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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

202 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1898. 
ziemlich regelmäfsig an. Imbetiba besteht an und für sich nur aus dem Zoll- 
bause, Eisenbahnschuppen, einem Badehotel und einigen Häusern. Es ist der Hafen 
für Macahe und Campos, welche, sowie auch Nitheroy bezw. Rio de Janeiro mit 
Imbetiba durch Eisenbahn verbunden sind. In Macahe ist auch eine Telegraphen- 
station. 
Eigentliche Lootsen sind nicht vorhanden, doch ist ein alter Schwarzer 
hier, welcher früher auf gröfseren portugiesischen Schiffen gefahren hat, gut mit 
einem Schiffe zu manövriren versteht und nun zu mäfsigem Preise Lootsen- 
dienste verrichtet. 
Untiefen. Die Insel Moleque, welche eigentlich nur ein 1 m ans dem 
Wasser hervorragender Fels ist und von fern das Aussehen einer Boje hat, 
ist nicht so gefährlich, da sie immer sichtbar ist. Zwischen Moleque und Papa- 
yaio ist 10,5 bis 125m Wasser. Von Moleque erstreckt sich ein Felsen- 
riff etwa 100 m südwärts mit drei spitzen Felsen, welche nur etwa 1m unter 
Wasser sind. Ungefähr 600 m südostwärts von Moleque liegt der Mulla-Fels 
mit nur 1 m Wasser, dieser ist etwa 15 m im Durchmesser. Bei unruhiger See 
bricht sich die See darauf, bei ruhiger See macht er sich jedoch kaum bemerkbar. 
Zwischen Mulla und Moleque sollen noch mehrere Felsen liegen, jedoch konnte 
ich trotz sorgfältiger Lothungen keinen auffinden. Jedenfalls ist es sicherer, 
diese Passage zu vermeiden, da sie doch keinen Vortheil bringt. 
Mulla ist an der Ostseite ziemlich steil, so dafs in etwa 30 m Abstand 
noch 11 m Wasser sind, ebenso nach Nordosten, während es nach NW und SW 
Hacher ist. Der Fels ist nicht bezeichnet. 
Ankerplatz., Schiffe über 6,1 m (20 Fufs) Tiefgang sollten in der Zeit 
von April bis November erst den Ankerplatz an der Nordwestseite von St. Anna- 
{nseln aufsuchen, dort erst bis auf 5,5 m (18 Fuß) leichtern und erst dann in 
den Hafen gehen. Schiffe, welche hierher mit Stückgütern beladen sind und 
'nfolgedessen an der Zollbrücke löschen müssen, sollten sich mit wenigstens vier 
absolut guten Holleinen, zwei Kabeltrossen und 137 m (75 Faden) Landfestketten 
ausrüsten. 
Hafenanlagen. In Imbetiba hat man zwei Brücken in die See hinaus- 
gebaut, eine vom Zollhause aus, welches erst 1897 im Februar eröffnet wurde, 
and eine etwas weiter nach Süden bei den Eisenbahnschuppen gelegene. Erstere 
ist sehr schwach gebaut, und dürfen Schiffe nicht daran liegen, sondern müssen 
zo mit Trossen und den beiden Ankern festgelegt werden, dafs sie zwar längsseite 
liegen, die Brücke aber nicht berühren. Auf der Brücke steht ein guter Dampf- 
krahn zum Löschen der Schiffe, 
Auf der anderen Brücke, genannt Ponto Lage, welche bedeutend besser 
und stärker ist, stehen zwei Dampfkrähne, und kann an jeder Seite ein Schiff 
anlegen. Hier sind auch bessere Vorrichtungen, um ein Schiff gut befestigen 
zu können, was bei ersterer Brücke nur mangelhaft ist. Schiffe liegen an der 
Lage-Brücke bedeutend geschützter als an der Zollhaus-Brücke. 
Bei gewöhnlicher Seebrise ist das Löschen nicht behindert, setzt aber 
Dünung von Süd und SO ein, so hört alle Arbeit auf, Wir hatten im Februar 
und März 1898 zweimal solche Dünung. Beim ersten Mal brach sich die See 
innerhalb Papagaio-Insel schon auf 7,3 m (4 Faden) Wassertiefe. Die Schiffe 
sind, wenn sie an der Brücke liegen, durch den kleinen Wellenbrecher ziemlich 
yeschützt, so dafs sie die Dünung erst sozusagen aus zweiter Hand erhalten. 
Man hat beide Anker, jeden mit etwa 183 m (100 Faden) Kette aus, je mehr 
desto besser, und zwar den B. B.-Anker nach NO, den St. B.-Anker nach SO. 
In den Wintermonaten soll die See tagelang oft so hoch sein, dafs die Schiffe 
überhaupt von der Brücke abhieven und vor dem Ankern liegen müssen. Das 
Wasser soll dann aber bedeutend höher sein wie im Sommer. 
Wassertiefen. An der Zollhaus-Brücke sollten Schiffe mit über 4,9 m 
(16 Fufßs) Tiefgang überhaupt nicht anlegen und solche mit 4,6 bis 4,9 m (15 bis 
{6 Fufß) nur, wenn die See ganz ruhig ist und das Löschen sofort beginnen 
kann, denn eine leichte Dünung ist immer vorhanden. An die Ponta Lage sollen 
schon Schiffe mit 5,5 m (18 Fufs) herangeholt haben, was ich nur glauben kann, 
wenn die See absolut glatt gewesen ist. 
Zum Leichtern sind nur zwei ganz kleine Leichter von 6 bezw. 3 Tons 
vorhanden.
	        
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