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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

‚Bericht über anf dem Meere beobachtete Stanbfälle. 
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Staub,. von dem eine Probe aufbewahrt und später. der Seewarte eingehändigt 
wurde, erschien wie feiner Guano. Es wehte am 13. und 14. April frischer 
Passat aus ENE in Stärke 5. Die dunstige Luft hielt noch bis nach 21° N-Br 
in 40,5° W-Lg an. 
Tagebuch D. 3572. Dampfschiff „Corrientes“, Kapt. N. Meyer. Dieses 
Schiff, welches auf der Ausreise im März schon Staubfall beobachtet hatte, traf 
einen solchen auch wieder auf der Heimreise an. Als der Dampfer sich am 
13. April 1898 bei 8° N-Br in 26,5° W-Br befand, wurde die Luft stark dunstig 
und blieb so, bis am 15. April 16,5°N-Br in 22° W-Lg erreicht worden war. Am 
Morgen des 14. April fand es sich, dafs alle Gegenstände mit Wüstenstaub be- 
deckt waren. Der während der Zeit vom 13. bis zum 15. April wehende NO- 
Passat besaß die Stärke 4. 
Bei der Uebersicht der vorstehenden Angaben ergiebt es sich, dafs die 
Tage mit Staubfällen in dem in Betracht kommenden Meerestheile im Monat 
Februar bei Weitem am häufigsten waren, sich sonst aber auf die Jahre 1894 bis 
1897 sehr verschieden vertheilen. Es ist dies ein Ergebnifs, welches den wahren 
Verhältnissen entsprechen wird und das volles Vertrauen verdient. Die deutschen 
in der Fahrt nach Südamerika beschältigten Dampfer, welche für die Seewarte 
beobachten, sind so zahlreich, dafs wohl kaum ein Tag im Jahre vergeht, an dem 
nicht einer davon sich innerhalb einer gewissen Entfernung von den Kap Verden, 
in dem Gebiete, in welchem erfahrungsgemäß am häufigsten und stärksten Staub- 
fälle geschehen, befindet. Und dafs ein so seltsames und doch auffallendes Er- 
gebnifs, wie ein Staubniederschlag doch immerhin ist, im meteorologischen Tage- 
buch nicht eingetragen wird, ist bei der Sorgfalt, mit welcher im Allgemeinen 
die Beobachtungen gemacht werden, nicht anzunehmen. Für das Jahr 1894 haben 
unter Mitberücksichtigung der betreffenden, im Jahrgang der Annalen 1894, 
Seite 143 gegebenen Daten, nur an fünf Tagen des Februar Staubfälle statt- 
gefunden, Sonst ist das Jahr davon ganz freigeblieben, Während 1895 erfolgten 
auch nur an zwei Tagen im Juli und an zwei Tagen im August Staubniederschläge. 
Im Ganzen gab es in 1895 also auch nur vier Tage mit Niederschlägen. von 
Wüstenstaub. Das Jahr 1896 war dagegen wieder reicher daran. Es wurde 
davon über 15 Tage berichtet, die sich in der Weise vertheilen, daß auf die 
Monate Februar, April und November je ein Staubtag, auf September zwei, auf 
August vier und auf Dezember sechs Tage kommen. Für das Jahr 1897 liegen 
bis soweit Berichte von 14 Tagen des Niederschlagens von Wüstenstaub vor. 
Im April, Juli und August erfolgte solcher an je einem Tage, im März und 
Oktober an je drei Tagen und im Februar an fünf Tagen, Diese Angaben für 
1897 können indessen noch nicht als ganz abgeschlossen angesehen werden. Die 
der Seewarte bis jetzt für 1897 bekannt gewordenen Fälle stammen fast nur von 
Dampfern, die ja ihre Rundreisen rasch vollenden. Auf der Ausreise nach süd- 
lichen Häfen bestimmte Segelschiffe, welche ihre Reisen in 1897 antreten, liefern 
ihre Tagebücher in der Regel erst in 1898 zurück, und sind daher ihre Angaben 
der Seewarte zum Theil noch nicht bekannt, Ganz aufserordentlich häufig waren 
dagegen die Tage mit Staubfällen während der Monate Februar, März und April 
des Jahres 1898, von denen die Seewarte schon Kunde erhielt. In diesem 
Februar gab es nicht weniger als 13 Tage und im März fünf, im April drei Tage, 
au denen Niederschläge von Wüstenstaub beobachtet wurden. Das. Jahr 1898 ist 
also nach den bis jetzt vorliegenden Nachrichten reicher daran als irgend ein 
anderes Jahr seit 1894 und noch weiter zurück. Der Monat Februar des Jahres 
1882, dessen bezügliche Verhältnisse in dem in zweiter Auflage im Drucke be- 
griffenen „Segelhandbuch des Atlantischen Ozeans“ durch eine Karte dargestellt 
werden, scheint in auffallend gleicher Weise wie der Februar 1898 reich an 
Staubfällen gewesen zu sein, Vom 16. bis zum 19, Februar 1898 scheint der 
östliche, zwischen 31° N-Br und 4° N-Lg liegende, von den Dampfern haupt- 
sächlich befabrene Theil des Nordatlantie ununterbrochen von einer dichten, mit 
Wüstenstaub angefüllten Luft überlagert gewesen zu sein: 
D. 3514 berichtet über am 18. Februar beobachteten Staubfall in 31° N-Br 
und 14,5° W-Lg und gleichzeitig D. 3530 über stark dunstige Luft mit darauf- 
folgendem Staubniederschlag in 4° N-Br und 29,5° W-Lg. Obgleich damals D.3522
	        
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