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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

244 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1898, 
mond dagegen 1,8 bis 2,1 m (6 bis 7), Da die Barre sowie das Mündungsbett 
aus flüssigem Schlamm besteht, bietet die Grundberührung keine Gefahr für 
das Schiff. 
Auf der Barre und oberhalb derselben setzen die Gezeitenströmungen 
längs der Fahrrinne. 
Betonnung (S. 81 a. a. O.). Seit dem Jahre 1889, wo Kapt. P. Cassens den 
Fluß in regelmälsiger Fahrt von Singapore befährt, hat sich die Flufsmündung 
wesentlich geändert. Die vorhandenen Fahrwassertonnen sind dementsprechend 
verlegt worden (vgl. „Nachr. f. Seef.“ 1897, No. 2564). Zeitweise bei hohen 
Fluthen werden dieselben vertrieben und wohl auch dadurch, dafs chinesische 
Fahrzeuge trotz strengen Verbotes an denselben festmachen. Die rothen Tonnen 
werden alle sechs Monate neu gestrichen, trotzdem erscheinen sie nach einiger 
Zeit durch die Exkremente der Seevögel ganz weils, so dafs für Fremde leicht 
eine Verwechselung möglich ist. 
Die Glocke, welche in dem Gerüst des Feuerschiffes „Deli“ hängt, hat 
Kapt. P. Cassens nie läuten hören, obwohl er manchmal ganz in der Nähe 
vorbeigefahren ist. Die rothe Gastonne mit weifsem festen Feuer liegt schon 
auf der Barre. 
Die rothe Leuchttonne weiter innen ist eine flache "Tonne, welche in 
einem Bügel eine gewöhnliche rothe Laterne trägt. 
Anweisung für Dampfer (S. 82 a. a. O.). Das Feuerschiff „Deli“ kann man 
an beiden Seiten passiren, beim Einlaufen steuert man auf die rothe Leuchttonne 
mit weißem Feuer, welche man an B.B. läfst, und dann auf die rothe Leucht- 
tonne mit rothem Feuer, welche ebenfalls an B.B. bleibt, die rothen Tonnen 
läßt man beim KEinlaufen an B. B., die weißen an St. B.; man hüte sich vor Ver- 
wechselungen (siehe oben). In der trockenen Jahreszeit ist es zuweilen häsig 
über der Küste, welche ausnahmslos sumpfig ist. Im November und Dezember 
kann man starke Nordwestwinde von dreitägiger Dauer haben. 
Ankergrund, Der Boden des Hafens besteht aus zähem stinkenden 
Schlamm; der Ankerplatz ist geschützt, aber eng; es empfiehlt sich, zu vermooren. 
Hafenanlagen (S. 82 a. a. 0.), Der Norddeutsche Lloyd und die nieder- 
ländische Koninglike Packetvaart & Ocean S. C. haben im Hafen Belawan eigene 
Ladebrücken, an welchen die Schiffe festmachen. Aufserdem ist längs des Ufers 
auf eisernen Schraubenpfeilern eine Ladebrücke erbaut, auf welcher sich das 
Zollamt und das Geschäftszimmer des Hafenmeisters befindet. Nach der Land- 
seite zu steht ein großer Wellblechschuppen zur Unterbringung von Gütern, 
welche von dort direkt in Eisenbahnwagen verladen werden. 
Laden und Löschen werden häufig durch stundenlangen heftigen Regen, 
namentlich nachts, unterbrochen; besondere Einrichtungen dafür sind außer den 
Ladebrücken nicht vorhanden. Ballast ist nicht zu haben, da das Gelände 
sumpfig und schlammig ist. 
Zollamtliche Behandlung. Es wird eine Abschrift des Ladungsmanifestes, 
eine sogenannte „Aangifte“, verlangt. Für Nachtarbeit mufs besondere Erlaubnifs 
eingeholt und für die zur Aufsicht gestellten Zollbeamten eine Abgabe ent- 
richtet werden. 
Gesundheitspolizei, Ein Gesundheitspafs wird von den aus den Straits 
Settlements kommenden Schiffen nur verlangt, wenn dort ansteckende Krankheiten 
herrschen. Aerztliche Untersuchung finde£ nur statt, wenn das Schiff aus einem 
verseuchten Hafen kommt. 
Quarantäneeinrichtungen. Auf einer Landzunge im Flufs sind Baracken 
gebaut für Kingeborene, welche mit gefährlichen ansteckenden Krankheiten 
behaftet sind. 
Gesundheitsverhältnisse (S, 83 a. a. 0.). Der Hafenort Belawan ist wegen 
Malaria immer gefährlich; es kommen immer Fiebererkrankungen vor... Kein 
Kuropäer, weder von den Beamten, noch von den Privaten, welche dort zu thun 
haben, bleibt über Nacht dort, sondern fährt stets mit dem letzten Zuge nach 
der Nauptstadt Medan (Labuan Deli). 
Landestelle, Schiffsboote dürfen nur an der Regierungsladebrücke landen, 
wo eine bequeme Treppe ist.
	        
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