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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

Bericht über auf dem Meere beobachtete Staubfälle. . 
Tagebuch D. 3507. Dampfer „Cordoba“, Kapt. J. Kröger. Am Mittage 
des 1. Februar 1898 wurde in 23° N-Br und 23,5° W-Lg beobachtet, dafs alle. hoch 
gelegenen Gegenstände des Dampfers mit gelbem Wüstenstaube bedekt waren. 
Die Luft war seit dem Nachmittage des 31. Januar. stark dunstig gewesen und 
blieb auch noch so bis gegen Abend am 2. Februar. Am 1. Februar herrschte 
starker Ostnordostwind Stärke 6 bis 7. 
Tagebuch D. 3509. Dampfer „Paranagua“, Kapt. E. Feldmann. Es 
fand sich bei Tagesanbruch des 1. Februar 1898, als sich der Dampfer. bei 
25° N-Br und 18,5° W-Lg befand, dafs die ganze Takelung mit feinem, gelbem 
Staube bedeckt war. Bei sonst ganz wolkenlosem Himmel war die Luft schon 
seit dem Mittage des 31. Januar derart dunstig gewesen, dafs die Sonne erst 
sichtbar wurde, als sie 8° über der Kimm gestiegen war. Der kräftige Ost- 
nordostwind wehte in Stärke 6 bis 7. 
Tagebuch D. 3510. Dampfer „Corrientes“, Kapt. N. Meyer. Am Mittage 
des 1. Februar 1898 wurde in 21° N-Br und 23° W-Lg feiner brauner Wüsten- 
staub bemerkt. Die Luft war bei sonst ganz wolkenlosem Himmel seit dem 
vorhergehenden Tage dunstig gewesen und blieb auch noch so am 2, Februar. 
Der Wind war am 1. Februar NE Stärke 5 bis 6. 
Tagebuch D. 3514. Dampfer „Babitonga“, Kapt. H. Köhler, Am Morgen 
des 6. Februar 1898, in 13° N-Br und 26° W-Lg, fand es sich, dafs die Sonnen- 
segelstützen und das Brückenkleid mit feinem, bräunlichem Staube bedeckt waren, 
Es wird nicht berichtet, dafs die Luft dunstig war, doch beobachtete man in 
der vorhergehenden Nacht einen Ring um den Mond. Der Wind war NE 
Stärke 3 bis 4. 
Tagebuch .D. 3523. Dampfschiff „Buenos Ayres“, Kapt. F. Bode, be- 
obachtete während der Zeit vom 15. bis zum 18. Februar 1898, auf der zwischen 
225° N-Br in 20° W-Lg und 31° N-Br und 14,5° W-Lg liegenden Strecke sehr 
dunstiges Wetter und einen ununterbrochenen Fall von Wüstenstaub. Der Wind 
wehte am 15. Februar in Stärke 5 aus NE. Vom 16. Februar an, als man sich 
nördlich von der Passatgrenze befand, herrschte leichter umlaufender Wind. Beim 
Ansegeln der Kanaren war es derart unsichtig, dafs. gröfste Vorsicht in der 
Schiffsführung erforderlich war, 
Tagebuch D. 3524. Dampfechiff „Rio“, Kapt. W. Schweer, Als dieser 
Dampfer sich am Nachmittage des 15. Februar 1898 in 13,5° N-Br und 26° W-Lg 
befand, begann Wüstenstaub, von dem der Kapitän mit grofser Sorgfalt eine 
Probe sammelte und der Seewarte einschickte, sich auf dem Schiffe nieder- 
zuschlagen, und hielt dieses auf dem weiteren Wege nach Norden, wie auch 
während des Aufenthaltes auf der Rhede von Porto Grande ununterbrochen an. 
Erst nördlich von 25,5° N-Br endete der Staubfall und klarte das von 12° N-Br 
her herrschende, dabei aber zeitweise regnerische Wetter, Der Passat wehte 
vom 15. bis 19. Februar bei bewölktem Himmel durchschnittlich aus NE in 
Stärke 4. 
Tagebuch D. 3522, Dampfer „Porto Allegre“, Kapt. A. Barrelet. Bei 
sehr dunstiger Luft und dicht bewölktem Himmel begann am 16. Februar 1895 
bei 12° N-Br und 25° W-Lg, ein Niederschlag von rothbraunem Sande, Am 
Nachmittage des 17. Februar, als die gleichen Verhältnisse noch anhielten, kam 
ein von starkem Regen begleitetes Gewitter zum Ausbruch, und von 7 Uhr 40 Minuten 
bis 7 Uhr 50 Minuten Abends leuchtete auf den Mastspitzen das St. Elmsfeuer, 
Am Morgen des 18, Februar blieb die Luft trotz des vorhergehenden, mehr- 
stündigen starken Regens doch sehr dunstig, und erst Nachmittags wurde sie 
heller. Am Mittage des 19, Februar stellte sich wieder starker Dunst ein, und 
bei 23° N-Br in 20° W-Lg erfolgte noch einmal ein Staubfall; der Himmel wurde 
erst hell am Ende des 19. Februar. Der Passat wehte während dieser 4 Tage 
aus NE Stärke 3 bis 4. 
Tagebuch D. 3526. Dampfschiff „Marie Woermann“, Kapt. A. Triebe. 
Am 17. und 18, Februar 1898 beobachtete dieser Dampfer, zwischen 8° N-Br in 
14° W-Lg und 10° N-Br in’ 17° W-Lg, dafs die Luft Wüstensand mit sich führte, 
Es wehte.an diesen beiden Tagen eine schwache Briese aus NW in Stärke 2. 
Bei sonst wolkenlosem Himmel war die Luft sehr dunstig, erst nördlich von 
20° N-Br stellte sich klareres Wetter. ein. ; 
Ann. d. Hyar. etc.. 1898, Heft VIL 
249
	        
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