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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

Konkurrenz-Prüfung von Marine-Chronometern im Winter 1897—98, 
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von Seiner Exeellenz dem Herrn Chef der Kaiserlichen Admiralität bestätigten 
Beschlüsse der zweiten, im Juli 1887 in Hamburg abgehaltenen Chronometer- 
Konferenz, zur Ableitung der für die Güte der Instrumente charakteristischen 
Zahlen nur die während der zwölf Dekaden von 1897 Dezember 4 bis 1898 April 3 
erhaltenen Gänge verwendet. 
Während der ersten beiden Dekaden der Prüfungszeit (1897 November 14 
bis Dezember 4) wurden die Instrumente allmählich bis auf 30°C erwärmt; während 
der beiden letzten Dekaden (1898 April 3 bis April 23) wurde die Temperatur 
langsam von 30° C bis auf Zimmertemperatur vermindert. Unter Fortfall dieser 
äufsersten, hier nicht weiter berücksichtigten Dekaden ergab sich das folgende 
vollständig symmetrische Temperaturschema: 
Dekade: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 
Temperatur CC: 830° 25° 20° 15° 10° 5° 5° ‘10° 15° 920° 925° 30° 
Es ist bei der diesmaligen Prüfung nicht möglich gewesen, während der 
Dekaden 6 und 7 die vorgeschriebene Mitteltemperatur von 5° vollkommen her- 
zustellen, da der letzte Winter hierfür zu milde war und da bei den Konkurrenz- 
Prüfungen von der künstlichen Erzeugung tiefer Temperaturen vermittelst His 
oder Kältemischungen Abstand zu nehmen ist. — Die niedrigste überhaupt 
beobachtete mittlere Tagestemperatur betrug 4,0°, die höchste 32,2°. Die 
Schwankungen innerhalb der einzelnen Dekaden hielten sich im Allgemeinen 
innerhalb der zulässigen Grenzen; nur während der genannten 5°-Dekaden konnten 
wegen des für die Prüfung ungünstigen Steigens der Aufsentemperatur gröfsere 
Schwankungen nicht verhindert werden. Die mittlere Tagestemperatur des Unter- 
suchungsraumes bewegte sich während der genannten Dekaden innerhalb der Grenzen 
5,8° bis 9,6° (1898 Januar 23 bis Februar 2) 
und 4.0° bis 9.3° (1898 Februar 2 bis Februar 12}. 
Während der Dekaden höherer Temperatur konnten, wie bei früheren 
Prüfungen, die vorgeschriebenen Mitteltemperaturen fast immer vollständig genau 
hergestellt werden; im Maximum fand während einer 10°- Dekade, ebenfalls in- 
folge des Steigens der Außentemperatur, eine Abweichung von 0,3° statt. 
Die aus den Vergleichungen mit den Normaluhren resultirenden Gänge 
der einzelnen Chronometer wurden zu zehntägigen Gangsummen vereinigt und 
die hieraus abgeleiteten mittleren täglichen Gänge in die Kolumne V der an- 
liegenden Tabelle eingetragen. 
Gleichzeitig mit den Chronometern wurden die beiden Thermochronometer 
(nicht kompensirte Chronometer) Tiede No. 108 und Eppner No. 20 verglichen, 
und es sind die mittleren täglichen Gänge derselben am Fuße der Tabelle an- 
gegeben. Unter den Rubriken, welche diese in Sekunden ausgedrückten Werthe 
enthalten, folgen alsdann die aus den täglichen Ablesungen der meteorologischen 
Instrumente gebildeten Mitteltemperaturen sowie die Extreme der während der 
betreffenden Dekade beobachteten mittleren Tagestemperaturen. In der letzten 
Reihe sind schliefslich die Mittelwerthe der an den Koppe’schen Haarhygro- 
metern abgelesenen relativen Feuchtigkeitsgrade im Innern des Prüfungsapparates 
angegeben. 
In Gemäfßheit der hohen Verfügungen des Herrn Chefs der Admiralität 
vom 12. Juli 1889 und vom 3. März 1890, sowie dem Konkurrenz-Ausschreiben 
der Direktion der Seewarte entsprechend, sollte nach beendeter Prüfung für die 
Beurtheilung der Güte der Chronometer das folgende Verfahren in Anwendung 
gebracht werden: Sämmtliche Chronometer, soweit sich dieselben überhaupt als 
brauchbar für die nautische Praxis erweisen, werden in vier Klassen eingeordnet, 
welche durch folgende Prädikate bezeichnet werden: 
Klasse 1: „Vorzüglich“ 
" „Sehr gut“ 
„Gut“ 
„Genügend“, 
Für die einzelnen Klassen werden die folgenden Maximalwerthe der die 
Fehler der Chronometer zum Ausdrucke hringenden Koefficienten A, B und C 
festgestellt:
	        
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