gestellt wurden, welche ihre Strahlen 
parallel richteten. Man hoffte hierdurch die doppelte Lichtenergie und eine ent- 
sprechende Erhöhung der Sichtigkeit zu erzielen. Dies ist aber ein Irrthum; 
denn durch’ eine solche Anordnung wird wohl das Gesehenwerden des Feuers 
innerhalb seiner Sichtweite erhöht, diese selbst aber nicht. Die von den beiden 
Apparaten ausgehenden Strahlen gehen nebeneinander her, das Auge erhält des 
kleinen Sehwinkels wegen aber nur einen Eindruck, der Widerstand der Luft 
wirkt auf beide Strahlen gleich und verlöscht beide in derselben Entfernung, wie 
jeden einzelnen, weil wohl die Lichtmenge aber nicht die Lichtenergie erhöht ist. 
Eine Doppelflinte trägt auch nicht weiter, ob man einen oder beide Läufe gleich- 
zeitig abschiefst. Auch ist Obiges durch eine einfache mathematische Betrachtung 
nachzuweisen. 
Dagegen können zwei übereinander aufgestellte Apparate einen anderen 
wesentlichen Vortheil hervorbringen. Da bei nebliger Luft alle Feuer auf die 
Hälfte ihrer Sichtweite herabgehen, so kann wenigstens diese Entfernung 9 bis 
10'Sm dadurch noch mehr gesichert werden, dafs man den zweiten Apparat auf 
diese Entfernung mit seiner vollen Kraft, die sonst nach dem Horizont gerichtet 
ist, einstellt; er wird überhaupt nur bei Nebel in Betrieb gesetzt, wie z. B. auf 
Bishopsrock. : 
Zur Kenntlichmachung von etwa dem Leuchtthurm naheliegenden Klippen 
benutzt man, wenn auch selten, einfallendes Licht, dessen Strahlen die Untiefe 
direkt belichten, Auch wird durch das Licht eines etwa an Land stehenden 
Leuchtfeuers ein Prismenapparat eines zweiten Thurmes zum Leuchten gebracht, 
den man wegen seiner Unzugänglichkeit für den laufenden Betrieb mit eigener 
Beleuchtung nicht versehen konnte. 
Aufser den Leuchtfeuern sind an einzelnen der Schiffahrt gefährlichen 
Stellen, wo der Bau eines Leuchtthurmes ausgeschlossen erscheint, Feuerschiffe 
ausgelegt, welche freilich bei Eis den Hafen aufsuchen müssen. Ferner sind, 
besonders an Hafeneinfahrten, Leuchtbojen mit komprimirtem Fettgas verankert, 
die etwa drei bis fünf Monate brennen und keiner Wartung bedürfen. Die Er- 
findung dieser für die Schiffahrt von hoher Bedeutung sich erweisenden Gasbojen 
verdanken wir der Firma Pintsch in Berlin, welche im In- und Auslande sich 
eines hervorragenden Rufes auf dem Gebiete des Seezeichenwesens erfreut. Auch 
auf schwer zugänglichen Thürmen sind Fettgasapparate aufgestellt. 
Zum Schluls erwähnt der Herr Vortragende noch der elektrisch beleuchteten 
Bojen, welche unter anderen sich an der Einfahrt in den Hafen von New York 
befinden. Ob dieselben sich allgemein einführen werden, steht noch dahin, denn 
die Schwierigkeiten ihrer Unterhaltung sind noch nicht voll gehoben.
	        
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