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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

van Bebber: Bemerkenswerthe Stürme. X, 
vom Osten nördlich von Schottland kommend, ihren Wirkungskreis rasch nach 
unseren Küsten ausbreitete. 
Am Nachmittage des 29. November war die Warnung für die ganze Küste 
wieder verlängert worden, wobei das Signal für die Nordsee und westliche Ost- 
see in Südoststurm verändert wurde, welcher in der Gegend des Skagerraks 
bereits eingetreten war. Indessen zeigte. sich am 30. morgens ein neues tiefes 
Minimum über Nordschottland, bei dessen Herannahen das Barometer ein sehr 
starkes Fallen zeigte. Auf den britischen Inseln war das Barometer in den 
letzten 14 Stunden gefallen: zu Stornoway um 13,5, zu Shields um 10,9, zu 
Valentia um 10,1, zu Bellmulet um 9 mm, während an den deutschen Küsten der 
Luftdruck sehr stark zugenommen hatte. Unter diesen Umständen wurde am 30. 
10'/a® a die Abnahme des Signales „Nordoststurm“ angeordnet und bald darauf 
durch das Signal „Südweststurm“ ersetzt und zwar für die westdeutsche Küste 
von Borkum bis Rügen, nachher, 4!/a * p, wurde dieses Signal auch für die übrige 
ostdeutsche Küste angeordnet. 
Die Wetterlage am 30. November veranschaulicht Fig. 4. Ein tiefes 
Minimum ist in der Nacht vom 29. auf den 30. November an den Nordküsten 
Schottlands erschienen und bewegt sich im Laufe des Tages südostwärts auf 
unsere Küste zu, wobei die Winde an der westdeutschen Küste wieder auffrischen 
und einen stürmischen Charakter annehmen. Am 1. Dezember liegt das Minimum 
mit unveränderter Tiefe über den dänischen Inseln (vgl. Nebenkärtchen zu Fig. 4). 
Auf der Westseite des Minimums hört die stürmische Luftbewegung rasch auf, 
wogegen an der ostdeutschen Küste die Südwestwinde bis zum Sturme auf- 
frischen, durch welche Thatsachen die vorher erlassene Sturmwarnung ihre volle 
Berechtigung findet. Am Abend des 1. Dezember ist das Wetter an der ganzen 
Küste wieder ruhig, 
Die untenstehende Tabelle veranschaulicht den Gang der Windgeschwindig- 
keit an der deutschen Küste vom 26, November bis zum 1. Dezember 1897. - Die 
stündlichen Mittel, von welchen angenommen werden darf, dafs sie der Stärke 8 
der Beaufortschen Skala entsprechen oder diese überschreiten, sind durch den 
Druck hervorgehoben. Die Tabelle, welche keiner weiteren Erklärung bedarf, 
zeigt namentlich die lange Dauer stürmischer Witterung an der ostpreufsischen 
Küste. Es sei hier wieder ausdrücklich betont, dafs die Böen in den stündlichen 
Mitteln der Windgeschwindigkeit nicht zum Ausdruck kommen. 
Anemometer-Aufzeichnungen an der deutschen Küste vom 26. November 
bis I. Dezember 1897. 
17 
Daun 
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