Bericht über auf dem Meere beobachtete Staubfälle,
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Tagebuch D. 2944. Dampfschiff „Paraguassi“, Kapt. H. Böge. An Bord
dieses Dampfers beobachtete man am 6. Februar 1896, bei 25° N-Br und
19° W-Lg gelbröthlichen Wüstenstaub, der besonders die Takelung des Dampfers
mit einem Niederschlage überzog. Es geschah dies, obgleich die Luft sehr durch-
BChUS und der Himmel ganz klar war; der Wind wehte frisch aus ENE in
tärke 5. ;
Tagebuch D. 3005. Dampfschiff „Babitonga“, Kapt. H. Evers. Bei sonst
fast ganz klarer, aber dunstiger Luft erfolgte bei diesem sich am 12. April 1896
bei 23° N-Br und 20,5° W-Lg befindenden Dampfer ein Niederschlag von
Wüstenstaub, Es wehte zur Zeit ein leichter Nordostwind von der Stärke 2.
Tagebuch D, 3069. Dampfer „Campinas“, Kapt. A. v, Ehren, beobachtete
am 9. und 10, Juli 1896, zwischen 20° N-Br in 22,5° W-Lg und 24° N-Br in
20° W-Lg einen starken Niederschlag von Wüstenstaub. Dabei wehte ein
frischer Passat aus ENE in Stärke 4. Sobald als der Wind am Nachmittage
des 10. Juli nördlicher lief, war kein Staub mehr bemerkbar.
Tagebuch S. 4583. Segelschiff „Montrosa“, Kapt. P. v. Ehren. Am
Morgen des 8. August 1896 wurde in 15° N-Br und 33° W-Lg ein Niederschlag
von Wüstenstaub bemerkt. Der Wind wehte damals, wie schon seit mehreren
Tagen, aus NE in Stärke 4 und hielt auch noch so an für die nächsten Tage.
Die Luft blieb bei dem einen nordwestlichen Kurs steuernden Schiffe am 8. und
auch noch am 9. August sehr dunstig, Erst nördlich von 18,5° N-Br in
35° W-Lg wurde sie klarer.
Tagebuch S. 4582, Segelschiff „Pionier“, Kapt. M. Petersen. Bei
beständig wehendem Passate von der Stärke 4 bis 5 erfolgte am 3. und
9. August 1896, auf der zwischen 17° N-Br in 32° W-Lg und 20° N-Br in
34° W-Lg liegenden Strecke, ein Niederschlag von gelbröthlichem Wüstenstaube.
Die Luft war dabei sehr dunstig.
Tagebuch S. 4580. Segelschiff „Louise“, Kapt. KXd, Susewind. Am
8. August 1896 trat in 16° N-Br und 33° W-Lg ein Niederschlag von Wüsten-
staub auf, Der zur Zeit wehende Nordostpassat hatte die Stärke 4 bis 5.
Tagebuch D. 3118. Dampfschiff „Antonina“, Kapt. P. Ohlerich. Am
7. und 8. September 1896 wurde auf der zwischen 17° N-Br in 22° W-Lg und
21° N-Br in 20° W-Lg liegenden Strecke ein Staubfall beobachtet. Die dabei
herrschende sehr dunstige Luft hatte ein gelblichgraues Aussehen, die Farbe
des sich niederschlagenden Staubes war rölhlichbraun. Der zur Zeit herrschende
Wind wehte aus NNE in Stärke 2 bis 4.
Tagebuch D. 3116. Dampfschiff „Rosario“, Kapt. J. Göttsche, in
18° N-Br und 20,5° W-Lg. Bei sehr dunstiger, seit dem vorhergehenden Tage
beobachteter Luft, die nur eine Sehweite von höchstens 3 Seemeilen erlaubte,
erfolgte ein Staubfall. Der Wind wehte dabei aus NNE in Stärke 2 bis 4.
Tagebuch D. 3138. Dampfschiff „Paranagua“, Kapt. H. Hansen, Am
13. Oktober 1896 beobachtete man in 29° N-Br und 16° W-Lg, also eben
nördlich von den Kanarischen Inseln, dafs die Luft angefüllt sei mit feinem,
röthlichem Staube, Der Wind wehte zur Zeit aus Ost in Stärke 4,
Tagebuch 5. 4744. Segelschiff „Pindos“, Kapt. R. Anhbagen. Am 4. No-
vember 1896, in 15,4° N-Br und 21,7° W-Lg wurde brauner Wüstenstaub auf
der Wasseroberfläche beobachtet. Es hatte vorher nur ein sehr schwacher,
unbeständiger Passat geweht, und zur Zeit, als der Wüstenstaub bemerkt wurde,
herrschte Windstille,
Tagebuch D. 3206, Dampfschiff „Bahia“, Kapt, C. Toosbuy. Während
der Zeit vom 23, bis zum 27. Dezember 1896, zwischen 8° N-Br in 26,5° W-Lg
und 21° N-Br in 20° W-Lg war die Luft stets sehr dunstig. Aus diesem
Grunde wurden die Kap Verden nicht gesehen, obgleich sie in einem Abstande
von nur 8 Seemeilen passirt wurden. Das ganze Schiff, besonders die Masten
und Raaen, waren mit einer dicken Schicht von Wüstenstaub überzogen. Es
wehte an diesen Tagen ein steifer Passat aus ENE und NE von der Stärke
5 bis 6.
Tagebuch D. 3252. Dampfschiff „Marie Woermann“, Kapt. A, Triebe,
beobachtete am 25, und 26. Dezember 1896 zwischen 20° N-Br in 18° W-Lg und
14° N-Br in 18° W-Lg eine sehr dunstige, mit Wüstenstaub angefüllte Luft.
Dabei wehte ein heftiger Nordostpassat in Stärke 6.