Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1898.
Tagebuch S. 4910. Schiff „Fahrwohl“, Kapt. H. W. de Boer. Am Nach-
mittage des 19, Februar 1898, in 9,5° N-Br und 32,5° W-Lg, bemerkte man in
der Takelung Wüstensand. Ueber dunstige Luft findet sich im Tagebuche keine
Bemerkung. Der Wind war NE 6.
Tagebuch S, 4912, Schiff „Este“, Kapt. J. Wentorf, Bei sehr dunstiger
Luft, die schon am Tage vorher begann, fand am 19. Februar 1898, in 6° N-Br
and 29,5° W-Lg, den ganzen Tag über ein Staubfall statt, der alle Segel roth
färbte. Der frische Passat war NE Stärke 4.
Tagebuch D. 3530. Dampfschiff „Säo Paulo“, Kapt. A. Siepermann.
An verschiedenen Stellen dieses Dampfers setzte sich um die Mittagszeit des
19. Februar 1898, bei 6,5° N-Br und 28,5° W-Lg, Wüstenstaub ab. Die von
4° N-Br her dunstige Luft blieb danach unverändert, und am 21. Februar erfolgte
während des ganzen Tages abermals ein Staubfall. Erst nachdem am 22, Februar
die Kap Verden verlassen worden waren, wurde die Luft heller, Während der
Tage vom 18. bis zum 22. Februar wehte schwacher Nordostpassat von der
Stärke 2 bis 3.
Tagebuch S. 4893. Schiff „Thalassa“, Kapt. H. Hellwege. Am Mittage
des 21. Februar 1898 wurde in 15° N-Br und 33° W-Lg gefunden, dal Passat-
staub die Takelung bedeckte. Der Wind wehte aus E in Stärke 4, doch hatte
an den beiden vorhergehenden Tagen frischerer Passat geherrscht. Ueber dunstige
Beschaffenheit der Luft wird im Tagebuch nichts berichtet.
Tagebuch D. 3576. Dampfschiff „Halle“, Kapt. E. Raetz. Am 6. März
1898 erfolgte, in 20,5° N-Br und 19,5° W-Lg, bei stark dunstiger Luft ein Nieder-
schlag röthlichgelben Wüstenstaubes, der sich in der Takelung, an den Boots-
davits und anderen hervorragenden Gegenständen ansammelte. Die Luft blieb
dunstig auch am 7, März, und bei Tagesanbruch am 8, März fand es sich, dafs
wiederum ein die Takelung bedeckender Staubfall stattgefunden hatte. Auch
nach diesem Niederschlage klarte sich die Luft nicht. Erst um Mittag des
folgenden Tages fand dieses statt. Der am 6. März während mehrerer Wachen
in Stärke 7 bis 8 wehende Nordostpassat hatte am 7. und 8. März die Stärke 4.
Tagebuch D. 3535. Dampfschiff „Petropolis“, Kapt. A. Birch. Bei
Tagesanbruch des 7. März 1898 beobachtete man an Bord dieses sich in 18° N-Br
und 22° W-Lg befindenden Dampfers, dafs viele freiliegende Schiffstheile mit
Wüstenstaub überzogen waren. Seit dem Tages zuvor erfolgten Abgange von
den Kap Verden war bei ganz bewölktem Himmel die Luft sehr dunstig gewesen
und blieb auch so, nachdem der Staubfall stattgefunden hatte, bis Anfang des
5. März. Der Wind wehte am 6. und 7. März in Stärke 5 aus ENE.
Tagebuch D, 3572. Dampfschiff „Corrientes“, Kapt. N. Meyer. Auf der
zwischen 20° N-Br in 20° W-Lg und 7° N-Br in 26,5° W-Lg liegenden Strecke,
welche vom Dampfschiff „Corrientes“ vom 7. bis 10. März 15898 durchfahren.
wurde, fand ein Niederschlag von braunem Wüstensand statt. Von 22° N-Br her
war die Luft sehr dunstig gewesen, und erst hei 5° N-Br wurde sie reiner. Am
6. März hatte stürmischer Nordostwind von der Stärke 7 bis 8 geweht, später
trat der Passat nur in Stärke 3 auf.
Tagebuch D. 3568. Dampfschiff „Tucuman“, Kapt. H. Hanssen. Am
Nachmittage des 11. April 1898 erfolgte bei diesem sich in 22° N-Br und 20°
W-Lg befindenden Dampfer ein sehr starker Fall von Wüstenstaub. . Bei sonst
wolkenlosem Himmel war die Luft an dem Tage sehr dunstig gewesen. Der
Wind wehte in Stärke 4 aus NE.
Tagebuch D. 3570. Dampfschiff „Coblenz“, Kapt. W.Bodenstedt. Bei
Tagesanbruch des 13. April 1898 beobachtete man an Bord dieses Dampfers in
13,5° N-Br und 26° W-Lg, wie der in Stärke 4 aus Ost wehende Wind während
einer Stunde rothbraunen Sand mit sich führte, welcher sich auf Tauwerk und
auf an Deck befindlichen Gegenständen niederschlug. Dieser Niederschlag fühlte
sich fettig an. Die schon seit zwei Tagen, bei fast‘ ganz reinem Himmel,
herrschende dunstige Luft blieb auch noch so, nachdem der Niederschlag statt-
gefunden hatte, und endete erst in der Nähe von 21°N-Br und 20,5° W-Lg.
Tagebuch S. 4923. Schiff „Oberon“, Kapt. K. Schieck. Nachdem die
Luft am Tage vorher schon sehr dunstig gewesen war, beobachtete man am
Morgen des 14. April 1898 in 13,5° N-Br und 375° W-Lg einen Niederschlag
von Wüstenstaub, der Segel und Tauwerk gelbbraun erscheinen liefs. Dieser
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