Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1898.
mit --—- cos # sint multiplieirt. Er erhält dadurch die seiner Tafel zu Grunde
liegende Formel?)
cotang « «sin t == cos g# tang d -- sin @ cost
Der rechts stehende Ausdruck nimmt, jedenfalls so lange wir d in den
Grenzen 50° N und 30° S lassen, an keiner Stelle irgendwie erhebliche Unter-
schiede an. Nur in einem in der Natur der Sache liegenden Falle wird die
Bestimmung des Azimuts unsicher, wenn nämlich die Höhe sehr grofs wird. An
den Stellen, wo die Höhe 70° überschreitet, sind demgemäfs in der Tafel die
Zahlen weggelassen. Der sehr regelmäfsige Verlauf der Differenzen der Tafel-
werthe hat den Herausgeber veranlalst, auf jeder Seite am Rande kleine, bequem
eingerichtete Einschaltetabellen anzuführen, welche die sonst so lästige Arbeit
des Einschaltens zu einer spielend leicht zu erledigenden machen, so dafs man
in der That aus diesen Tafeln dus Azimut auf ein oder zwei Zehntel Grad genau
leichter und schneller findet als z. B. aus den Leckyschen auf halbe Grade.
Nicht unwesentlich trägt dazu die ganz auf die Azimutberechnung zugeschnittene
Einrichtung der Tafel III bei: man bekommt das Azimut nicht aus dem Kopf,
wie bei Lecky, sondern aus dem Körper der Tafel selbst. Die "Tafeln I und II
geben die natürlichen Werthe der Produkte cos@-tangd und sing -cost für
den Halbmesser 1000. Die Vorzeichenregeln sind auf jeder Seite angegeben;
dieselben sind übrigens so einfach, dafs man schon nach kurzem Gebrauch
mechanisch die richtigen Zeichen mit Sicherheit anwenden wird,
Zur Krläuterung des Gebrauches der Fulstschen Tafeln ziehen wir noch
einige in bekannten Lehrbüchern genau berechnete Beispiele heran.
I Es sei g= 467° 410'N; d = 20° 18‘N; t = 21h 25m 368
I = + 254
II = — 570
IF = —316 Azimut = S 63,2°O
genauer Werth 63° 14'
il. Bs sei = 16°40' N; d = 20° 18 N; t = 2h 34m 245,
I = +355
N = —9225
I+11 = 4130 Azimut = N 78,3° W
genauer Werth 78° 13
Ilf. Es sei g = 16°40' N; d= 20° 18‘ 8; t = Ih 34m 245,
I — — 355
N = —255
I+11= —580 Azimut = S47,1° W
genauer Werth 47° 10
IV. Es sel @ = 50°12'8S; d=9°43' N; t = 20h 46m 75,
I= —110
N = — 312
[+10 = —622 Azimut = N50,3° 0
venauer Werth 50° 25’
Die ersten drei dieser Beispiele sind entlehnt aus Breusing: „Steuer-
mannskunst“, Seite 233, das letzte aus dem Lehrbuch von Albrecht und
Vierow (1892), Seite 713.
Auf einem anderen Plane beruhen zwei Tafeln neueren Datums, nämlich
die „Table pour trouver l’azimut du soleil, de la lune et des planctes“ par
F. Souillagouet (Paris 1897)*) und die Azimuttafel von Randermann
(Bremerhaven 1898).
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1) Dieselbe Gleichung erhält man bekanntlich unmittelbar aus
sin d = sin @# sin h 4- cos @ cos h cos «x
wenn man darin setzt: sinh = sin g sind + cos g cos d cost und cosh = cos V -sint: sin «.
%) Diese "Tafel ist ein gesondert herausgegebener Theil der Höhentafel desselben Ver-
fassers: „Tables du Point ausziliaire“ (nouvelle edition, Paris 1892).
Beilänfig sei hier noch erwähnt, dafs auch Labrosse in dem zweiten Bande („Complöment
des Tables des Azimuts“) seiner „Tables Nantiques“ kurze Hülfsmittel zur Berechnung des Azimuts
gegeben hat. Die Tafel 11 giebt das Azimut für die Breite des Schiffes und die Correetion Pagel,
welch letztere man aus der "Tafel 10 mit Breite, Poldistanz und Höhe entnimmt, Als Zeit-
azimuttafeln können aufserdem die besonders für das Segeln im gröfsten Kreise bestimmten, auf
den Neperschen Analogien beruhenden Tafehn 12 und 13 dienen,
Eine weitere französische Azimuttafel von Decantes ist dem Verfasser nicht zugänglich
gewesen.