‘z
Annalen der Hydrographie and Maritimen Meteorologie, Januar 1898,
sind. Auf offenem Meere sind sie, soweit bekannt, kaum je beobachtet worden.
Deswegen mag hier eine Angabe über das Auftreten einer Fluthwelle im freien
Ozean erwähnt werden, über welches Kapt. Petersen, Führer des deutschen
Schiffes „Pionier“, Folgendes berichtet: Als wir uns um 6"a des 23, Mai 1897
in 12° 30‘ S-Br und 11° 18‘ W-Lg, also etwa 700 km nordwestlich von der Insel
St. Helena, deren aus Südwesten kommende Roller ja bekannt sind, und etwa
600 km in SOzS von Ascension befanden, wurden dort drei hohe von Südwesten
heranrollende Fluthwellen beobachtet. Es wehte zur Zeit ein ganz schwacher
nordwestlicher Wind, der Luftdruck betrug 761 mm, und die Luftwärme war
24° C. Das Meer war sonst ganz ruhig, nur aus WSW lief etwas Dünung.
Bemerkenswerthe Stürme. X.
Von Prof. Dr. W. J. VAN BEBBER,
Doppelsturm vom 28. November bis I. Dezember 1897,
(Mit 4 Wetterkarten und einer Kurventafel,)
Der Doppelsturm, welcher am Schlusse des Monats November die Britischen
Inseln und unsere Küsten heimsuchte, ist bemerkenswerth nicht allein wegen
seiner Heftigkeit, seiner Dauer und Ausdehnung, sondern ganz besonders wegen
der raschen und starken Schwankungen der meteorologischen Elemente, ins-
besondere des Luftdruckes,
Der. Verlauf des Sturmes ist durch die vier folgenden Wetterkarten, durch
ein den Gang des Luftdruckes darstellendes Diagramm sowie durch eine die
Anemometer-Registrirungen enthaltende Tabelle dargestellt.
s
„m
750
7En
SS)
-_-
26:
U
%
45
EZ mr n 8 ® U Z
4 101 zw 765
70 — , a
+ Hs ©} 5 I
% Ö
aFirta
„ SNFT<
Fig, 1. Wetterkarte vom 26. Novemher 1897, &h a, Nebenkarte vom 27. November 1897, 8ba,
Fig. 1 zeigt die Wetterlage vom 26. November 8 Uhr morgens. Ein
barometrisches Maximum, vom Nordosten kommend, liegt über Holland-Belgien
gegenüber einer Depression im hohen Norden. Die Luftbewegung ist allenthalben
schwach, nur zu Wisby wehen starke nordwestliche, zu Skudesnaes starke südliche