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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 26 (1898)

200 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1898. 
steuerungsmarke. Von diesen hohen weifsen Klippen hebt 
sich als niedriger grüner Flecken die kleine, dicht unter 
Land liegende Insel ab. Sie ist als Insel erst auszumachen, 
wenn man sie auf nicht mehr als 3 Sm Abstand von der 
Küste achteraus hat. 
Sollten die Berge durch Wolken verdeckt sein, so 
muß man dicht an der Küste entlang steuern, welche 
auf 1 bis 2 Sm Abstand rein ist. 
Lootsenwesen, Der Lootse kommt gewöhnlich 
erst innerhalb der weifßsen Felsen — in der Bucht von 
Jacmel —— an Bord und giebt nur den ungefähren Anker- 
platz an. 
Gesundheitspolizei. Ein Gesundheitspafs wird 
ständig verlangt. 
Zollamtliche Behandlung. Es wird verlangt: 
1 Ladungsmanifest mit Konsulatscertifikat, 1 Proviantliste. 
Wassertiefen und Grund. Der Tiefenwechsel 
von der größten Tiefe bis zu der kleinen Bank, auf der 
man ankern kann, ist ein so schneller, dals ein größeres 
Schiff, wenn es eine Schiffslänge zu weit laufen würde, 
nicht mehr von den umliegenden Klippen frei schwingen 
könnte; der Hafenplan, Brit. Adm.-Karte No. 472 — 
Tit. VII, 268 —, ist nicht sehr zuverlässig („Nachr. f. 
Seef.“ 1898, No. 438). Da die Tiefen steil aufsteigen, 
30 ist andererseits der Anker nicht zu früh fallen zu 
lassen, jedenfalls nicht früher, als man 8 m (5 Faden) 
gelothet hat. Der Ankergrund ist gut. 
Festmachetonnen. Auf dem Ankerplatz liegen 
zwei Festmachetonnen etwa 50m voneinander auf 8 m 
Wasser; die innere gehört der Hamburg-—Amerika-Linie, 
die äufsere, westliche, der Atlas-Linie. 
Landmarken. Auf dem über der Stadt liegenden 
halbrunden Fort, welches auch durch einen grofsen Baum 
leicht aufzufinden ist, steht im westlichen Theil eine 
Flaggenstange; auf der Ladebrücke vor der Stadt ist 
ein eiserner Leuchtthurm aus Gitterwerk errichtet, 
dessen Licht aber nicht brennt; zum KEinsteuern dienen 
die weißen Klippen im Innern am Westufer der Bucht. 
Das Riff ist durch die hellere Färbung des Wassers 
kenntlich. 
Anweisungen für Dampfer. Beim Einlaufen 
passire: man mit nördlichem Kurs Kap Jacmel auf etwa 
la Sm Abstand. Sobald man den kleinen, dem Kap 
vorgelagerten Felsen dwars hat, halte man auf die am 
meisten nach innen gelegenen weifsen Klippen mit Nord- 
westkurs, so dafs man die äufseren eben an B.B. hat. 
Sind diese dwars, so drehe man nach rechts, bis die 
Flaggenstange des Forts über die Mitte der Ladebrücke 
zeigt, NNO'/A40. Die Festmachetonnen bleiben an B. B. 
etwa eine Schiffslänge. Man ankere vor den Tonnen auf 
8m (5 Fad.) Wasser mit St. B.-Anker etwa */2 Kblg. 
vom Riff und drehe das Schiff mit langsam gehender 
Maschine herum, so dafs bei etwa 55 m (30 Faden) Kette 
das Heck gut frei von der inneren Festmachetonne zeigt. 
An dieser macht man mit dem Heck fest. Sind die 
Tonnen besetzt, so mul man einen Heckanker aus- 
bringen; man laufe dann aber nicht bei Seebriese ein, 
sondern warte das Einsetzen der Landbriese ab, da man 
das Schiff dann besser in seiner Gewalt hat. S. M. 8. 
„Gneisenau“ wurden beide Festmachetonnen zur Ver-
	        
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