Jacmel (Haiti).
fügung gestellt, Der Ankerplatz lag: Kap Jacmel S'/sO, Fort Jacmel NNO7/0,
Kap Marechaux SO!40. ;
I Beim Ausgehen ist zu beachten, dafs man dem Riff nicht zu nahe kommt,
bei Landbriese halte man das Heck an der Festmachetonne fest, bis der Anker
aus dem Grunde ist. Bei Seebriese ist darauf zu achten, daß der Kopf des
Schiffes beim Ankerlichten nicht auf das Riff zuschlägt. (Backsetzen des Klüvers.)
Strom setzt, namentlich nach starkem Regen, vom Flufs her über das
Riff. Man mufs ihn beim Drehen in Betracht ziehen, um zu vermeiden, dafs
man dem Riff zu nahe kommt, .
Hafenanlagen. Auf der vor der Mitte der Stadt liegenden Ladebrücke
sind zwei Krähne in Betrieb, der begonnene Bau eines Wellenbrechers auf dem
Riff ist nicht vollendet worden. |
Laden und Löschen, Es sind 20 bis 25 Leichter vorhanden, die Leichter-
leute arbeiten gut. ;
Wasser ist mit Schlauch in Wasserfässern oder Wassersäcken von dem
Leitungsrohr am Zollhause zu bekommen, für Dampfer unentgeltlich.
Bunkerkohlen sind am Ort nicht zu haben. ; .
Proviant ist frisch, je nach der Jahreszeit in ausreichender Menge und
wohlfeil zu beschaffen, sonstige Ausrüstung nicht.
Landestelle. Die Boote landen an der Brücke des Zollhauses, ho
Schiffahrtsunkosten. D. „Francia“, 1333 t netto, zahlte in haitanischer
Währung 49,12 6 Hafengebühr.
Deutsches Konsulat ist am Ort, der deutsche Konsul ist gleichzeitig
Agent der Hamburg-—Amerika-Linie. .
Postverbindung. Aufser den Dampfern der Hamburg — Amerika - Linie
und der Atlas-Linie laufen die Dampfer der „Royal Mail Steam Packet Company“
Jacmel an, letztere bleiben jedoch nur gestoppt liegen zur Postbesorgung.
Land- und Seebriese. Die Seebriese setzt in der Regel zwischen 10* bis
1il"a ein und weht bis 6"p. Sie bringt manchmal nachmittags eine recht starke
Dünung hervor, so daß gegen Abend auf dem Riff die See schwer brandet.
Morgens während der Landbriese ist es ruhig.
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Imbetiba.
„South America Polot“, part I, 1893 — B. VIII, 4 —, S. 157.
Von Kapt. C. SCHOEMAKERE, Führer der deutschen Bark „Carl“.
(Hierzu Tafel 5.)
In der englischen Admiralitäts-Karte No. 530 — Tit. VIII, 60 — „Brazil.
Victoria to Sta. Catharina“ ist ein Plan „Macah6 Anchorages from a Brazilian
Government Survey“ 1881 vorhanden. Da aber in demselben der gefährliche
Mulla-Felsen nicht angegeben ist, ich denselben jedoch beim Einsegeln durch
die darauf stehende Brandung bemerkte (denn eine Boje liegt nicht darauf), so
konnte ich der Karte kein Vertrauen mehr schenken. Infolgedessen, da ich
auch keinen Lootsen an Bord hatte, brachte ich das Schiff in etwa 600 m: vom
Mulla-Felsen zu Anker, um mich erst inbetreff des Hafens zu erkundigen, ;
Nachher habe ich bei einem von der Regierung angestellten Geometer
eine Karte in großem Mafsstabe eingesehen, Die gedruckte Karte ließ in
der Ausführurg nichts zu wünschen übrig, nur hatte sie den nicht zu entschuldi-
genden Nachtheil, dafs sie. was Küsten, Felsen, Inseln u. 8. w. anbetrifft. nicht
richtig war. en
— Deshalb beschlofs ich, meine freie Zeit dazu zu verwenden und einen
Plan von der Bai mit den vorliegenden Inseln‘ und Felsen aufzunehmen; der den
Vortheil hat, dafs er richtig ist, wie ich durch Proben festgestellt habe. -
Sollte nur ein einziger deutscher Schiffsführer von meiner Arbeit Vortheil
haben, so fühle ich mich vollkommen entschädigt...
Imbetiba ist ein für die transatlantische Fahrt unbedeutender Hafen.
Zuweilen bringt ein ’gröfseres Schiff Kohlen und einzelne kleinere Stückgüter
von Europa. Jm Uebrigen ist nur Küstenverkehr und kommen Küstendampfer
Ann. d. Hyar. ete.. 1898, Heft YL