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Full text: 26, 1898

Die Witterung au der deutschen Küste im April 1898. 
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Die Morgentemperaturen lagen fast durchweg unter den normalen .Werthen, 
relativ warme Morgen herrschten in gröfserer Verbreitung nur am 1. bis 4. 
ostwärts der Oder, am 3. und 4..an der Nordsee, am 7. bis 12. ostwärts bis 
zur Oder, am 19. an der preufsischen Küste und am 24. bis 26. an der preußischen 
Küste. In ihrem monatlichen Verlaufe zeigten die Morgentemperaturen an der 
Nordsee und der westlichen Ostsee unter mehrfachen, meist langsam verlaufenden 
and wenig erheblichen Schwankungen eine bis zum 25, langsam. steigende Mittel- 
lage, im Östen bis zum 22, Schwankungen um eine. wenig veränderte Mittellage 
and dann nach schneller Zunahme in Uebereinstimmung mit dem Temperatur- 
verlauf im Westen wenig Aenderung während der letzten: Pentade, ‘ Vorüber- 
zehend traten besonders warme Morgen am 7. bis 12. an der Nordsee ‚und der 
westlichen Ostsee und am 3., 4. und 16. bis 20. an der preufsischen Küste auf. 
Auf den Inseln der Nordsee und stellenweise an der westlichen Ostsee sank die 
Temperatur nicht mehr bis zum Gefrierpunkt, und ebenso erreichten die Temperatur- 
maxima an der westdeutschen Küste ihre höchsten Werthe, in Wilhelmshaven 18° 
and in Hamburg 19°. Die mittlere Veränderlichkeit der Temperatur von Tag 
zu Tag erreichte durchweg zur Zeit der Nachmittagsbeobachtungen die gröfsten, 
gegen 2° hetrageunden Werthe und zeigte, mit Ausnahme des Ostens, die kleinsten 
Werthe am Morgen, 
Niederschläge fielen über gröfserem Gebiete, abgesehen von geringfügigen 
Beträgen und den Niederschlagstag von 8 Uhr Ortszeit des laufenden bis zur 
gleichen Zeit des folgenden Tages gerechnet, am 1. an der ostpreufsischen Küste, 
am 2. an der mittleren und östlichen Ostsee, am 4. an der Nordsee, am 6. an 
der ganzen Küste, am 7. an der Nordsee und westlichen Ostsee, am 8. an der 
mittleren Ostsee, am 9. und 10. ostwärts bis zur pommerschen Küste, am 11, 
ostwärts der Elbe-Mündung, am 12.'an der ganzen Küste, am 15. an der Nordsee 
und westlichen Ostsee, am 16. an der nördlichen Nordsee und westlichen Ostsee, 
am 17. von der Elbe bis zur pommerschen Küste, am 18. an der Ostsee, am 
25. bis 27. an der ostpreufsischen. Küste und am 29. und 30. ostwärts bis zur 
Oder, so dafs die Küste am 1. bis 3., 5., 13., 14. und 18. bis 28. ganz oder zum 
gröfseren Theile frei von Niederschlägen war. Sehr ergiebige, 20 mm in 
24 Stunden übersteigende Niederschläge traten in Greifswalder Oie am 9. (24) 
and 17. (41) und in Memel am 28. (24) auf. Gewitter wurden in größerer Aus- 
Jehnung am 9. an der Ostsee ostwärts bis zur Elbe, am 12. mehr vereinzelt von 
der Elbe bis zur mecklenburgischen Küste und am 30. an der Nordsee beob- 
achtet. Weit verbreiteter Nebel herrschte am 2. an der ganzen Küste, am 3. 
und 4. an der Ostsee, am 7. an der Nordsee und westlichen Ostsee, am 8. an 
der ganzen Küste, am 9. an der Nordsee, am 10. an der mittleren Ostsee, am 
12. an der nördlichen Nordsee und westlichen Ostsee, am 16. und 17. an der 
Nordsee und am 18. an der westlichen Ostsee. 
Als heitere Tage charakterisirten sich über ausgedehntem Gebiet nur der 
1. an der Nordsee und der 14. an der Ostsee, sonst £frat heiteres Wetter nur 
vereinzelt auf. 
Von den Windrichtungen wurden zur Zeit der Terminbeobachtungen am 
häufigsten meist solche des Nordostquadranten beobachtet, doch waren die Winde 
im Ganzen relativ gleichmäßig auf die verschiedenen Himmelsrichtungen vertheilt. 
Zu Anfang des Monats erstreckte sich ein Hochdruckgebiet vom Ozean 
her ostwärts bis zur südlichen Nordsee, ein anderes lagerte im Osten, und ein 
Rücken relativ hohen Druckes lag, die Verbindung beider herstellend, über Nord- 
deutschland, während Depressionsgebiete Skandinavien und Ostseegebiet wie Süd- 
europa bedeckten, so dals an der Küste nordwestliche bis südwestliche Winde 
wehten. Während in den Tagen vom 1. bis 3. eine von reichlichen Nieder- 
schlägen begleitete Theildepression von der Adria durch Ostpreußen nach dem 
Bottnischen Busen schritt, das Maximum im Westen unter Verlagerung seines 
Kernes nach der Biscaya-See sein Gebiet über das kontinentale Europa aus- 
breitete und eine im Nordwesten über dem Ozean erschienene Depression ihren 
Einflufs über dem Norden Europas ausdehnte, blieben die Winde aus westlichen 
Richtungen an der Nordsee bestehen, während sie an der ostdeutschen Küste 
eine volle Umdrehung über Süd, Ost und Nord nach West erfuhren. 
Winde aus westlichen Richtungen dauerten am 4. bis 7. fort. Ein am 4. 
bis 5. über Südnorwegen und die mittlere Ostsee nach Finnland dringendes Theil-
	        
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