Bericht über die Anwendung von: Oel zur Beruhigung der Wellen. 219
eine glatie Fläche, welche sich je weiter nach hinten, immer mehr ausbreitete.
Die Wellen, welche vor dem Gebrauch von Oel über das Schiff zusammen-
gebrochen waren, brachen sich jetzt in einem Abstand von etwa 5 m von der
Seite des Schiffes. Es wurde etwa 1,25 kg (2!/2 Pfad.) Oel in der Stunde gebraucht.
Am 24. Januar 1898 auf der Reise von Baltimore nach hier wurde ein
Versuch mit Seifenwasser gemacht, Die Mischung wurde aus 7,5 kg (15 Pfd.)
grüner Seife und 401 süfsem Wasser hergestellt, dann ebenso wie bei Oel durch
die vorderen Klosets ins Meer gelassen. Gesteuerter Kurs rw. N 79° O0, Stärke
6 bis 7; Wind und Seegang rw. NW, Fahrt des Schiffes 12'/2 Sm, Temperatur
der Luft 8°, die der Wasseroberfläche 5° bis 17°. Es war kein Erfolg zu
bemerken. Das Seifenwasser war anfänglich auf dem Wasser zu erkennen, aber
sowie eine See durch den Streifen rollte, war vom Seifenwasser nichts mehr zu
erkennen. Als ich diese Beobachtung machte, ganz entgegen den Beobachtungen
auf dem Dampfer „Gera“, forderte ich meine Offiziere auf, mir ihre gemachten
Beobachtungen mitzutheilen, ohne mich selber vorher darüber zu äufßsern; die-
selben erklärten sämmtlich, keinen Erfolg bemerkt zu haben, darauf theilte ich
den Herren auch meine Beobachtung mit.
Die Versuche, auf welche seiner Zeit in der „Hansa“ hingewiesen wurde,
sind von Herrn Prof. W. Köppen gemacht und beziehen sich auf die kleinen
„Elementarwellen“, die jeder frische Wind auf Wasserflächen aufwirft.
Vom 27. bis 28. Januar 1898 gebrauchten wir wieder Oel zur Beruhigung der
Wellen; es trat wieder ‚derselbe Erfolg ein, die Wellen brachen nicht mehr über
das Schiff; nachdem der Klosettrichter leer gelaufen, wurde derselbe wieder mit
Seifenwasser gefüllt, dies hatte aber keinen Erfolg und brachen die Wellen
wieder mit voller Kraft über das Schiff, es wurde, nachdem eine Stunde Seifen-
wasser ohne Erfolg angewandt war, wieder zu Oel zurückgekehrt, ‚und zeigte sich
dann gleich wieder guter Erfolg; die Wellen brachen sich, ehe dieselben ans
Schiff herankamen. Gesteuerter Kurs Ost, Wind und See West bis WSW,
Stärke 9, Fahrt des Schiffes 1212 bis 13 Sm, Temperatur der Luft 14°, die der
Meeresoberfläche 13°. In 24 Stunden wurden 20 kg (40 Pfd.) Oel und 7,5 kg
(15 Pfd.) Thran gebraucht. Vom 29. bis 30. Januar wurde während 16 Stunden
20 kg (40 Pfd.) Oel gebraucht, wieder mit demselben guten Erfolg. Gesteuerter
Kurs N 67° 0, Wind und See WSW bis SW, Stärke 9 bis 10, Fahrt des Schiffes
121% Sm, Temperatur der Luft 14°, die der Meeresoberfläche 14°.
Treibeis in höheren südlichen Breiten.
In diesen Annalen 1897, Seite 190, wurde über die grofse Eistrift der
Jahre 1895 und 1896 in höheren Breiten des Südatlantischen und des Indischen
Ozeans berichtet. Eine erwünschte Erweiterung dieses Berichtes bietet die
kürzlich erschienene Arbeit des Herrn H. C. Russel: „Icebergs in the Southern
Ocean“ No. 2, Sydney 1897. Dieser Arbeit sind die folgenden Angaben ent-
nommen unter Fortlassung derjenigen Eisbeobachtungen, welche schon in der
vorerwähnten Arbeit des Kapt. L. E. Dinklage gegeben sind.
Zeit
1895 13/2
1895 13/7
1895 13/11
1895 20/11
1895 21/12
Schiff
„Wilcannia“ ...
„Germanie“, ...
„Pericles“. . .,.
„Coromandel* ..
„Loch Bredan“, .
$S-Br ! O-Lg
45,1 | 525
Von Sydney nach
Rotterdam via Kap
Horn
44 46
43 | 51
13
29,5
Bemerkungen
Erblickten einen kleinen KEisberg,
Sahen 36 grofse Eisberge. Zwischen Neu-
seeland und Kap Horn waren wir 8 "Tage
lang zwischen Eis.
Sahen mehrere kleine Eisberge.
Erblickten einen grofsen, ungefähr 90 m
hohen uud 1 Sm breiten Eisberg. Am
nächsten Tage wurden noch mehr KEis-
berge gesehen, wovon einer 60m hoch war,
Sahen einen etwa 275 m hohen Kisberg.