van Bebberr Bemerkenswerthe Stürme. X.
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Winde. Indessen zeigte sich über Nordwesteuropa eine. ungewöhnlich starke Ab-
nahme des Luftdruckes, welche sich rasch südwärts fortpflanzte, während im
deutschen Binnenlande das Barometer noch gestigen war. Daher mufste ein
starkes Anwachsen der Gradienten im Nordsee- und Östseegebiet erwartet werden,
und da unter diesen Umständen die Wetterlage für unsere Küsten gefahrdrohend
erschien, wurden diese um Mittag gewarnt.
Der Wortlaut der Sturmwarnung war folgender: „Barometer Nordeuropa
stark gefallen, Minimum Nordnorwegen, Maximum Niederrhein. Stark auffrischende
Winde aus westlichen Richtungen wahrscheinlich, Signalball, 26. November
12'% Uhr mittags, Seewarte.“
Diese Warnung stimmte mit den nachfolgenden Thatbeständen überein:
Im Laufe des Nachmittags frischten an der ganzen deutschen Küste die Winde
auf, am Abend einen stürmischen Charakter annehmend und stellenweise volle
Sturmesstärke erreichend. Wie sich die Wetterlage bis zum 27, November
morgens änderte, zeigt das Nebenkärtchen in Fig. 1. Das Maximum ist nach
der Donaumündung gewandert, während über Nordeuropa tiefe Depressionen
erschienen sind. Die Abnahme des Luftdruckes hat fortgedauert und sich bis zu
den Alpen ausgedehnt. Dabei hat sich neues sehr starkes Fallen des Barometers
im Nordwesten der Britischen Inseln eingestellt. Dieses, sowie der ostwärts ge-
richtete Verlauf der ziemlich dicht gedrängten Isobaren liefsen die Wetterlage
am 27. November besonders gefahrdrohend erscheinen. Namentlich an der
deutschen Ostsee wehten stürmische Winde, welche stellenweise zum schweren
Sturme anschwellten.
ı Am Nachmittag 4! Uhr wurde die Warnung für die ganze Küste ver-
ängert.
— jr
» 26
28. Novbr. 1897 '
8% Morgens
Arm. w
Fig. 2. Wetterkarte vom 28. November 1897, 8b a, Nebenkarte vom 28. November 1897, 8b p.
wa
Am 28, November hatte sich die Wetterlage seit dem Vorabende im Wesent-
lichen nicht geändert, wie Fig..2 es ausweist. Eine Depression lag nördlich von
Schottland, im Nordwesten von Irland schweren Nordweststurm verursachend, eine
andere über Mittelschweden, die stürmische Witterung über der südlichen Ostsee
unterhaltend. Während die letztere im Laufe des Tages ostwärts nach Finland
abzog, schlug die erstere eine nach Südost gerichtete Bahn ein; am Abend lag sie
über der Nordsee (siehe Nebenkärtchen zu Fig. 2), am Morgen an der west-
holsteinischen Küste‘ (siehe Fig. 3). .
Um Mittag war die Warnung für die ganze Küste verlängert worden.