270 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1898,
spiel zwischen w, und w, + w, tritt besonders schön hervor, wenn man ihren
Einflufßs in den verschiedenen Monaten untersucht. Man sieht, wie im Sommer
sich die Temperaturwelle w, mehr und mehr bemerkbar macht, besonders schön,
wenn sie im Mai das Hauptminimum plötzlich von 10*p auf 7"a verlegt.
Läßt man nun folgende Schlulsweise zu: „Da die Pawlowsker Resultate
für alle untersuchten Orte des Polarjahres gelten und ebenso für Greenwich für
die Jahre 1883 bis 1889, so ist man berechtigt, zu vermuthen, dafs diese Resultate
allgemein für die ganze Erde und jedes Jahr gelten“, so liefert die Untersuchung,
auf die sich vorliegende Arbeit bezog, folgende Sätze:
1. Je höher die Ordnung der Koefficienten der täglichen
Variation der Deklination ist, desto verwickelter ist das Gesetz
seines jährlichen Verlaufes.
2. Die Koefficienten niederer Ordnung lassen sich in allen
untersuchten Stationen in ihrem jährlichen Verlaufe durch eine
zwölfmonatliche und-eine viermonatliche Welle darstellen.
3. Die niederen Koefficienten folgen in ihrem jährlichen Ver-
laufe und daher auch in ihrem täglichen KEinflusse auf der ganzen
Erde ein und demselben Gesetze.
4. Die Welle w, schreibt sich in ihrem gröfaten Theile von
Ursachen her, welche direkt durch die Stellung der Erde im Raume
gegeben sind.
5. Die Welle w, schreibt sich in ihrem gröfsten Theile von
Ursachen her, welche in der Atmosphäre oder in der Erdrinde erzeugt
werden durch die Stellung der Erde im Raume, ist also indirekt von
dieser Stellung abhängig.
Namentlich der Satz 3 zeigt ein neues allgemeines Gesetz, das aufs Neue
die erdmagnetischen Variationen als nach einheitlichem Plane entstanden dar-
stellt, ähnlich wie L. A. Bauers Untersuchungen dies für die säkulare Aenderung
gezeigt haben. Ehe die Resultate jedoch wirklich den Charakter allgemeiner
Gültigkeit beanspruchen dürfen, ist es nothwendig, möglichst alles vorhandene
Material daraufhin zu untersuchen. Wo die Beobachtungsreihen ausreichen, wird
man Mittel bilden müssen für je elf Jahre, um die elfjährige Periode von vorn-
herein zu eliminiren. Wo dies nicht angeht, müssen weniger Jahre benutzt
werden, wobei man jedoch die elfjährige Periode auch ausscheiden mufs, und
zwar auf Grund der Kenntnifs ihres Einflusses an diesem Orte. Sind dann für
diese Mittelwerthe die harmonischen Konstituenten berechnet, so heifst es, sie
mit entsprechenden Gewichten zu vereinen, Die Gewichte hängen dann ab von
der Anzahl der zu Grunde gelegten Jahre, aber auch von der Vertheilung der
Orte über die Erde. Ist alles dies geschehen, so werden wir im Stande sein,
der Natur der täglichen Variation nachzuforschen. Um aber im Zusammenhang
zu bleiben mit der Theorie des Krdmagnetismus, mu[ßs man nicht die Deklinations-
beobachtungen harmonisch analysiren, sondern die Variationen der Komponenten.
Da aber die Komponenten unter sonst gleichen Umständen wesentlich Funktionen
der geographischen Lage sind, so können wir den gröfsten Erfolg erwarten bei
der Untersuchung der totalen Intensität, denn diese stellt die wirkende Kraft
dar, während die Komponentenvariationen den Effekt der ganzen Kraft in der
Richtung der Komponenten wiedergeben.
Wenn ich zum Schlufs die Hoffnung hegen darf, dafs die Resultate
interessant genug erscheinen, um weiter untersucht zu werden, so würde ich die-
jenigen Herren, welche thätig mitwirken wollen, bitten, sich mit mir in Ver-
bindung zu setzen, da nur bei einem Arbeiten nach einheitlichem Plane ver-
gleichbare Resultate zu erwarten sind.
Geschichte und Entwickelung der Leuchtfeuer.
Mit gütiger Erlaubnifs des Herrn Geheimen Bauraths Veitmeyer geben
wir im Folgenden den Inhalt zweier Vorträge, welche der genannte Herr im
„Verein Deutscher Ingenieure“, Berliner Bezirksverein, im Architektenhause am
5. Januar bezw. 2. Februar d. J. gehalten hat, nach den uns gütigst zur Verfügung
gestellten Sitzungsberichten. Die Vorträge waren durch Vorführung von Licht-