Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1898,
Bunkerkohlen (Mediterranean Pilot, Seite 51, West Coastz, Seite 418).
Es sind Cardiff-, Bonness-, Newcastle- und Liverpool - Kohlen in grofsen Mengen
vorräthig; sie werden längscit der Hulks von Trägern auf das Schiff getragen;
werden sie in Leichtern längseit verlangt, so kostet die Tonne 2s 9d mehr.
Wasser in Prähmen längseit gebracht kostet 7 Mk. die Tonne.
Ausrüstung. Proviant ist wohlfeil und in genügenden Mengen vor-
handen, Schmieröl und sonstige Schiffsausrüstung, einschliefslich nautische
Ausrüstung, zu beschaffen.
Schiffahrtsunkosten, Schiffe von 11 bis 600 t zahlen 10 c für die Tonne,
von 601 bis 700 t 65 pes., größere je 5 pes. für je 100 t mehr, im Maximum
125 pes. für 1801 t.
Schiffsverkehr (Mediterranean Pilot, Seite 51, West Coasts, Seite 418).
Im Jahre 1897 verkehrten im Hafen: 37341 Dampfer mit 4418601 t und
517 Segler mit 53708 t, darunter deutsche: 131 Dampfer mit 262348 t und
6 Segler mit 2347 t; in Ballast gingen aus: 484 Dampfer mit 227474 t und
170 Segler mit 15 174 t, darunter deutsche: 27 Dampfer mit 12 034 t, 1 Segler
mit 150 t. KEinogeführt werden hauptsächlich Efs- und Kolonialwaaren, Kohlen;
ausgeführt wird nichts,
Ein Agent des Germanischen Lloyd ist am Orte ansässig; ebenso haben
der Norddeutsche Lloyd und die Oldenburg—Portugiesische Dampfschiffs-Rhedeı ei
hier Agenten.
Die Schiffe können jederzeit, Tag und Nacht, auch Sonntags ein- und aus-
klarirt werden.
Signale. Jedes die Strafe passirende und jedes einlaufende Schiff wird
von der Signalstation signalisirt. Die Station kann auch von den Schiffen zu
Mittheilungen benutzt werden. Feuersignal sind zwei Kanonenschüsse, denen
nach 2 Minuten ein dritter folgt. Wettersignale werden gemacht; diese sind
auch für die Taxe der Bootsführer maßgebend.
Landestelle. Die Boote landen an der Old-Mole.
Das deutsche Konsulat liegt am Commercial Square.
Kin Seemannsheim ist am Orte, Sailors home, Engineer Lane; Seamens
Mission, European Main Road.
Krankenhaus: Kolonial-Hospital.
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Bericht über auf dem Meere beobachtete Staubfälle.
Seit der in diesen Annalen für 1894 Seite 140 veröffentlichten Mittheilung
über Staubfälle im Nordatluntischen Ozean hat die Seewarte durch die für sie
beobachtenden Kapitäne von manchen ähnlichen Fällen Kunde erhalten, welche
hier im Anschlufs an die vorerwähnte Veröffentlichung wiedergegeben werden.
Tagebuch D. 2491. Dampfschiff „Cintra“, Kapt. TV. Saiuberlich. Die
Luvseiten aller feuchten, auf Deck befindlichen Gegenstände wurden am 1. Mai
1894, in der Nähe von 18° N-Br und 21,5° W-Lgy von feinem, braunem Staube
bedeckt. Der Wind wehte damals in Stärke 4 aus NNE.
Tagebuch D. 2797. Dampfschiff „Marie Woermann“, Kapt. J. Meinertz.
Als sich dieser Dampfer am 11. Juli 1895 in 20° N-Br und 18° W-Lg befand,
wurde dort ein Niederschlag von Wüstenstaub auf Deck beobachtet. Der Himmel
war dabei wolkenlos, die Luft etwas dunstig. Es wehte frischer Passat aus
nordnordöstlicher Richtung in Stärke 5 bis 6.
Tagebuch S. 4550. Segelschiff „Undine“, Kapt. H. Danneboom. Am
Morgen des 12, Juli 1895 wurde bei 20° N-Br in 20° W-Lg ein Niederschlag
von Wüstenstaub beobachtet. Die Luft war seit mehreren "Tagen stark dunstig
gewesen und blieb auch nach dem Stanbfall so für den folgenden Tag. Der zur
Zeit herrschende Wind war Nord von der Stärke 4.
Tagebuch D. 2830. Dampfschiff „Campinas“, Kapt. W. Somborn. Am
23. und 24. August 1895 fand bei diesem Dampfer, während er die zwischen
22,5° N-Br in 19° W-Lg und Teneriffa liegende Strecke durchfuhr, ein starker
Niederschlag von Wüstenstaub statt, der sich an die Luvseite aller Gegenstände
von Deck bis zur Flaggenspitze setzte. Die Luft war dabei derart dunstig, dals die
Sonne nach ihrem Aufgange, obgleich der Himmel vollkommen klar, kaum sichtbar
war. Es wehte am 23. und 24. August ein kräftiger Nordostpassat in Stärke 5.