Aus dem Reiscbericht der Viermastbark „Paul Rickmers“,
Nähe dieser Inseln trieben. Die Bewohner der Asia-Inseln ähneln dem austra-
lischen Buschmann und sind von dunkler, fast schwarzbrauner Hautfarbe.
Besonders charakteristisch war noch ihre Haarfrisur, eine ungeheure ganz rund
geformte Perrücke, nach Art eines krausen Pudelkopfes. Die Farbe dieser Haare
war dunkel, rothbraun, ging bei einigen ins Ziegelrothe über. Möglich, dafs sie
dieselben färben. Die Bewohner Tobis haben glattes und sehr hübsches schwarzes
Haar, das sie entweder lang und lose tragen, oder zu einem Knoten gedreht.
An Größe und Körperkraft kommen sie mit dem normalen Kuropäer nicht mit.
Unter den annähernd 200 Männern, die wir beim Schiff hatten, war der größere
Theil von kleinem schwächlichen Körperbau; ich hatte den Eindruck, eine ent-
artete Rasse vor mir zu haben, jedoch waren auch einige wenige stattliche
Exemplare unter ihnen. Wir erhielten wohl an 1000 frische Kokosnüsse an
Bord; andere Früchte hatten sie nicht. Dazu noch eine ziemliche Quantität von
ihrem Bändselgut, das, wie schon gesagt, aus Kokosfasern gemacht, in ver-
schiedenen Dicken so hübsch und regelmäfsig gelegt war, dafs ein europäischer
Seiler damit hätte Ehre einlegen können. Ihre Kanoes, aus einem Baumstamm
gehöhlt, waren solide und vortrefflich gearbeitet, mit cinem Ausrigger, Mast und
Matiensegel versehen. Dieselben erwiesen sich in der hohen nördlichen Dünung
und längsseite vom Schiff als gute Seeboote, und fafsten die gröfseren von
ihnen einige 20 Mann. Um 2 Uhr nachmittags war die Insel aus Sicht ver-
schwunden, der Wind mallte noch nach der Mittagsböe zwischen Nord und ONO.
Morgens: gegen 4 Uhr des folgenden Tages setzte mit Stärke 5 der sehr östlich
wehende Nordostmonsun ein. Die Stromversetzung im letzten Ktmal betrug
25 Sm S69° 0. Zwischen 6° Nord und 16° Nord wehte der Monsun äufserst
unbeständig, mit häufigen harten Regenböen bei sehr unruhigem Barometer. Am
11. Februar in etwa 10° Nord war der Wind so hoch nördlich, dafs ich das
Schiff für eine Wache nach OzS liegen ließ, um der Küste der Philippinen nicht
zu nahe zu kommen. Den 12. und 13. Februar wehte der Wind steif, in Böen
stürmisch, dabei sehr unbeständig NNO bis ONO, eine Böe folgte immer schnell
der anderen, und mit solcher Kraft, bei so hohem Seegange, dafs manches
weniger machtvolle Schiff gezwungen gewesen wäre, beizudrehen. . Dabei regnete
es unaufhörlich, zeitweise wolkenbruchartig, so dals man keine Schiffslänge weit
sehen konnte. Der Strom setzte alle diese Tage durchschnittlich nach NW,
einen Knoten die Stunde. Am Abend des 13. Februar in 16° Nord wurde das
Wetter besser, und in der Nacht vom 13. zum 14. lief der Wind von ONO nach
SO um, frisch und beständig wehend (6). Am 15. wehte der Wind frisch und
beständig aus rw. Süden. Stromversetzung batten wir am 14. Februar 28 Sm,
N 46° W, am 15. N11°W, 27 Sm. In der Ballintang-Strafse schlief der Wind
ganz ein, und auf die Windstille folgte westliche Mallung bei starker nördlicher
Stromversetzung, die uns in besorgnifserregende Nähe der Batau-Insel brachte.
Wir kreuzten den 16. und 17. gegen unbeständige Westwinde. Am 18. frischte
der Wind bis zur Stärke 4 von SW auf und am 19. lief er nach NO um, un-
beständig, dabei war das Wetter dick von Regen. Dasselbe Wetter hielt auch
den 20. hindurch an. Unter beständigem Lothen gelangten wir am Nachmittage
des 20. Februar um 6'/,*p im West-Samma- Kanal zu Anker; nach einer, in
Anbetracht der Jahreszeit und der hierdurch bedingten Route durch die östlichen
Passagen, schnellen Reise von 115 Tagen.
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Veber Azimuttafeln.
Von Dr. HEINRICH MELDAU, ordentlichem Lehrer an der Seefahrtschule in Bremen,
Zur Feststellung der rechtweisenden Peilung der Sonne oder eines anderen
hellen Gestirns hat man. bisher in der nautischen Praxis besonders .zwei ver-
schiedene Beobachtungsmethoden angewendet, indem man neben der als hin-
reichend genau bekannt vorausgesetzten Breite des Schiffes und der Abweichung