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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

Berichte über Seebebert: 
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anhaltende starke Erschütterung des Schiffes wahrgenoinmen, Der Luftdruck 
war damals 762,8 mm, der Wind NNO, Stärke 5, und die Luftwärme 21° C, 
3. Das auf einer Reise von Iquique nach Falmouth begriffene deutsche 
Schiff „Neck“, Kapt. M. Ulrich, befand sich um 3*p des 7, Dezember 1895 in 
0° 49‘ N-Br und 28° 21' W-Lg, als dort eine Erschütterung des ganzen Schiffes 
beobachtet wurde. Spieren und alle sonstigen auf Deck befindlichen Sachen 
zitterten, als ob das Schiff über einen harten Gegenstand hinwegfahre. - Aufsen- 
bords war dabei am Meeresspiegel, nicht das Geringste zu bemerken. Das Baro- 
meter zeigte 759,5 mm, der Wind wehte aus OSO in Stärke 3, und die Luft- 
wärme war 28° €. 
4. Als sich das vom Kapt. J. E. Jensen geführte deutsche Schiff 
„Pestalozzi“ um 3°p des 21. Dezember 1895 nahe bei Valparaiso in Sicht der 
chilenischen Küste befand, fand dort ein Seebeben statt. Der Luftdruck war 
763,4 mm, der Wind Süd, Stärke 2, und die Luftwärme 17° C. 
5. Um 0*15”a des 19. April 1895, also nahezu gleichzeitig mit dem 
unter No. 2 erwähnten Fall, verspürte man an Bord des von Cardiff nach Japan 
bestimmten deutschen Schiffes „Albert Rickmers“, Kapt. G. Warneke, in 16° 
25' N-Br und 25° 31‘ W-Lg einen etwa 3 bis 4 Sekunden anhaltenden Ruck, als 
wenn das Schiff über eine Untiefe weglief. Der zur Zeit wehende Wind war 
NO, Stärke 5, die Luftwärme 21° C. Barometerstand ist nicht angegeben, 
6. Als sich das von Junin nach Europa bestimmte deutsche Schiff 
„Emilie“, Kapt. O0. Lücke, zwischen 2 und 3"p des 4. Januar 1896 in etwa 
41° 12’ S-Br und 91° 30‘ W-Lg ungefähr 600 km West von der Küste Südchiles 
entfernt befand, wurde dort ein starkes Seebeben von angenähert 8 Sekunden 
Dauer beobachtet. Der Luftdruck war 769 mm, der Wind WSW, Stärke 5, und 
die Luftwärme 14,5° €, | 
7. Das von Iquique nach Hamburg segelnde deutsche Schiff „Palmyra“, 
Kapt. A. Teschner, beobachtete an zwei aufeinander folgenden Tagen Seebeben, 
Das erste fand um 4*p des 29. Juli 1896 in 1° 52‘ S-Br und 27° 15’ W-Lg 
statt; durch dasselbe wurde ein 2 bis 3 Sekunden dauerndes Zittern des ganzen 
Schiffes verursacht. Das zweite geschah um 11*45” a des 30. Juli in 0°48‘ N-Br 
und 27° 18‘ W-Lg. Indem ein Geräusch ertönte, als ob im Raum des Schiffes 
ein Stapel Holz umgefallen sei, erzitterte das ganze Schiff von einer leichten 
schüttelnden Bewegung, die 2 bis 4 Sekunden anhielt. An beiden Tagen betrug 
der Luftdruck etwa 764 mm, und der Wind war SO, Stärke 4. 
8. Als das von Hamburg nach Chile bestimmte deutsche Schiff „Helios“, 
Kapt. F. Ostermann, sich um 8" 20”p des 6. März 1895 in 1° 48‘ N-Br und 
24° 18‘ W-Lg befand, beobachtete man dort ein etwa 5 Sekunden anhaltendes 
Seebeben. Der damals herrschende Luftdruck war 760 mm, der Wind wehte aus 
SO in Stärke 4, und die Luftwärme betrug 28° C. 
9, Das von Europa nach Australien segelnde deutsche Schiff „Eugenie“, 
Kapt. Ch. Jensen, befand sich zwischen 6'/a®* und 7"p des 25. Februar 1896 
in 30° 19‘ S-Br und 22° 43‘ W-Lg im Südatlantischen Ozean fast mitten auf der 
die Inseln Trinidad und Tristan d’Acunha verbindenden Linie, als dort eine von 
einem Seebeben herrühbrende leichte Erschütterung des Schiffes erfolgte. Das 
Barometer zeigte zur Zeit einen Luftdruck von 767,0 mm an, der Wind wehte 
aus ONO in Stärke 2, und die Luftwärme war 26° C. 
10. Als das auf einer Reise von Europa nach Mazatlan begriffene deutsche 
Schiff „Potrimpos“, Kapt. H. Hellwege, sich um 4'!/2® a des 15. September 1896 
in 15° 18‘ N-Br und 106° 18‘ W-Lg etwa 300 km südwestlich von der Westküste 
Mexikos befand, wurde dort dreimal ein je 10 Sekunden anhaltendes Seebeben 
beobachtet. Es wehte zur Zeit eine ganz schwache Briese aus WNW, der Luft- 
druck betrug 755 mm, und die Luftwärme war 28,5° C. 
11, Der von Brasilien nach dem Kanal bestimmte deutsche Dampfer 
„Strassburg“, Kapt. E. Raetz, befand sich um 4" 25” p des 30. November 1895 
in 0° 58‘ N-Br und 30° 24‘ W-Lg. Dort fand eine etwa 10 Sekunden anhaltende 
Erschütterung des Schiffes statt, die den Eindruck erweckte, als ob das Schiff 
über einen harten Gegenstand hinfahre. Es wehte zur Zeit Südostwind in 
Stärke 3, der Luftdruck betrug 762 mm, und die Luftwärme war 27,5° C. 
. Seebeben verursachen Fluthwellen, ‚deren verheerende Wirkungen und 
rasche Foribewegungen über die weitesten Meeresstrecken ja allgemein bekannt 
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